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Curia Generalizia dei Carmelitani Scalzi - Corso d'Italia, 38 - 00198 ROMA - Italia
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BETENDE GEMEINSCHAFTEN IM DIENSTE DER MENSCHEN

Schreiben der Generaloberen OCarm und OCD
anläßlich der 500jahrfeier der Evangelisation Amerikas
 

 

 

 

 

 

 

Rom, den 16. Juli 1992 

 

"Seht, ich mache alles neu"   Offb 21, 5

 

 Liebe Brüder und Schwestern im Karmel,

 

       Euch allen Friede und Heil im Herrn!

 

     1.   Die 500jahrfeier der Erstevangelisierung Nord- und Süd­amerikas und die Einladung der Kirche zur Neuevangeli­sierung haben uns bei un­se­ren brüderli­chen Begegnungen auf den Gedanken ge­bracht, uns einmal auf unse­re gemeinsa­men karmelitanischen Wurzeln zu besinnen, die wir innerhalb der Kirche haben.

     2.   Wir haben diese Idee als Eingebung des Geistes Jesu be­griffen. Um der Einladung des Herrn Folge zu leisten und um der Idee konkrete Gestalt zu geben, haben sich die General­de­fini­torien der Karmeli­ten (Ocarm) und der Unbe­schuh­ten Karmeli­ten (OCD) ver­schie­dene Male getrof­fen. Es sollte dies auch eine Geste der Brü­derlich­keit und Kirch­lichkeit sein, wozu beide Seiten bereit sein mußten, Schwie­rigkeiten und Erinnerungen an Wunden, die von unse­rer gemeinsamen Ge­schichte herrühren, hinter sich zu las­sen. Ziel der Be­gegnun­gen sollte sein, einen gemein­samen Refle­xions­pro­zeß zu starten, um einerseits die schon länger in Gang gekom­menen Über­legungen fortzusetzen, wie wir dem Gut, das der Herr unseren bei­den Ordensfamilien anvertraut hat, in schöp­ferischer Treue ei­nen zeitgemäßen Ausdruck geben, dann aber auch, wie wir dies Gut in der Welt von heute in den Dienst der Neue­vangeli­sie­rung stellen können. In der Tat leben wir ja, aus einer gemein­samen Wurzel her­aus, in zwei Grundtraditionen, mit denen wir uns gegen­seitig be­reichern.

     3.   Mit diesem Brief möchten wir Euch das Ergebnis unserer Überlegungen mitteilen. Wir wünschen sehr, das ähnliche geschwi­ster­liche Begegnungen von Brüdern und Schwestern unserer beiden Or­denszweige und der verschiede­nen karmelitanischen Gemeinschaften immer einmal wieder in den Kommunitäten unserer Ordensfamilien zustande kommen. So werden wir hellhörig für das, was Gott von uns wünscht, und wir werden fähig sein, in geschwisterli­cher Zu­sammen­arbeit neue Wege zu eröffnen, um auch an der Schwelle des 3. Jahr­tau­sends das Charisma des Karmel zu leben und zu bezeugen.

     4.   Ausgehend von der kirchlichen 500jahrfeier möchte unser Wort Friedens- und Hoffnungsbotschaft sein; nicht nur für die in Nord- und Südamerika lebenden Brüder und Schwestern, sondern auch für alle Karmeliten auf der Welt. Alle, die sich von karmeli­tani­scher Spiri­tualität nähren, laden wir ein, wie Elija auf dem Berge Horeb wachsam zu bleiben, aufmerksam zu sein für Gott, der auch an uns vorbeigeht und uns fragt "Was willst du hier?" (1 Kön 19, 9). 

 

Blick zurück

 

     5.   Unsere beiden Orden waren bei der Erstevangelisie­rung Nord- und Südamerikas mit engagiert, vor allem in Brasilien und Mexiko. Ihre Tätigkeit der Evangelisierung bestand darin, unter dem Volk zu leben und dadurch Zeugnis zu geben, daß sie zeigten, wie man ein Leben des Gebetes führt, und versuchten, die Verehrung der allerse­lig­sten Jung­frau Maria als "Madonna vom Berge Karmel" im Volke zu verbreiten. Es fehlte nicht an edlen Per­sön­­­­lichkei­ten, die an den Freuden und Hoffnungen, aber auch dem Kum­mer, der Trüb­sal und den Ängsten der armen, unter­drück­ten Men­schen An­teil nah­men.

     6.   In diesen 500 Jahren war die Anwesenheit unserer kontem­pla­tiv leben­den Schwestern eine evangelikale Präsenz. Ihr Lebens­zeug­nis beton­te die Absolutheit Gottes und die Notwendigkeit des Ge­bets. Ebenso waren unsere nach außen hin tätigen Schwestern in frucht­barer Wei­se präsent durch ihr Gemeinschaftsleben, ihren Dienst am Reiche Got­tes, ihr Hören auf das Wort Gottes und ihr apostolisches Zeugnis.

     7.   Es gab säkulare Gruppen, die das Charisma des Karmel gelebt, bezeugt und bereichert haben. Im besonderen soll hier der Tätigkeit der sogenannten Dritten Orden und der karmelitani­schen Bruderschaften gedacht werden. Vielerorts, wo die Präsenz der Or­densbrüder verboten war, haben sie es dennoch verstanden, für das Evangelium Zeugnis abzulegen, die Verehrung der Karmelmadonna zu verbreiten und das kirchliche Leben aufrechtzuerhalten.

     8.   Wir fühlen uns mit all diesen Brüdern und Schwe­stern, die vor uns gelebt haben, eins. Wir akzeptieren diese Vergangen­heit als unsrige, mit den Licht- und Schattenseiten ihres karmeli­ta­nischen Lebens und pastoralen Dienstes.

     9.   Daher sagen wir Gott Dank für das, was sie uns vor­lebten und für das Reich Gottes getan haben. Doch zugleich bitten wir in ihrem Namen die einheimi­schen und afroamerika­nischen Völker Nord- und Südameri­kas um Verzeihung für die begangenen Irrtümer und Feh­ler.

 

Sich der Gegenwart bewußt werden

 

     10.  Wir sind Erben dieser unserer Brüder und Schwe­stern; wir sind ein Baum, der aus dem Samen erwachsen ist, den sie pflanzten. Unsere heutige Präsenz karmelitanischen Lebens stellt unver­ändert ein prophetisches, missionarisches Zeichen der Gegen­wart und Nähe Gottes in der Geschichte dar. Der Geist hat eine Vielfalt von Kon­gregationen und Säkularinstituten erweckt, die die Werte des kar­melitanischen Charismas auf je eigene Weise leben. Ebenso sind die uns angeschlossenen Laienverbände an Zahl und Qualität gewach­sen.

     11.  Nachdem 500 Jahre seit der Erstevangelisierung Nord- und Südamerikas vergangen sind, ist es an der Zeit, daß wir Karmeliten un­sere Vergangenheit genauer kennenlernen; denn so werden wir un­sere evangelikale Rolle als Propheten und kontem­plati­ve Men­schen bes­ser verstehen.

     12.  Der durch die 500jahrfeier veranlaßte Rückblick auf un­se­re amerikanische Geschichte führt uns dazu, uns unsere Gemein­samkeiten bewußt zu ma­chen und deren ange­messen­sten Ausdruck auf­zusu­chen: die Regel des hl. Albert, die Heili­gen, die be­deutend­sten Daten unserer Geschichte, die verschiedenen Aspekte unse­rer Spiri­tualität, die Techniken der Evangelisie­rung und die Art und Weise un­serer Präsenz inmit­ten der Menschen.

     13.  Die Erinnerung an die Fehler der Vergangenheit sei uns Mahnung, damit wir, wie Paulus sagt, nicht die Fehler wiederholen, die sie gemacht haben (vgl. 1 Kor 10, 6-11). Oder besser: Wir sollten es fertigbringen, immer offener zu werden für das Neue, das im Laufe der Geschichte als Zeichen Gottes auftritt; denn Gott möchte in unser persönliches wie auch gemeinschaftliches Leben eintre­ten. Dies Neue bekundet sich auf vielerlei Art und Weise, vor allem aber in der Option für die Armen, im prophetischen Zeugnis des geweihten Lebens, in Aktionen für Frieden und Gerechtigkeit, in der Akzeptanz der Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, in der Sehnsucht nach Einheit, in der Suche nach einer wirklich­keitsgerechten Spiritualität.

     14.  Die Einladung der Kirche zur Neuevangelisierung macht uns bewußt, daß unsere karmelitanische Berufung vor allem kirch­liche Berufung und unsere Spiritualität allgemein ist, nämlich:  "in der Gefolgschaft Jesu Christi zu leben". Diese Einladung ver­langt von uns auch, daß wir mit den Ansprüchen und Herausforderun­gen der Welt von heute fertig ­wer­den, wenn die Menschen uns fra­gen, wie wir unser Charisma leben; unser Charisma, das sich so zusammenfas­sen läßt: in der Gefolgschaft Jesu Christi leben nach dem Beispiel Marias und des Propheten Elija.

In all den Reformen, die es unter verschiedenartigsten geschicht­lichen Umständen gegeben hat, sind die Karmeliten stets zu dieser Quelle unserer Spiritualität zurückgekehrt, und sie haben es ver­standen, deren bleibende Aktualität stets neu zu entde­ken. Teresa von Jesus, die die wichtigste Reform in der Geschichte der Familie des Karmel durchgeführt hat, betonte immer wieder, daß wir Nach­kommen der Propheten zu sein hätten wie es die ersten Karme­li­ten waren.

     15.  Die Spuren der Evangelisationsarbeit, die die Brüder und Schwestern unserer Karmelfamilie vor uns geleistet haben, zeigen sich deutlich in vielen Stücken der Volksfrömmigkeit: in der Ma­rienverehrung, im Karmelskapulier oder in den Gebeten des Volkes. Diese Spu­ren, die aus unserer Ver­gangenheit auf uns gekommen sind, sind uns beständiger Ansporn, unseren Ursprüngen treu zu bleiben und uns den Menschen zu verpflichten. Diese Spuren haben auch im Kon­text der Kirche von heute der Ausgangspunkt einer Neusich­tung unse­res Cha­rismas zu sein, denn in unserer auf so tragische Weise zwi­schen Arm und Reich geteilten Welt erfüllt die Kirche heute eine evange­likale Option für die Armen.

 

Projekte für die Zukunft

 

     16.  Unser Charisma neu überdenken und sich ihm verpflichten: wenn wir dies tun, dann müssen wir bei den Zeichen der heutigen Zeit und den großen Herausforderungen der Neuevangelisierung an­set­zen.

     17.  Die Neuevangelisierung wird nur neu sein, wenn sie von einer neuen Spiritualität ausgeht. Es genügen nämlich nicht die neuen Techniken und neuen pastoralen Hilfsmittel. Wahre Neuevange­lisierung muß vielmehr, wie schon bei Maria, beim Propheten Elija, bei Teresa und Johannes vom Kreuz, aus einer neuen Erfahrung mit dem lebendigen Gott kommen, vor dessen Angesicht wir dauernd ste­hen. Wie bei Jesus muß sie ihren Anfang nehmen bei einer leiden­schaftli­chen Liebe zum Vater und sich ihrerseits in Hingabe an die Armen und am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen umsetzen.

     18.  Die Neuevangelisierung, zu der wir eingeladen sind, kann nicht von dem neuen Kulturniveau absehen, das die Menschheit heute besitzt oder dabei ist sich anzueignen und das eine höher entwi­kelte Vision des Menschen und der Kirche umschließt. Wenn wir Christus treu sein wollen, können wir nicht an der Vergangenheit kleben, ohne weitere Probleme zu haben. "Wenn man nicht mit der Zeit geht", schreibt Johannes Paul II., "bleibt man zurück. Rück­ständig­keit aber disqualifiziert das eigene Tun, und dies hat die unvermeidliche Ablehnung seitens der Menschen zur Folge". Wenn wir uns also neue Gedanken machen wollen, ins­besondere unser Charisma neu über­denken wollen, dann müssen wir bei dieser neuen Erfahrung mit Gott beginnen und die Menschen, mit denen wir zusammenleben und denen wir dienen wollen, da abholen, wo sie stehen.

     19.  In den Sitzungen, die wir in Rom abgehalten haben, hat sich ergeben, daß die Neusichtung unseres Charismas durch drei We­senszüge gekennzeichnet ist; wir möchten sie euch im folgenden mitteilen.

 

1. Kontemplative Erfahrung mit Gott

 

     20.  In der ganzen Welt ist die Notwendigkeit und die Sehn­sucht nach Spiritualität groß. Einige traditionelle Symbole für die Gegenwart Gottes können seine Botschaft heute nicht mehr über­mit­teln. Die Menschheit ist in eine "dunkle Nacht" eingetreten und stellt uns, je nach Kontinent auf verschiedene Art und Weise, die angstvolle Frage: "Wo ist dein Gott?".

     21.  Dies ist die Herausforderung. Wir sind aufgerufen, das menschliche Herz als die Wohnung des Gott-mit-uns wiederzuentde­ken, und müssen uns deshalb einer neuen Erfahrung mit Gott öffnen. Es wird die sein, daß wir unser Charisma mit neuen Augen lesen und die Zeichen der Gegenwart Gottes in der heutigen Welt unter­schei­den lernen. Ohne diese persönliche und gemeinschaft­liche Er­fahrung mit Gott werden wir unser Charisma nicht neu ver­stehen können und werden folglich nicht imstande sein, unsere Mission als Karmeliten in der Kirche und der Welt von heute zu erfüllen.

     22.  Dies bringt mit sich, daß wir keine Angst haben dürfen zuzulassen, daß sich unter uns neue Wege eröffnen in Gebiete, wo die "Nacht" noch "dunkler" ist, vor allem bei den Menschen, die in Armut und am Rande der Gesellschaft leben; denn dort macht Gott sich deutlicher erfahrbar, und sein Gegenwärtig­sein wird von uns auf neue Weise entdeckt werden können. Dort werden wir nach der Weise des Propheten Elija "das sanfte, leise Säuseln" (1 Kön 19, 12) vernehmen können.

     23.  Als karme­litanische Familie haben wir als bedeu­tendstes und augen­fälligstes Beispiel für ein ähnliches Tun das von Maria, der Mut­ter und Schwester al­ler Karmeliten, vor uns. Sie verstand es in ihrem Leben, das Wort Gottes aufzunehmen, zu bedenken und Fleisch werden zu lassen und so allen die Frohe Botschaft zu of­fenbaren.

 

2. Brüderlichkeit als Frucht und Zeichen der Kontemplation

     24.  In der heutigen Welt verschärfen sich die Spaltun­gen aus vielfäl­tigen ge­schichtlichen Ursachen. Das kapita­listi­sche System steigert die Ausbeutung der Völker der Drit­ten Welt. Unterdes wach­sen Haß und Zwiespalt so sehr an, daß man meinen könnte, Brü­der­lichkeit sei eine unverwirklichbare Utopie.

     25.  Und auch hierin liegt wieder eine Herausforderung für uns. Wir sind zu einem Leben der Brüderlichkeit berufen und müssen deshalb darauf hinwirken, daß unsere Kom­munitäten ein lebendiger Beweis dafür sind, daß Brüderlich­keit möglich ist; eine Brüder­lichkeit, die vom Hören und Bedenken des Wortes kommt, die da­zu  beiträgt, daß das Leben menschlicher wird, daß Menschen trotz be­stimmter Ver­schiedenartigkeiten sich vereinen, und die so das Evangelium leibhaftig anwesend machen kann. Auf diese Weise werden unse­re Kommunitäten zu Zeichen der Hoff­nung, sodaß die Armen das von uns sagen können, was die Witwe von Sarepta zum Propheten Eli­ja gesagt hat: "Jetzt weiß ich, daß du ein Mann Gottes bist und daß das Wort des Herrn wirklich in deinem Munde ist" (1 Kön 17, 24).

     26.  Maria ist für uns Symbol und Modell des Gemein­schafts­lebens. Unsere Verehrung ihr gegenüber muß uns be­wegen, ihr Bei­spiel nachzuahmen, muß uns zur Freiheit führen und uns fähig ma­chen, die Brüderlichkeit und Schwesterlich­keit zu verwirklichen, die sie selbst im Magnificat besingt (vgl. Lk 1, 46-55).

 

3. Prophetie und Engagement für Gerechtigkeit

 

     27.  Als "Söhne und Töchter der Propheten" können wir nicht an dem vorbeigehen, was in der Welt geschieht. Als Internationale Familie, die auf allen Kontinenten vertreten ist, müssen wir uns bewußt werden, daß eine Grundungerechtig­keit die Menschheit in Arm und Reich teilt, mit all den traurigen Konsequenzen für das Leben einer überwältigenden Mehrheit. Als Männer und Frauen der Kontem­plation müssen wir imstande sein, ein prophetisches Wort zu sagen, nicht nur als Anprangerung des Bösen, sondern auch als Wort der Annahme und des Feingefühls für die Opfer. Wir, die wir uns bewußt sind, daß Gott im Herzen des Menschen gegenwärtig ist, können nicht hinnehmen, daß die menschliche Person in ihrer Würde ver­letzt wird. Unsere Liebe zum Nächsten, der ja lebendiges Abbild Gottes ist, drängt uns, uns an die Seite der Bedürftigsten, der Geringsten zu stellen. Unsere Option für die Armen ist theologisch begründet: Sie geht vom Geheimnis des Gott-mit-uns und dem Geheim­nis der Mensch­wer­dung aus und lädt uns daher ein, der Gerechtig­keit und dem Frie­den die Bahn zu ebnen.

     28.  Um "in der Gefolgschaft Jesu Christi leben und ihm mit reinem Herzen und gutem Gewissen dienen" zu können, müssen wir von Jesus lernen, auf den geistlichen Reichtum und die geistlichen Möglichkeiten zu achten, die sich mitten unter den Armen und den am Rande der Gesellschaft Dahinexistierenden finden. Vereint mit Ihm können wir so zum Vater sprechen: "Ich preise dich, Vater, ... weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. Ja, Vater, so hat es dir gefallen" (vgl. Lk 10, 21).

 

SCHLUSS

 

     29.  Indem wir diese unsere Botschaft abschließen, möchten wir zur Einheit mahnen. Nur wenn sich alle unsere Kräfte vereinen, wird es möglich sein, Lateinamerika und den anderen Kontinenten eine echte Evangelisation anzubieten und eine karmelitanische Prä­senz, die fruchtbarer Dienst an der Kirche ist: Quelle neuer Spi­ritualität und engagierten, befreienden Gebetes.

Wir laden Euch, Brüder und Schwestern, alle ein, gemäß folgenden drei Leitgedanken neue Wege zu ei­ner Brüderlich­keit und Schwester­lich­keit unter uns zu suchen:

     a)in dem Teil der Welt, in dem wir leben, die Mög­lichkei­ten ­ernsthafter wahrnehmen, die sich uns bieten, um die Spiritualität unserer Ordensfamilie zu erfahren;

     b)im Geiste unseres Charismas Möglichkeiten der Mitarbeit anbieten in Exerzitien- und Spirtualitäts­zentren, bei Begegnungen mit dem Thema Spiritua­lität, Mitarbeit an Publikatio­nen u.a. mehr;

     c)im Dienste an den Menschen in der Weise zusam­mengehen, daß unsere Spiritualität Antwort geben kann auf die An­sprüche und Heraus­forderungen der heutigen Welt: die Herausforderung der Säkularisie­rung, der Modernität und im Zusammenhang damit der schrecklichen Verelendung weit über der Hälfte der Menschheit.

     30.  Sagen wir schließlich in unseren Gebeten Gott Dank da­für, daß er in uns den Geist wachgerufen hat, den Proble­men der Welt nahe zu sein. Gedenken wir in Dankbarkeit unserer Brüder und Schwestern der Vergangenheit, die uns jetzt, anläßlich der 500jahr­feier der Evangelisierung Amerikas, zu größerer Treue zu unserem Charisma und zum einfachen, gläubigen Volk aufrufen. Dan­ken wir der Kirche, die, angefan­gen bei den Armen der kirchlichen Basisgemeinden und ande­rer Gruppen, uns alle in der Liebe zum Wort Got­tes wachsen läßt und uns zu größerer Treue zu unserer Regel bewegt, der Regel, die uns mahnt, "Tag und Nacht das Gesetz des Herrn zu bedenken und im Gebet zu wachen".

     31.  Möge Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel uns helfen, in diesem kritischen Moment der Geschichte der Welt und unserer Or­densfamilie treu zu sein, wie Jesus es von uns wünscht. Wie in der Vergangenheit schaut Maria auf uns und behütet uns. Wenn unser Verlangen, wieder treu zu sein - sei es gegenüber unserem Charisma oder gegenüber den Armen - uns in eine Identitätskrise geführt hat, dann hat unsere Hin­wendung zu Ihr uns geholfen, zu unserem geist­lichen Status als Mendikanten zurückzukehren.

     Schwester, Mutter und Königin des Karmel bitte für uns bei deinem Sohne Jesus und erwirke uns den Segen Gottes!

 

 

Fr. John Malley Ocarm. - Fr. Camilo Maccise OCD

 

     
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Updated 15 mar 2006 by OCD General House
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