SR.
LUCIA VON FATIMA GESTORBEN
Im
ehrwürdigen Alter von 97 Jahren ist Sr. Lucia am 13. Februar
2005 im Karmel von Coimbra (Portugal) verstorben. Zusammen
mit ihren Cousinen Francisco und Jacinta war sie vom 13. Mai
1917 an Zeugin zahlreicher Erscheinungen der
Muttergottes in Fatima. Die beiden anderen Seherkinder sind
bereits in jungem Alter verstorben, wie es ihnen die
Muttergottes vorausgesagt hatte. Im Jahr 2000 wurden die
beiden zuerst verstorbenen Hirtenkinder von Fatima
seliggesprochen.
Unsere
verstorbene Mitschwester hat auf sehr demütige und
zurückgezogene Weise in ihrer Gemeinschaft gelebt. Ihr
Gebetsleben vereinte sie mit einer intensiven Kommunikation
mittels Briefe, durch die sie irrende Menschen ermutigte,
großen Persönlichkeiten Antwort gab und zum Glauben und
Vertrauen in Gott anregte, besonders durch die Aufforderung
zur Verehrung der Muttergottes.
Die Päpste hegten ihr gegenüber stets eine besondere Hochachtung, vor
allem auch wegen der Botschaften, die sie ihnen — vermittelt
durch die Muttergottes — übergeben hatte. Besonders Papst
Johannes Paul II. äußerte oft seine Wertschätzung gegenüber
Sr. Lucia; mehrere Male traf er persönlich mit ihr zusammen,
und immer wieder brachte er seine Verehrung gegenüber der
Madonna von Fatima zum Ausdruck. Drei Mal besuchte er
während seines Pontifikats Fatima. Ein Jahr nach dem
Attentat am Petersplatz widmete er das Projektil, durch das
er verwundet wurde, dem Wallfahrtsort; es wurde anschließend
in die Krone der Muttergottes eingefügt.
Die
Botschaft von Fatima ist schlicht aber sehr eindringlich:
Gebet, Buße und Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens.
Außergewöhnliche Phänomene begleiteten die Erscheinungen in
Fatima; das bekannteste war die “tanzende Sonne” in
Anwesenheit von tausenden Zeugen. Was aber über Jahrzehnte
hin die größte Aufmerksamkeit erregte, war das sog. “dritte
Geheimnis von Fatima”, welches schließlich nach unzähligen
Spekulationen und Vermutungen im Jahr 2000 — anlässlich der
Seligsprechung von Jacinta und Francisco — vom Heiligen
Vater selbst veröffentlicht wurde. Es ist bekannt, dass Sr.
Lucia mehrere Erscheinungen der Muttergottes im Kleid des
Karmel hatte.
Der
Tod von Sr. Lucia hat besonders das Volk von Portugal tief
betroffen. Der portugiesische Premierminister ordnete aus
diesem Anlass sogar einen nationalen Trauertag an. Außerdem
wurde der laufende Wahlkampf in Portugal bis 20. Februar
unterbrochen.
Da
unser P. General sich zur Zeit im
Ausland befindet, wird er beim Begräbnis von Sr. Lucia in
der Kathedrale von Coimbra durch P. Luigi Gaetani (Generaldefinitor)
vertreten werden.
Anlässlich des Todes von Sr. Lucia hat P. General einen
Brief an die Gemeinschaft der Karmelitinnen von Coimbra
gesandt:
An die Mutter Priorin und die Kommunität der Unbeschuhten Karmelitinnen
in Coimbra
Liebe Schwestern!
Ich schreibe Euch aus Polen, wo ich im Augenblick die
Pastoralvisitation in unserer Provinz von Krakau durchführe.
Heute Abend, nach mehreren Stunden der Reise, habe ich nach
Bekanntwerden vom Tod unserer lieben Schwester Lucia über
ihre Person und all das, was sie in uns hervorruft
reflektiert. Gleichsam aus Notwendigkeit sind wir in diesem
Moment dazu angehalten, über die wunderbare Geschichte der
drei einfachen Hirtenkinder zu meditieren, deren reines und
offenes Herz sich zum Ort der Begegnung mit Maria, der
Mutter der Güte und Barmherzigkeit, verwandelte.
Im Herbst 2003 hatte ich das Glück, mit Eurer Gemeinschaft
die heilige Messe anlässlich des 75-jährigen
Professjubiläums von Sr. Luzia zu feiern. Diese Begegnung
erlaubt mir, im folgenden ein
persönliches Zeugnis abzulegen. Neben der Dankbarkeit für
die vielen Jahre der Profess war es aber besonders die
Natürlichkeit und Schlichtheit von Sr. Luzia, die
hervorstachen. Ohne Zweifel hat sie ein Gebetsleben geführt,
das besonders durch die Fürbitte und den Dank geprägt war;
zudem trug sie die Intention der Botschaft von Fatima in
ihrem Herzen. Doch all das vollzog sich im Rahmen höchster
Schlichtheit. Diese ihre Natürlichkeit und Spontanität war
vereint mit ihrem Sinn für Humor. Sowohl während der
heiligen Messe als auch im anschließenden Beisammensein
zeigte sich in ihr eine Freude, die ihre innere
Aufrichtigkeit, ihr Vertrauen und ihre Liebe zu den
Mitmenschen offenbarte. Ich bin der Überzeugung, dass die
heilige Teresa von Jesus mit diesen Haltungen unserer
Mitschwester sehr zufrieden ist. Noch bedeutsamer aber ist
die Tatsache, dass diese menschlichen Tugenden jene von
Maria von Nazareth — unserer Mutter und Schwester im Glauben
und Vorbild unserer Hingabe an Jesus und an sein Reich der
Gerechtigkeit und Geschwisterlichkeit — widerspiegeln.
Wir sind erfreut, dass Sr. Luzia auf besondere Weise unsere
Schwester war, dankbar dafür, dass sie die Botschaft von
Fatima auf so menschliche, schlichte und nahe Weise gelebt
hatte. So möchte ich mit diesem persönlichen Zeugnis die
Verbundenheit des gesamten Karmels mit Euch und dem ganzen
portugiesischen Volk und der dortigen Kirche versichern.
Empfehlen wir unsere Mitschwester und auch uns durch ihre
Fürbitte dem Thron der Gnade an.
Przemyl, am 14.
Februar 2005
Luis Aróstegui,
Praepositus General OCD
B
R Ü D E R
ERSTE
PRIESTERWEIHE EINES KARMELITEN IM IRAK
Fr.
Thomas Sleiman Bnham wurde am 3. Juli 1966 in Kermless (in
der Nähe von Mossoul/Irak) geboren. In den letzten Jahren
war er für die Postulanten in unserem Kloster in Salihiya
(ein Bezirk von Bagdad) verantwortlich. Am 6. Jänner dieses
Jahres empfing er durch den Lateinischen Erzbischof, Msgr.
Jean Sleiman OCD die Priesterweihe in der Kathedrale von
Bagdad. Dies war zugleich die erste Priesterweihe unter
lateinischen Christen im Irak. Bei dieser einzigartigen
Feier war sogar seine Seligkeit, Emmanuel III. Delly
(Patriarch der Chaldäer) anwesend.
P. TOMÁS
ÁLVAREZ DE LA CRUZ, OCD
Verleihung des „Emeritus“ der Päpstlichen Theologischen
Akademie
Am 27.
Jänner 2005 wurde in der „Aula PaoloVI“ der Päpstlichen
Lateranuniversität an P. TOMÁS ÁLVAREZ DE LA CRUZ, OCD
der Titel des „EMERITUS“ der Päpstlichen
Theologischen Akademie in Anerkennung für dessen zahlreichen
wissenschaftlichen Beiträge als Mitglied genannter Akademie
verliehen. Seine wissenschaftliche Tätigkeit ist äußerst
vielfältig: Tätigkeit als Professor; pastoraler und
spiritueller Dienst, der sich auch international erstreckt;
seine Beiträge über das Ordensleben und die geistliche
Begleitung; etc. Sein Name erscheint bereits in den
aktuellen Lexika, und unter den gegenwärtigen Theologen gilt
er als der profundeste Kenner des Werkes und der Lehre der
heiligen Teresa.
Diese
Auszeichnung, welche zugleich eine offizielle Anerkennung
von Seiten der Kirche ist, wurde während einer Sitzung der
Päpstlichen Theologischen Akademie unter dem Vorsitz von
Kardianal Paul Poupard (Präsident des Päpstlichen Rates für
Kultur) verliehen. Nach der Eröffnungansprache des Kardinals
folgte die Laudatio und Würdigung des Geehrten durch P.
Jesús Castellano OCD.
An der
Feier nahmen eine Reihe von Mitbrüdern aus dem Generalat,
dem Teresianum sowie Schwestern aus den affilierten
Instituten teil. Herzlichen Glückwunsch, P. Tomás!!!
S
C H W E S T E R N
MEL GIBSONS
VORFÜHRUNG DER „PASSION CHRISTI“
BEI DEN KARMELITINNEN IN COIMBRA
Knapp
ein Jahr nach der Weltpremiere der „Passion Christi“ wurde
bekannt, dass die Gemeinschaft der Karmelitinnen von Coimbra
(deren berühmtestes Mitglied Sr. Lucía, die Seherin von
Fatima ist) im Sprechzimmer eine private Vorführung
genannten Filmes durch den Regisseur Mel Gibson erhielten.
Die
letzte Nummer des „Boletín de Fátima“ berichtet vom
Gespräch, das Sr. Lucía mit dem Regisseur Mel Gibson und
seiner Frau hatte, welches erst einige Monate nach der
Privatvorführung des Filmes stattfand.
Die
Gemeinschaft der Schwestern hatte den Wunsch, den Film zu
sehen. Da die Schwestern nicht ins Kino gehen konnten,
kontaktierte man — Dank dem Engagement und der Vermittlung
einer jungen Portugiesin — die Icon Productions. Nach
92 ausgetauschten E-mails und zahlreichen Telefonaten wurde
schließlich die gewünschte Vorführung möglich.
Die
Logistik der Vorführung erwies sich aber äußerst
kompliziert, da die Schwestern nur einen kleinen
Fernsehapparat haben und es zum damaligen Zeitpunkt noch
keine Version des Films auf Video oder DVD gab.
Gibson
selbst sandte eine Parabolantenne, ein Team von
Kameraleuten, eine Sprecherin und andere Techniker, um das
Sprechzimmer des Klosters in einen „Kinosaal“ umzuwandeln.
Vergangenen Juli, als Gibson zur Premiere nach Portugal
gekommen war, wurde er zusammen mit seiner Frau zu einem
privaten Gespräch mit Sr. Lucía eingeladen. Dieses Treffen
wurde bis dato geheim gehalten, da der Regisseur
ausdrücklich wünschte, nicht in den Verdacht kommen zu
wollen, Sr. Lucía für Werbezwecke seines Filmes zu
verwenden.
Entsprechend den Informationen des „Boletín de Fatima“ hatte
Gibson schon im September 2003 Fatima besucht, um die
Muttergottes um Hilfe für das Filmprojekt zu bitten.
Mutter
Celina, die Priorin des Kloster von Coimbra berichtete
gegenüber dem Bulletin, dass Gibson sehr herzlich war und
sich eine Stunde Zeit nahm, um Antwort auf die Fragen der
Schwestern über den Film zu geben.
GEORGETOWN
(USA) : VEREINIGUNG MIT DEM ORDEN
Mit
Dekret vom 1. Februar 2005 (n 7504/2005) gewährte die
Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und den
Gesellschaften des apostolischen Lebens dem Kloster der
Karmelitinnen von Georgetown (USA) folgende Bitten:
• Aufhebung der Nr. 133 ihrer Konstitutionen von 1990 und die Erlaubnis
zur Befolgung aller den Generaloberen betreffenden Punkte,
in Übereinstimmung mit den Konstitutionen vom 17.
September 1991.
• Wechsel von der
Jurisdiktion des Diözesanbischofs unter jene des
Generaloberen OCD.
Hiermit übersenden wir der Gemeinschaft von Georgetown (USA)
unsere aufrichtigen Glückwünsche für ihr Bemühen um die
effektive und affektive Einheit mit dem Orden und unserem
Pater General — entsprechend dem Wunsch unserer heiligen
Mutter Teresa von Jesus.
PONTOISE
(Frankreich): 400-jähriges Gründungsjubiläum
Die
Feiern anlässlich des 400-Jahrjubiläums der Gründungs der
„ersten Tochter“ des Klosters von Faubourg Saint-Jacques in
Paris — nämlich das Kloster von Saint Joseph in
Pontoise, hatten einen zweifachen Moment: Im Vorfeld fand
vom 19.-20.- November 2004 ein internationales Kolloquium
statt (die Vorträge des Kolloquiums sind ab Herbst
erhältlich). Danach wurde in zwei Eucharistiefeiern des
freudigen Anlasses gedacht: Am Samstag, den 15. Jänner 2005
— dem eigentlichen Gründungstag — wurde eine hl. Messe zur
Danksagung für die gesamte karmelitanische Familie gefeiert.
Zahlreiche Priester, Freunde, Wohltäter und Bekannte nahmen
an dieser Eucharistiefeier teil, der unser Generaldefinitor
P. Robert Pul vorstand. Tags darauf fand nochmals eine
feierliche Eucharistiefeier statt, unter Vorsitz unseres
Diözesanbischofs, Mgr Jean-Yves Riocreux. Diese hl. Messe
wurde zugleich durch den Radiosender „France-Culture“
übertragen. Unser Kloster in Pontoise ist das erste Kloster
des Ordens in Frankreich sowie die erste Kirche Frankreichs,
die unter dem Patronat des hl. Joseph stehen. Anlässlich des
Jubiläums sind im Museum von Tavet-Delacour (
http://monsieursanchez.over‑blog.com/article‑54421.html
) zahlreiche Exponate unseres Klosters zur Ansicht
ausgestellt. Tavet Delacour ist die altehrwürdige Residenz
des Großvikars, der seinerzeit die Karmeltinnen empfangen
hatte, die unter der Führung von Anna von Jesus nach Paris
gekommen waren. Die sel. Anna v. hl. Bartholomäus war die
erste Priorin unseres Klosters. Die Reliquien der Madame
Acarie, (Marie de l’Incarnation) sind bis heute aufbewahrt (
http://www.madame‑acarie.org/ ). Abschließend
möchten wir auf die baldige Veröffentlichung des zweiten
Bandes der Geschichte des Karmels von Pontoise hinweisen: (
http://www.carmel.asso.fr/famille/moniale/pontoise/95300.shtml
).
O
C D S
MONTPELLIER:
150-jähriges Jubiläum der Gemeinschaft
Die
Theresianische Karmel-Gemeinschaft „Béthanie“ in Montpellier
(Frankreich) feierte am 23. Jänner 2005 ihr 150-jähriges
Bestandsjubiläum. Aus der Gründungsgemeinschaft entstanden
in den Jahren weitere drei Gemeinschaften (Sainte Famille,
N.-D. du Sourire und Saint Jean de la Croix). Der
Eucharistiefeier stand P. Jean-Joseph-Marie Bergara
(Provinzial von Avignon-Aquitaine) vor, und die Predigt
hielt P. François Dominique Lambert (Provinzdelegierter für
die Theresianischen Karmel-Gemeinschaften in Südfrankreich).
Am Nachmittag fand noch ein Vortrag von Gérard Vesco
(Präsident der Assoziation) statt.
UNSERE HEILIGEN
BRUDER LORENZ
VON DER AUFERSTEHUNG
Bezüglich der Person des karmelitanischen Mystikers Bruder
Lorenz von der Auferstehung (Nikolaus Herman) ist ein
steigendes Interesse zu beobachten. Anlässlich seines 300.
Todestages (1991) veröffentlichte der flämische Karmelit, P.
Conrad de Messter eine kritische Ausgabe der Schriften
dieses Laienbruders und Koches im Konvent von Paris.
Die Ecrits et
entretiens sur la pratique de la présence de Dieu
erschienen im bekannten Verlag von „Cerf.“.
Zahlreiche
Übersetzungen in verschiedene Sprachen folgten (Deutsche
Übersetzung von Sr. Ancilla Karl OCD und P. Antonio Sagardoy
OCD, Verlag Christliche Innerlichkeit). Auf Italienisch
wurde soeben — der Osservatore Romano berichtete
darüber in seiner Ausgabe vom 27. Jänner 2005 — die
Übersetzung der „Mystischen Texte“ veröffentlicht.