Zwei karmelitanische Treffen in Lateinamerikaa
In den nächsten zwei Monaten sind zwei karmelitanische
Veranstaltungen organisiert. Beide finden in Lima (Peru)
statt. Das erste Treffen gilt den Pfarrern der CICLA (Conferencia
Internacional de Carmelitas Latinos de América) und wird vom
1.-7. Mai stattfinden. Sinn dieses Treffens ist eine
Fortsetzung und Vertiefung des ersten Weltkongresses für die
Karmelitenpfarren (2.-9. Mai 2001 in Villa de Leyva,
Kolumbien) zum Thema “Testigos de la experiencia de Dios”
(“Zeugen der Erfahrung Gottes”.) Als Frucht der
gemeinsamen Reflexionen entstand eine Botschaft an die
karmelitanischen Pfarren (46 Acta OCD (2001) 129-146).
Beim kommenden Treffen in Lima möchte man das Thema der
karmelitanischen Pfarre vertiefen und in ihrem konkreten
lateinamerikanischen Kontext reflektieren.
Ebenfalls in Lima ist vom 25.-29. Oktober dieses Jahres ein
Kongress über die Karmelregel als Vorbereitung auf das 800
Jahrjubiläum derselben geplant. Die beiden Generalkruien
O.Carm und OCD haben bei ihrer ordentlichen Sitzung im Mai
2005 die neuen Statuten der ACARAL (= Asociación
de Carmelitas de América
Latina) approbiert, die sich als Nachfolgerin
der frühren “gemischten Kommission” der beiden Karmelzweige
in Lateinamerika versteht. Die Vereinigung ACARAL versucht
in jedem Triennium einen Kongress von gemeinsamen Interessen
beider Zweige zu organisieren.
Zu diesem Kongress sind alle Mitglieder der Karmelfamilie
beider Ordenszweige eingeladen. Mehr Information über die
inhaltlichen Themen sowie zum Vorbereitugnsmaterial finden
Sie unter: 1)
www.comisionmixta.org, 2)
http://groups.msn.com/ciclaocd.
Das Regionalvikariat “San Martín de Porres” in Peru wird
durch die Provinz Navarra (Spanien) unterstützt und zählt 9
Klöster der Patres und 19 Klöster unserer Klausurschwestern.
P. Nilo Geagea
Ein altehrwürdiger Mariologe
Im 98.
Lebensjahr entschlief P. Nilo Geagea im
Frieden des Herrn.
Die Jungfrau Maria, die er so sehr geliebt und verehrt hatte,
kam, um ihm am 11. Jänner dieses Jahres mit sich zu nehmen.
Youssef Taraya Geagea wurde am 21. Februar 1908 in Bécharré
(Bicherri), Tripolis (Líbanon) geboren. Als Nilo vom hl.
Brocard legte er am 21. Februar 1925 seine Peofess in Bresia
(Italien) ab und gehörte somit der Ordensprovinz von Venedig
an. 1928 begann er seine theologischen Studien im
Internationalen Kolleg in Rom. 1932 wurde er zum Priester
geweiht. 1932. Im Libanon, seiner Heimat, war er Professor
im kleinen Seminar sowie im Theologat. 1938 wurde er als
Professor an unserer theologische Fakultät nach Rom
berufen. Als Student der Gregoriana erlangte er 1943 das
Doktorat in Theologie, 1946 jenes in Philosophie und 1948
das dritte in italienischer Literatur. 1951 erfolgte die
Ernennung zum stellvertretenden Ordinarius der Päpstlichen
Marianisch-internationalen Akademie.
1954 kehrte er in seine libanesische Heimat zurück, wo er
als Oberer, Novizenmeister und Studentenmagister sowie als
Provinzvikar wirkte. Ab 1963 nahm er als Theologe des Msgr.
Tarcisio Benedetti OCD (Bischof von Lodi) am Zweiten
Vatikanischen Konzil teil. 1981 wechselte er in die römische
Ordensprovinz, und ab diesem Zeitpunkt weilte er
ununterbrochen 25 Jahre lang in unserem Kloster am Berg
Karmel in Haifa.
Als bekannter Mraiologe verfasste P. Nilo mehr als 100
Artikeln zu theologischen Themen. Er war ein unermüdlicher
Schriftsteller und Forscher.
Von seinen bekanntesten Büchern seien folgende genannt: 1)
María en el mensaje coránico (1984); 2) María,
Madre y Decoro del Carmelo (1988); 3) Una devoción
ecuménica. La Virgen del Carmen (1990); 4) Textos
marianos (1996); 5) La espiritualidad mariana del
Carmelo (1997). Vor seinem Tod hatter er noch an einem
Buch über das Karmelskapulier gearbeitet, welches posthum
erscheinen wird. Bemerkenswert ist auch seine Untersuchung
zum Thema “Demonio y vida espiritual”(“Dämon und
geistliches Leben”) in den Werken des hl. Johannes vom
Kreuz (Sanjuanistica, Roma 1943, 135-223).
Seine Schriften zeichnen sich aus durch eine Kenntnis der
mittelalterlichen Primärliteratur und seinen klaren Stil in
der Ausführung der zu behandelnden Thematik.
Am 25. September 2005 feierte P. Nilo sein 80-jähriges
Professjubiläum. Unser Pater General Luis Arostegui schrieb
ihm zu diesem Anlass einen Glückwunschbrief.
Spiritualitätswoche über die sel. Elisabeth v. d.
Dreifaltigkeit
Anlässlich des Gedenkjahres zum 100. Todestag der seligen
Elisabeth von der Dreifaltigkeit (1906-2006) ist die 47.
Spiritualitätswoche am Teresianum in Rom (5.-9, März 2006)
dem Leben und der geistlichen Lehre dieser seligen
Karmelitin aus Dijon gewidmet. Thema der Vortärge und
Reflexionen ist: “Auf dem Weg zur Innerlichkeit mit der
seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit". Die
Referenten sind: 1) Prof. Valerio Albisetti: Durst nach
Innerlichkeit in der heutigen Welt.; 2) P. Jesús
Castellano OCD: Sich Gott in allen Dimensionen öffnen;
3) P. Conrad de Meester OCD: Elisabeth von der
Dreifaltigkeit. Ein Leben der Liebe zur Ehre der
Dreifaltigkeit und für die Kirche; 4) P. Virgilio
Pasquetto OCD: Berufung zur Innerlichkeit nach den
Zeugnissen der Evangelien; 5) P. Roberto Fornara OCD:
“Nicht mehr ich lebe.... “ Der hl. Apostel Paulus als
Wegweiser zur Innerlichkeit; 6) María Campatelli: Die
Liturgie in der Liturgie; 7) Gabriele Ferlisi OAD:
Der hl. Augustinus. Ein Leben der Innerlichkeit. “Zurück,
zurück zum Herzen”; 8) Marisa Bisi: Erziehung zur
Innerlichkeit; 9) Dr. Luigi Accattoli: Die
Innerlichkeit leben inmitten der Welt;10) P. Antonio Mª
Sicari OCD: Ekklesialer Dynamismus aufgrund
kontemplativer Erfahrung.
Die einzelnen Vorträge werden zuerst in der Zeitschrift “Vita
Spirituale” der römischen Ordensprovinz und dann in
einem eigenen Band in der Reihe “Fiamma viva” des
Teresianums veröffentlicht werden.
Auszeichnung für einen Missionar
P. Marcelino Claudio vom hlgst. Herzen Jesu (Forcellini)
wurde am 6. Dezember 1930 in Paris geboren und gehörte als
Karmelit der Provinz von Rom an. Als eine Besonderheit
gilt die Tatsache, dass er der einzige Karmelit mit
Staatsbürgerschaft von der Republik San Marino war... P.
Marcellino war 1968 bei der ersten Expedition der römischen
Provinz in den Kongo dabei und war dann ohne Unterbrechungen
38 Jahre in der Mission. Gegenwärtig ist er einer der beiden
einzigen ausländischen Missionare im Kongo. Zu seinen
Gründungen zählen die Klöster in Kananga-Mont Carmel,
Kinshasa, Bukavu und Lubumbashi. Er war sowohl
Generaldelegat als auch Novizenmeister. Außerdem arbeitete
er im sozialen Bereich und nahm sich den Bedürfnissen der
notleidenden Bevölerung an. So gründete er vor einigen
Jahren die Tagesheimschule in Lubumbashi. Gegenwärtig ist er
Prior in Kananga-Mont Carmel.
Große Überraschung bereitete ihm die Veleihung des
“Premio San Marino 2005”, ein Preis, der ihm von einer
Bank verliehen wurde. Dieser Preis wurde zum ersten Mal
verliehen und hat als Ziel, Bewohner von San Marino
auszuzeichen, die sich auf besondere Weise in
verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen engagieren und
so auch den Namen der Republik San Marino in Ehren halten.
Die Überreichung des Preises wird im März dieses Jahres
erfolgen.
Zwei Anlässe zum Gedenken an die seligen Märtyrinnen von
Compiègne
Anlässlich des 100. Jahrestages der Seligsprechung der 16
Karmelitinnen-Märtyrerinnen von Compiègne (1906 -27
Mai - 2006) sind Gedenkfeiern in Vorbereitung. Es war der
damalige hl. Papst Pius X., der diese Karmelitinnen zu Ehren
der Altäre erhob. Diese Gruppe von Schwestern erlitt in den
Wirren der Französischen Revolution am 17. Juli 1794 das
Martyrium. Bis zum heutigen Tag ist das Andenken an diese
Karmelitinnen lebendig, wozu die Novelle von Gertrud von Le
Fort, “Die letzte am Schafott” sowie das Buch “Dialog von
Karmelitinnen” des berühmten Schriftstellers Georges
Bernanos nicht geringen Anteil hat. Beide Werke wurden
außerdem im Theater, im Kino und in Form von Musical
verarbeitet. In Frankreich bemüht sich die Vereinigung
“Freunde der Seligen Karmelitinnen von Compiègne” in
Form einer gleichnamigen Zeitschrift um die Wahchhaltung der
Erinnerung an diese Blutzeugen.
Ein zweiter Anlass zum Gedenken ist das 50 Jahrjubiläum der
Uraufführung der Oper “Dialog der Karmelitinnen” (1957-2007)
von Francis Poulenc (1899-1962) an der Mailänder Scala.
Wir vergessen den Irak nicht
Gewiss, wir haben uns mittlerweile an die andauernden
Schreckensmeldungen aus dem Irak schon irgendwie gewöhnt,
doch vergessen wir dabei nicht auf unsere drei
Karmelitenmitbrüder in diesem Land (zwei davon Spanier) und
ihren sechs Novizen. Sie erleben Tag für Tag die Nöte des
Krieges und teilen mit der Bevölkerung die Sehnsucht nach
baldigem Frieden. Sie richten sich ein, ohne zu wissen, ob
sie am nächsten Tag noch leben werden, denn allzu oft und zu
nahe sind die ständigen Bombenanschläge und
Selbstmordattacken. Nach wie vor residiert der lateinische
Erzbischof, Msgr. Jean Benjamín Sleiman OCD in der
irakischen Hauptastadt Bagdad; zugleich ist er auch der
Präsident der irakischen Caritas. Vor kurzem hat er
der italienischen Zeitung “Tracce” (Mailand, Jänner 2006,
SS. 104-107) ein sehr erschütterndes Interview gegeben,
worin er auf die äußerst schwierige politisch-soziale Lage
im kriegsgezeichneten Irak hinweist – eine Situtation unter
der auch die 250 000 Katholiken im Land sehr zu leiden haben.