INHALT
- Treffen der CICLA von Brüdern und
Schwestern Lateinamerikas
- Gedenkjahr des hl. Pater Raphael vom
hl. Josef (Kalinowski)
- Hundertjahrfeier zu Ehren der seligen
Elisabeth v.d. Dreifaltigkeit in Indien
- Erneut nächtlicher Überfall auf die
Karmelitinnen in Grand Bassam
- Ergreifende Begräbnisfeier in Logbakro
Treffen der CICLA von Brüdern und Schwestern im Süden
Lateinamerikas
Das Treffen fand vom 13.-17. November 2006 in Mar de
Plata (Argentinien) statt. Zentrales Thema war die
Ausbildung. Insgesamt nahmen 28 Brüder und Schwestern
als Vertreter der Karmelgemeinschaften von Chile,
Paraguay, Brasilien, Uruguay und Argentinien daran teil.
Dazu kamen noch P. Nicolás García (zuständiger Definitor
für Lateinamerika) und P. Ulrich Dohban (Sekretär für
die Karmelitinnen). Verantwortlich für die Konferenzen
war P. José Mª Arnáiz SM, ein Experte im Bereich der
Fragen zum Ordensleben. Die gemeinsamen Tage waren von
inniger Erfahrung der Brüderlichkeit geprägt, und es
zeigte sich, dass der Karmel an der Südspitze
Südamerikas langsam ein eigenes Profil entwickelt. An
diesem Treffen nahm auch Mutter Giuseppina, die
Präsidentin der vier Karmelitinneklöster des Heiligen
Landes teil. Sie kam nach Argentinien, um die Nöte ihrer
Assoziation darzulegen.
Während des Treffens wurde eine betende und
reflektierende Teilnahme beschlossen, deren Beitrag der
V. Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas
(CELAM) überbracht wird. Diese wird kommenden Mai in
Brasilien stattfinden, und Papst Benedikt XVI. hat
bereits seine Teilnahme zugesagt.
Gedenkjahr des hl. Pater Raphael Kalinowski
1907-2007
Zusammen mit dem hundertsten Todestag der seligen
Elisabeth von der Dreifaltigkeit feiert der Orden ein
anderes wichtiges Gedenkjahr. Am 15. November 1907
verstarb der heilige Raphael Kalinowski (vom hl. Josef)
im Kloster von Wadowice. Dank seines Bemühens konnte der
Karmel in Polen nach schwierigen Zeiten wieder erblühen.
Am 16. Juli 2006 kündeten die beiden Provinzile von
Krakau und Warschau ein Gedenkjahr anlässlich des 100.
Todestages von Pater Kalinowski an. “Dieses Gedenkjahr –
so schreiben sie – bewegt uns, das geistliche Erbe im
Leben dieses heiligen Mitbruders und besonders seine
geistliche Botschaft zu überdenken”. In der Botschaft
der bischöflichen Kommission Polens anlässlich des Tages
des Gottgeweihten Lebens (2. Februar) wurde ausdrücklich
auf den Beitrag des heiligen Karmeliten hingewiesen. Im
Brief der beiden Provinziäle wird die Frage gestellt:
“Welches sind die Perlen des Evangeliums, welche im
heiligen Pater Raphael verborgen sind?” Nach einem Blick
auf sein Leben wird folgende Antwort darauf gegeben: Der
Geist der Versöhnung; das treue und für die Bedürfnisse
der Zeit offene Herz; die Aufmerksamkeit für die
Jugendlichen, der Mut angesichts von Schwierigkeiten; …
Die Provinziäle schreibenn, dass für dieses Gedenkjahr
ein eigenes Prgramm entworfen wird, welches liturgische
Feiern, Kongresse und kulturelle Beiträge umfasst. Der
Auftakt zum Gedenkjahr fand am 21. Jänner im Kloster von
Czerna statt, wo sich das Grab des Heiligen befindet.
Ebenfalls in Czerna wird am 21. Juli eine weitere große
Feier stattfinden, welcher der Kardinal von Breslau,
Henryk Gulbinowicz, vorstehen wird. Der Abschluss des
Gedenkjahres wird am 7. November in Wadowice, unter dem
Vorsitz unseres Ordensgenerals, P. Luis Aróstegui,
stattfinden. In diesem Zusammenhang sei darauf
verwiesen, dass 13 Jahre nach dem Tod des heiligen Pater
Raphael, im Mai 1920, Papst Johannes Paul II. geboren
wurde. Aus dieser Verbindung heraus hat der Heilige
Vater immer wieder vom “Heiligen aus meiner Stadt”
gesprochen.
Feiern zum Gedenkjahr der seligen Elisabeth von der
Dreifaltigkeit in Indien
Im Spiritualitätszentrum von Ernakulam (Kerala) fand am
Samstag, den 10. Februar die Feier des indischen Karmels
anlässlich des 100. Todestag der seligen Elisabeth von
der Dreifaltigkeit statt. An dieser Feier nahmen die
Provinziäle der fünf indischen Provinzen, die Oberen der
zwei Kommissariate, sowie Vertreter des Stammordens
OCarm., von acht karmelitanischen Kongregationen und der
Teresianischen Karmel-Gemeinschaften teil. Insgesamt
versammelten sich an die 1300 Brüder und Schwestern und
Familiaren des Karmel. Den Vorsitz der Feier hatte unser
Ordensgeneral, P. Luis Aróstegui inne, der sich zur
Visitation in Indien befand.
Am Vormittag gab es zwei Vorträge. P. Gregory D’Souza
sprach zum Thema: “Elisabeth von der Dreifaltigkeit –
Künderin einer trinitarischen Spiritualität”. Danach
referierte P. Augustine Mulloor zum Thema: “Eine
biblische Relektüre der geistlichen Erfahrung und
Perspektive der seligen Elisabeth von der
Dreifaltigkeit”. Zum Abschluss gab es noch ein
Theaterstück über das Leben der seligen Elisabeth,
welches von verschiedenen karmelitanischen
Kongregationen vorbereitet wurde.
Am Ende der Eucharistiefeier, bei der 75 Konzelebranten
mitfeierten, bekannte P. General mit Freude: “In Europa
haben wir schon mehrer Feiern gehabt. Aber eine Feier
dieser Art, unter Beteiligung so vieler Karmeliten und
Karmelitinnen, mit einem akademischen Programm, einer
szenischen Darstellung des Lebens unserer Heiligen, das
habe ich nur in Indien gesehen. Ich gratuliere deshalb
der karmelitanischen Familie für die Organisation des
auf diese Weise so gelungenen Gedenkjahres...”
Erneuter nächtlicher Überfall auf die Karmelitinnen in
Grand Bassam
(Elfenbeinküste)
Es ist nicht allzulange her, als die aus Kolumbien
stammenden Karmelitinnen in Grand Bassam während der
Nacht einen bewaffneten Überfall erleiden mussten. Das
erste Mal geschah es am 15. Juli 2004, danach noch
einmal, und zwar am 19. Jänner 2005. Sie bedrängten die
Priorin und traten auf die anderen Schwestern ein; alle
Schwestern mussten auf den Boden liegen bleiben. Mit der
selben Brutalität wiederholte sich dieser Überfall zum
nunmehr dritten Mal am 15. Jänner. Die Eindringlinge
verlangten nach Geld und gaben sich mit dem, was ihnen
die Priorin gab, nicht zufrieden. Daraufhin durchsuchten
sie, bewaffnet mit Pistolen und Gewehren, die Zellen der
Schwestern. Die Schwestern beteten währenddessen
inständig und sind ganz davon überzeugt, dass es dem hl.
Josef zu verdanken sei, dass ihnen nichts Schlimmeres
zustieß. Die Eindringlinge richteten nochmals ihre
Waffen auf die Schwestern, verließen dann das Haus und
gingen dann mit Komplizen, die inzwischen draußen
gewartet hatten, weg.
Die Kommunität stimmte daraufhin das Magnifikat an. Um 6
Uhr in der Früh sangen die Schwestern die Laudes, noch
ein wenig vom Schrecken der Nacht gezeichnet, aber
dennoch dem Herrn dankend, dass er sie vor soviel Angst
und Lebensgefahr bewahrt hatte. Verständlicherweise
wurden einige der Schwestern traumatisiert und leben in
der Angst, es könnte sich ein solcher Schrecken
wiederholen. Die Angst und die Ungewissheit plagen sie
oft im Schlaf und in ihren Träumen. In diesem Augenblick
leidvoller Prüfung solidarisiert sich der gesamte Orden
mit unseren Karmelitinnen von Grand Bassam, und erbittet
ihnen den teresianischen Mut.
Ergreifende Begräbnisfeier in Logbakro
Zu Weihnachten erhält das Generalat alljährlich
zahlreiche Rundbriefe von den Klöstern der Karmelitinnen,
worin die bedeutenderen Ereignisse des Jahres
zusammengefasst werden. Auf diese Weise lernt man ein
wenig das Leben des Karmel in der Welt kennen. Der
Rundbrief von den Karmelitinnen in Logbakro (Elfenbeinküste)
berichtete vom Tod der Frau Donan. Noch als sie der
animistischen Naturreligion angehörte, schenkte sie ein
Grundstück zur Errichtung eines Karmelitinnenklosters.
Über diese Schenkung war sie ganz glücklich. Einige Tage
vor ihrem Tod bat sie um die Taufe. Ihre (ungetauften)
Kinder wussten von ihrer Beziehung zum Karmel und baten
deshalb um eine Begräbnisfeier mit aufgebahrtem Leichnam
in der Kapelle des Klosters. Dort wurde dann gebetet,
gesungen und mit allem afrikanischen Temperament wurde
schließlich der Leichnam der Wohltäterin verabschiedet.
Diese religiöse Feier, an der auch die Karmelitinnen
teilnahmen, beeindruckte die von Moslems und Animisten
geprägte Umgebung sehr. Nun hofft man auf Früchte...