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News - Nachrichten    << N° 75 >>   15.02.2007
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COMMUNICATIONES N. 75

 

INHALT

 

- Treffen der CICLA von Brüdern und Schwestern Lateinamerikas

- Gedenkjahr des hl. Pater Raphael vom hl. Josef (Kalinowski)

- Hundertjahrfeier zu Ehren der seligen Elisabeth v.d. Dreifaltigkeit in Indien

- Erneut nächtlicher Überfall auf die Karmelitinnen in Grand Bassam

- Ergreifende Begräbnisfeier in Logbakro

  

Treffen der CICLA von Brüdern und Schwestern im Süden Lateinamerikas

 

Das Treffen fand vom 13.-17. November 2006 in Mar de Plata (Argentinien) statt. Zentrales Thema war die Ausbildung. Insgesamt nahmen 28 Brüder und Schwestern als Vertreter der Karmelgemeinschaften von Chile, Paraguay, Brasilien, Uruguay und Argentinien daran teil. Dazu kamen noch P. Nicolás García (zuständiger Definitor für Lateinamerika) und P. Ulrich Dohban (Sekretär für die Karmelitinnen). Verantwortlich für die Konferenzen war P. José Mª Arnáiz SM, ein Experte im Bereich der Fragen zum Ordensleben. Die gemeinsamen Tage waren von inniger Erfahrung der Brüderlichkeit geprägt, und es zeigte sich, dass der Karmel an der Südspitze Südamerikas langsam ein eigenes Profil entwickelt. An diesem Treffen nahm auch Mutter Giuseppina, die Präsidentin der vier Karmelitinneklöster des Heiligen Landes teil. Sie kam nach Argentinien, um die Nöte ihrer Assoziation darzulegen.

Während des Treffens wurde eine betende und reflektierende Teilnahme beschlossen, deren Beitrag der V. Generalversammlung der Bischöfe Lateinamerikas (CELAM) überbracht wird. Diese wird kommenden Mai in Brasilien stattfinden, und Papst Benedikt XVI. hat bereits seine Teilnahme zugesagt.

 

Gedenkjahr des hl. Pater Raphael Kalinowski

1907-2007

 

Zusammen mit dem hundertsten Todestag der seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit feiert der Orden ein anderes wichtiges Gedenkjahr. Am 15. November 1907 verstarb der heilige Raphael Kalinowski (vom hl. Josef) im Kloster von Wadowice. Dank seines Bemühens konnte der Karmel in Polen nach schwierigen Zeiten wieder erblühen. Am 16. Juli 2006 kündeten die beiden Provinzile von Krakau und Warschau ein Gedenkjahr anlässlich des 100. Todestages von Pater Kalinowski an. “Dieses Gedenkjahr – so schreiben sie – bewegt uns, das geistliche Erbe im Leben dieses heiligen Mitbruders und besonders seine geistliche Botschaft zu überdenken”. In der Botschaft der bischöflichen Kommission Polens anlässlich des Tages des Gottgeweihten Lebens (2. Februar) wurde ausdrücklich auf den Beitrag des heiligen Karmeliten hingewiesen. Im Brief der beiden Provinziäle wird die Frage gestellt: “Welches sind die Perlen des Evangeliums, welche im heiligen Pater Raphael verborgen sind?” Nach einem Blick auf sein Leben wird folgende Antwort darauf gegeben: Der Geist der Versöhnung; das treue und für die Bedürfnisse der Zeit offene Herz; die Aufmerksamkeit für die Jugendlichen, der Mut angesichts von Schwierigkeiten; …

Die Provinziäle schreibenn, dass für dieses Gedenkjahr ein eigenes Prgramm entworfen wird, welches liturgische Feiern, Kongresse und kulturelle Beiträge umfasst. Der Auftakt zum Gedenkjahr fand am 21. Jänner im Kloster von Czerna statt, wo sich das Grab des Heiligen befindet. Ebenfalls in Czerna wird am 21. Juli eine weitere große Feier stattfinden, welcher der Kardinal von Breslau, Henryk Gulbinowicz, vorstehen wird. Der Abschluss des Gedenkjahres wird am 7. November in Wadowice, unter dem Vorsitz unseres Ordensgenerals, P. Luis Aróstegui, stattfinden. In diesem Zusammenhang sei darauf verwiesen, dass 13 Jahre nach dem Tod des heiligen Pater Raphael, im Mai 1920, Papst Johannes Paul II. geboren wurde. Aus dieser Verbindung heraus hat der Heilige Vater immer wieder vom “Heiligen aus meiner Stadt” gesprochen.

 

Feiern zum Gedenkjahr der seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit in Indien

 

        Im Spiritualitätszentrum von Ernakulam (Kerala) fand am Samstag, den 10. Februar die Feier des indischen Karmels anlässlich des 100. Todestag der seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit statt. An dieser Feier nahmen die Provinziäle der fünf indischen Provinzen, die Oberen der zwei Kommissariate, sowie Vertreter des Stammordens OCarm., von acht karmelitanischen Kongregationen und der Teresianischen Karmel-Gemeinschaften teil. Insgesamt versammelten sich an die 1300 Brüder und Schwestern und Familiaren des Karmel. Den Vorsitz der Feier hatte unser Ordensgeneral, P. Luis Aróstegui inne, der sich zur Visitation in Indien befand.

        Am Vormittag gab es zwei Vorträge. P. Gregory D’Souza sprach zum Thema: “Elisabeth von der Dreifaltigkeit – Künderin einer trinitarischen Spiritualität”. Danach referierte P. Augustine Mulloor zum Thema: “Eine biblische Relektüre der geistlichen Erfahrung und Perspektive der seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit”. Zum Abschluss gab es noch ein Theaterstück über das Leben der seligen Elisabeth, welches von verschiedenen karmelitanischen Kongregationen vorbereitet wurde.

      Am Ende der Eucharistiefeier, bei der 75 Konzelebranten mitfeierten, bekannte P. General mit Freude: “In Europa haben wir schon mehrer Feiern gehabt. Aber eine Feier dieser Art, unter Beteiligung so vieler Karmeliten und Karmelitinnen, mit einem akademischen Programm, einer szenischen Darstellung des Lebens unserer Heiligen, das habe ich nur in Indien gesehen. Ich gratuliere deshalb der karmelitanischen Familie für die Organisation des auf diese Weise so gelungenen Gedenkjahres...”

 

Erneuter nächtlicher Überfall auf die Karmelitinnen in Grand Bassam

(Elfenbeinküste)

 

Es ist nicht allzulange her, als die aus Kolumbien stammenden Karmelitinnen in Grand Bassam während der Nacht einen bewaffneten Überfall erleiden mussten. Das erste Mal geschah es am 15. Juli 2004, danach noch einmal, und zwar am 19. Jänner 2005. Sie bedrängten die Priorin und traten auf die anderen Schwestern ein; alle Schwestern mussten auf den Boden liegen bleiben. Mit der selben Brutalität wiederholte sich dieser Überfall zum nunmehr dritten Mal am 15. Jänner. Die Eindringlinge verlangten nach Geld und gaben sich mit dem, was ihnen die Priorin gab, nicht zufrieden. Daraufhin durchsuchten sie, bewaffnet mit Pistolen und Gewehren, die Zellen der Schwestern. Die Schwestern beteten währenddessen inständig und sind ganz davon überzeugt, dass es dem hl. Josef zu verdanken sei, dass ihnen nichts Schlimmeres zustieß. Die Eindringlinge richteten nochmals ihre Waffen auf die Schwestern, verließen dann das Haus und gingen dann mit Komplizen, die inzwischen draußen gewartet hatten, weg.

Die Kommunität stimmte daraufhin das Magnifikat an. Um 6 Uhr in der Früh sangen die Schwestern die Laudes, noch ein wenig vom Schrecken der Nacht gezeichnet, aber dennoch dem Herrn dankend, dass er sie vor soviel Angst und Lebensgefahr bewahrt hatte. Verständlicherweise wurden einige der Schwestern traumatisiert und leben in der Angst, es könnte sich ein solcher Schrecken wiederholen. Die Angst und die Ungewissheit plagen sie oft im Schlaf und in ihren Träumen. In diesem Augenblick leidvoller Prüfung solidarisiert sich der gesamte Orden mit unseren Karmelitinnen von Grand Bassam, und erbittet ihnen den teresianischen Mut.

 

Ergreifende Begräbnisfeier in Logbakro

 

Zu Weihnachten erhält das Generalat alljährlich zahlreiche Rundbriefe von den Klöstern der Karmelitinnen, worin die bedeutenderen Ereignisse des Jahres zusammengefasst werden. Auf diese Weise lernt man ein wenig das Leben des Karmel in der Welt kennen. Der Rundbrief von den Karmelitinnen in Logbakro (Elfenbeinküste) berichtete vom Tod der Frau Donan. Noch als sie der animistischen Naturreligion angehörte, schenkte sie ein Grundstück zur Errichtung eines Karmelitinnenklosters. Über diese Schenkung war sie ganz glücklich. Einige Tage vor ihrem Tod bat sie um die Taufe. Ihre (ungetauften) Kinder wussten von ihrer Beziehung zum Karmel und baten deshalb um eine Begräbnisfeier mit aufgebahrtem Leichnam in der Kapelle des Klosters. Dort wurde dann gebetet, gesungen und mit allem afrikanischen Temperament wurde schließlich der Leichnam der Wohltäterin verabschiedet. Diese religiöse Feier, an der auch die Karmelitinnen teilnahmen, beeindruckte die von Moslems und Animisten geprägte Umgebung sehr. Nun hofft man auf Früchte...


     


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Updated 15 feb 2007
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