INHALT
-
Karmelitanisches
Buch
über Küchenrezepte
-
Der
Karmel in
Indonesien
-
Neues
Kloster in
Kambodscha
-
Päpstliche Fakultät “Teresianum”
in Rom
Karmelitanisches
Kochbuch
Als
Teil
der Feierlichkeiten
zum 100.
Jahrestag der Wiedererrichtung Provinz von Katalonien
und Balearen (cf.
Communicationes nº
72, 1.01.2007) wurde auch das Buch “Istrucciò
breu i
útil per los cuiners
principiants
segons
lo estil
dels
carmelitas descalços”
(Kurze und nützliche Anleitung für Kochanfänger im Stile
der Unbeschuhten Karmeliten)
vorgestellt. Es handelt sich hierbei um ein Kochbuch aus
dem 18. Jahrhundert, geschrieben von der Köchin des
Klosters San José in Barcelona, Sr.
Francesc del Santíssim
Sagrament (geboren am 28.
Jänner 1753 in Reus). Das
Buch umfasst 272 Seiten und
wurde von der berühmten Abtei von Montserrat anhand von
zwei Manuskripten der Autorin veröffentlicht.
Dieses Werk
ist
Frucht ihrer
Erfahrung
und
ihres Talentes
als
Köchin.
Dem Buch geht eine Studie über die
karmelitanische Küche voraus,
verfasst von der Archivarin
Mercè Gras. Die aktuelle
Ausgabe wurde von dem Karmeliten
P. Agustì
Borrell aus der Provinz von
Katalonien vorbereitet.
Die Präsentation des Buches fand am 27. Februar auf dem
Markt von San José, inmitten der bekannten „Ramblas
de Barcelona“ statt, wo sich auch das 1586 von P. Juan
de Jesús
Roca gegründete
Karmelitenkloster befindet,
welches bis zur Aufhebung 1836 als solches bestand.
Dieses Klosters besaß eine wichtige Bibliothek, über
dessen Bestand sogar Studien veröffentlicht wurden. Das
Kloster mit der angrenzenden Kirche war ein bedeutendes
Zentrum der Verehrung des hl. Josef, weshalb die
Karmeliten in Barcelona auch
unter dem Namen “Josepets”
bekannt waren.
Der Karmel in Indonesien
Indonesien ist eine Republik im Südosten Asiens und hat
eine Ausdehnung von 1.904.345 km2., verteilt auf mehr
als 17. 000 Inseln. Die rund 238 Millionen Einwohner
setzen sich aus mehr als 300 Volksgruppen zusammen. 85%
der Population ist muslimisch. Die Christen, darunter
vor allem die Protestanten, haben einen Anteil von 5%.
Im Jahr 1982 kamen zwei Karmeliten
aus Provinz von Manjummel
(Indien) nach Indonesien und übernahmen die Pfarre von
Bajawa auf der Insel
Flores. 1984 gründeten sie
das erste Kloster in Bogenga-Bajawa.
1991 wurde das Noviziat eröffnet und ein Jahr später
legte die erste Gruppe von Indonesiern ihre
Profess ab. 1995 erhielt die
Mission den Status einer Provinzdelegation und seit 1999
ist sie ein Regionalvikariat.
Das Haus für die Theologiestudierenden befindet sich in
Yogyakarta, auf der Insel
Java. In Manado, auf der
Insel Sulawesi, wurde ein kleines
marianisches Heiligtum errichtet. Weiters sind
die Mitbrüder in einer Pfarre in Bali und
Sumba tätig. Bevor die
Interessenten ins Noviziat kommen, müssen sie zuvor ein
Jahr als Aspiranten und danach ein Jahr als
Postulanten in der
Gemeinschaft leben.
Anschließend
folgen
vier Jahre
theologischer
Studien.
Während
dieser Zeit
besuchen
sie
auch einen
Kurs zum
Thema
kontextueller Theologie.
Die jungen Karmeliten
pflegen den ökumenischen Dialog mit den Protestanten und
feiern auch gemeinsam mit ihnen Weihnachten. Daneben
gibt es auch Momente des Austausches mit den Moslems,
wobei diese einige Tage in unserem Kloster mit leben und
danach einige von uns ein paar Tage in ihrem “Pesantren”
bzw. moslemischen Ausbildungshaus verbringen. Auf diese
Weise bemühen sie sich, die eigene Existenz in die
religiöse Vielfalt Indonesiens zu integrieren.
In diesem Jahr zählt das Regionalvikariat 11 Aspiranten,
12 Postulanten, 13 Novizen,
28 Studenten der Philosophie und 6 der Theologie. In nur
25 Jahren wuchs die Zahl der Mitglieder auf 49
Professen. Derzeit gibt es in Indonesien 7
Niederlassungen. Von den Karmeliten
wird zudem die Zeitschrift ”Carmelo
membangun
rohani
umat”, eine Zweimonatszeitschrift zu Themen der
Spiritualität, herausgegeben.
1939 wurde das erste
Karmelitinnenkloster von Holland aus in
Lembang-Bandung gegründet.
Es folgten die Klöster in
Kakaskasen (1949), Bajawa
(1953) und Dili-Hera auf
Osttimor (1994).
Das neue
Karmelitinnenkloster in
Kambodscha
Im Jahr 1925 wurde, unter dem Enthusiasmus über die
erfolgte Heiligsprechung der hl.
Thérèse, der Karmel
von Phnom-Penh gegründet. Während des kommunistischen
Regimes der Roten Khmer mussten
die Schwestern jedoch 1975 das Land verlassen und
übersiedelten nach Boussu in
Belgien.
Am
31.
Oktober 2002 besuchte der Bischof von
Aire-sur-l’Adour
(Frankreich) in Begleitung des Generalvikars von
Phnom-Penh das Kloster in Seoul (Korea). Bei dieser
Gelegenheit sprach man auch über die Notwendigkeit einer
kontemplativen Präsenz in Kambodscha. Monate später,
nämlich im Jahr 2003, langte auch das schriftliche
Ansuchen zu einer Gründung ein. Nach eingehenden
Erwägungen innerhalb der Kommunität, besuchten im April
2004 vier Karmelitinnen aus
Seoul die kirchliche Gemeinschaft in Kambodscha. Danach
folgten weitere Diskussionen in der Kommunität.
Schließlich
kamen
am 25.
Juni 2005, nicht zuletzt ermutigt durch unseren Pater
General, fünf Schwestern als Gründerinnen nach
Kambodscha, wo sie in der Nähe vom Flughafen ein Haus
mit Garten mieteten.
Obgleich die Kirche in Kambodscha das 450. Jahr ihres
Bestehens in diesem asiatischen Land feierte, standen
die Schwestern eigentlich vor einem völligen Neuanfang,
was nicht zuletzt auf die Folgen des kommunistischen
Regimes unter Pol-Pot zurückzuführen war.
Seit
1993 wird in
der
Verfassung die
Religionsfreiheit
anerkannt.
Derzeit gibt es in Kambodscha an die 20.000 Katholiken,
von denen aber 70% aus dem Vietnam stammen. Unter den
Priestern gibt es nur 5 Einheimische, die anderen kommen
aus dem Ausland. Trotz allem erfreut sich das
Christentum in Kambodscha eines jährlichen Wachstums.
Durch den großen Einfluss
durch den Buddhismus ist den Kambodschanern eine
Sensibilität für das Kontemplative eigen. Bereits jetzt
interessieren sich einige junge Mädchen für das
Karmelleben. Die
Gemeinschaft der Schwestern unterstützt zwei junge
Mädchen, damit diese ihr Studium beenden können und
unterhalten zudem Kontakte mit drei weiteren
Jugendlichen. Es braucht noch viel Geduld, bis die
Gründungsschwestern aus Korea die Landessprache gut
beherrschen. Für die Zukunft denkt man daran, einige
wichtige karmelitanische
Schriften in die Landessprache zu übersetzen sowie ein
eigenes Kloster zu bauen. Die Diözese hat bereits das
Grundstück gekauft, und die Schwestern errichteten schon
die Klausurmauern um das Grundstück. Doch bis jetzt gibt
es weder Fließwasser noch Strom. Im Land gibt es nur
Sand und Steine, der Rest an Baumaterial
muss aus dem Ausland
beschafft werden.
Aktualisierungen in der Päpstlichen Theologischen
Fakultät “Teresianum” in Rom
Die
Päpstliche
Fakultät
zählt
durch Entscheid
des
Heiligen Stuhls
nunmehr
gänzlich, als
Erbin und
Fortsetzung
des Collegio Teologico
Internazionale, zum “Spazio
Europeo dell’Istruzione Superiore”,
bzw. zum “Processo
di Bologna”.
Mit Optimismus hat man sich dieser Anpassung an die
neuen Herausforderungen universitären Niveaus gestellt.
Blicken wir zurück auf die geschichtliche Entwicklung
hin zu diesem aktuellen Status: Das
Collegio Internazionale
wurde 1935 errichtet und war damals noch ausschließlich
den Mitgliedern des Ordens vorbehalten, mit dem Auftrag,
eine theologisch-wissenschaftliche Ausbildung der
Ordensangehörigen zu ermöglichen.
Nach
Abschluss
ihrer
Studien sollten
dieselben
durch
zusätzliche Spezialstudien
für das
Unterrichten an
ordenseigenen
Studienhäusern
befähigt
werden.
Mit gleicher
Absicht
wurde 1957 das
Institut für
Spiritualität
errichtet,
welches
auf Bitten
des
Heiligen Stuhls 1959
die
Möglichkeit zum
Studium
auch für
Nichtordensangehörige
ermöglichte.
1968 wurde diese Einrichtung in den akademischen Status
der Fakultät integriert.
Durch die Beteiligung am sog. “Processo
di Bologna”, beginnt somit eine dritte
Entwicklungsstufe, auf der es nun gilt, eine
wirkliche universitäre Fakultät zu schaffen. Dies
erfordert eine Öffnung des Angebots auf kulturellem,
wissenschaftlichem und personellem Bereich, was eine
nicht geringe Herausforderung für die Fakultät bedeutet.
Zu diesem Zweck wurden verschiedene Bewertungen auf
interner und externer Basis durchgeführt, um so eine
bessere Darstellung des status
quo zu erzielen. Derzeit ist man bemüht, einen
provisorischen akademischen Plan zu erstellen, um
die Präsentation der eigenen Identität mit seinen
Charakeristika und
Zielsetzungen zu aktualisieren.
Da solch ein Unternehmen nicht wenige sehr moderne
Mittel und Instrumente voraussetzt, hat man sich zur
Gründung der “Associazione ‘Amici
del Teresianum” (Verein der
“Freunde des Teresianums”)
entschlossen, mit dem Ziel, finanzielle Unterstützungen
für bedürftige Studenten zu sammeln sowie das eigene
Apostolat der Fakultät zu garantieren.
Durchschnittlich gibt es alljährlich 400 Studenten am
Teresianum: 55 Studenten des
theologischen Grundkurses, 40 Studenten zu
Spezialstudien in Christlicher Anthropologie, und 170
für Spezialstudien in Spiritualität, 90 im Bereich
Spiritualität-Kultur und 40
im Bereich der Ausbildung zu Geistlicher Begleitung.
Neben diesen formalen Bemühungen besteht die Absicht,
innerhalb der Fakultät ein familiäres Klima zu schaffen
und besondere Akzente auf spirituelle Angebote zu legen,
sodass diese Zeit
wissenschaftlicher Ausbildung auch eine Zeit der Gnade
und des geistlichen Wachstums für die Studierenden
werden kann, ausgehend von den großen geistlichen
Lehrmeistern des Karmel.