Bruder Tito Arimathil
+ 5-04-2007
In
den Morgenstunden des 5. Aprils 2007
(Gründonnerstag) ist der langjährige Pförtner des
Teresianums, Bruder Tito Arimathil an Herzversagen
verstorben. Vielen Generationen von Studenten der
Päpstlichen Fakultät war dieser liebenswürdige
Mitbruder bekannt. Der Tod war völlig überraschend,
nichts deutete zuvor auf irgendein Unwohlbefinden
hin. Am Vormittag dieses Gründonnerstags bereitete
Fra Tito, wie gewohnt, Essenspakete für die Armen
vor, die jeden Donnerstag zur Pforte kommen. Nach
diesem Dienst an den Bedürftigen ging er, wie
gewohnt, in die Kapelle. Nach einiger Zeit des
Gebetes fühlte er sich plötzlich unwohl, lehnte sich
auf die Bank zurück und fiel sofort ins Koma. Obwohl
er sofort mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus
transportiert wurde, konnten die Ärzte nur mehr
seinen Tod feststellen.
Das Requiem fand in Vertretung des abwesenden P.
Generals unter Vorsitz des Generalvikars, P. Zdenko
Krizić statt , der von 72 Konzelebranten und der
Kommunität des Teresianums und der Generalkurie
begleitet wurde. Außerdem erwiesen ihm noch viele
Freunde und Angehörige anderer Ordensgemeisnchaften
diesen letzten Liebesdienst ihrer Teilnahme. Der
Rektor des Teresianums, P. Virgilio Pasquetto,
unterstrich in seiner schönen und ergreifenden
Predigt die Demut und Dienstbereitschaft von Fra
Tito, während P. Vikar in seinem kurzen Schlußwort
auf die Konkretisierung des Ostergeheimnisses in der
Person des Verstorbenen hinwies und seinen
Angehörigen, seinem Heimatland Indien und seiner
Ordensprovinz den Dank des Ordens aussprach. Im
Namen aller Anwesenden ergriff P. Ermanno Toniolo
OSM vom Marianum, der Fra Tito seit über 30 Jahren
kannte, das Wort und wünschte, dass er als der
treue, bescheidene, immer dienstbeflissene und
lächelnde Mitbruder unter uns fortlebe. Mit dem
Rosa Carmeli vertrauten wir unseren Mitbruder zu
seiner letzten Reise zur Gruftkapelle des Ordens im
Campo Santo Verano Maria an, die diesen
vorbildlichen Mitbruderr sicherlich unter ihren
mütterlichen Schutz genommen hat.
Der stets hilfsbereite Mitbruder war Mitglied der
Provinz von Manjummel (Indien). Fra Tito wurde am 8.
Juni 1931 in Vayalar (Kerala) geboren. Seine erste
Profess legte er am 19. März 1959 ab. Am 26.
September 1964 übersiedelte er nach Roma ans
Teresianum, wo er ohne Unterbrechung bis zu seinem
Tod lebte.
Seine erste Aufgabe in Rom war die eines
Mitarbeiters in der Bibliothek. Danach wechselte er
in die Pforte und übernahm auch das Amt des
Sakristans für die Kapelle des Teresianums.
Unvergesslich bleiben sein Lächeln, seine
Hilfsbereitschaft und seine Gewissenhaftigkeit in
der Ausführung der ihm übertragenen Aufgaben.
Dankbar gedenken wir unseres Bruders Tito, der nicht
nur ein gewöhnlicher, sondern ein stets
hilfsbereiter und liebenswürdiger Pförnter war. In
dieser Haltung des Dienens lebte und wirkte er ohne
Unterbrechung 43 Jahre lang in Rom.
Promotion über eine große missionarische
Persönlichkeit
Am 29. März verteidigte der Weltpriester aus der
Diözese Vijayapuram (Kerala-Indien), Antony George
Pattaparambil, in Rom seine Doktorarbeit über einen
großen Karmeliten. Die Promotion fand an der
Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz (dem Opus
Dei gehörig) statt. Thema seiner Arbeit war: “A
study of ‘Viaggio alle Indie Orientali, Roma
1796’ of Paulinus a Sancto Bartholomaeo, ocd
(1748-1806): Towards an ecclesiastical
historiography of Malabar/ Kerala
(1776-1789)” (“Eine Studie über die ‘Reise nach
Ostindien , Rom 1796’ des Paulinus vom Heiligen
Bartholomäus OCD (1748-1806): Versuch einer
Kirchengeschichte von Malabar/Kerala (1776-1789)”.
Gegenstand seiner wissenschaftlichen Untersuchung
ist der berühmte österreichische kroatischstämmige
Karmelit, der als einer der bedeutendsten Indologen
gilt. Seine Werke schrieb er auf Latein,
Italienisch, Französisch, Deutsch, Spanisch,
Portugiesisch, Malayam, Syrisch, Englisch, Tamil,
Sanskrit, etc. Ihm verdanken wir die erste Grammatik
des Sanskrit.
Genannter indischer Priester hat sich in seiner
Doktorarbeit mit dem Werk des Pater Paulinus, “Reise
nach Ostiendien” auseinandergesetzt. Dank dieses
Werkes gilt Pater Paulinus als “Vater der
Kirchengeschichte Indiens”. Genanntes Werk wurde als
Ganzes bzw. in Auszügen sechs Mal herausgegeben und
zwar in fünf verschiedenen Sprachen. Paulinus
beschrieb nicht nur die Geschichte, sondern er
bemühte sich auch um die ursprünglichen Quellen und
konsultierte soweit wie möglich der Materie kundige
Personen.
Die Bewertung der Doktorarbeit war äußerst positiv,
sodass die Prüfungskommission den Rat gab, die
gesamte Arbeit zu veröffentlichen, sowie
anschließend eine Biographie des Pater Paulinus
herauszugeben, aufgrund des großen Interesses, auch
die missionarischen Methoden der Karmeliten in
Indien kennen zu lernen. Darüberhinaus wurde ihm
noch geraten, wenigstens die Korrespondenz des Pater
Paulinus zu veröffentlichen.
Passenderweise wurde in diesen Tagen die
Dokumentation veröffentlicht, welches das kroatische
Fernsehen über diesen historisch so bedeutsamen
kroatischstämmigen Karmeliten auf einer
ausgezeichneten DVD herausgegeben hat. Die Aufnahmen
wurden alle an den historisch relevanten Orten
gedreht: Österreich, Rom (Archiv des Generalats,
Staatsarchiv, Missionsseminar San Pancrazo) und
Indien. In dieser Dokumentation wird daran erinnert,
dass dieser große Wissenschafter “kroatischer
Karmelit aus dem Burgenland (Österreich), Missionar
in Indien, Pionier der Indologie und Vater der
indoeuropäischen Philologie” war.
Eine Dokumentar-DVD über Sr. Cristina Kaufmann
Vor weniger als einem Jahr verstarb die aus der
Schweiz stammende und in Spanien lebende (Mataró)
Unbeschuhte Karmelitin, Sr. Cristina Kaufmann
(1939-2006). Diese 31 Minuten dauernde DVD, mit dem
Titel “Recreando soledades”, bringt ein
bisher unveröffentlichtes Interview der
Verstorbenen, in dem die Unbeschuhte Karmelitin über
ihre Gotteserfahrung, das Schweigen, die Liebe, die
Berufung, die Jugend, die Vergebung, ... spricht.
Diese Aufnahme, welche sogar vor der Spanischen
Bischofskonferenz päsentiert wurde, bezeichnen
Kritiker als “spirituelle Dokumentation”.
Sr. Cristina Kaufmann drückt sich mit Humor,
poetischer Begabung und mit tiefer Einsicht vor der
Karmera aus. Während des Interviews erfolgen immer
wieder symbolische Bildeinspielungen von Wegen,
Türen, Kreuzgängen, etc. Die Karmelitin anwortet
zwar auf Katalanisch, doch wird in Untertiteln die
Übersetzung in verschiedenen Sprachen wiedergegeben.
Diese Dokumentation, welche in Spanien große
Aufmerksamkeit erweckte, ist das Werk der Brüder
Francesc und Joan Grané.
Ein besonders warmherziges Gedenken bereitete die
Zeitschrift “Vida Religiosa” mit einem
Artikel von Severino María Alonso OFM: “Cristina
Kaufmann, Carmelita Descalza. Experiencia y
testimonio” [Cristina Kaufmann, Unbeschuhte
Karmelitin. Erfahrung und Zeugnis”] (Madrid, April
2007, pp. 33-36). Unter anderem schreibt der für
Studien des Ordenslebens berühmte Autor über Sr.
Cristina: “Ihr Schweigen war aufmerksames Hinhören,
Gegenwart Gottes, Gebet; ihre Zurückgezogenheit
lebendige Verbindung und Zusammentreffen …”
Nochmals über den erbaulichen Novizen aus Kamerun:
Fr. Jean-Thierry vom Kinde Jesus und der Passion
Die bekannte italienische Zeitschrift “Testimoni”
aus dem Verlag Dehoniani (Bologna) veröffentlichte
in ihrer Ausgabe vom 31. März dieses Jahres eine
ausführliche Dokumentation über Fr. Jean-Thierry
Ebogo vom Kinde Jesus (+ 6.01.2006). Anlässlich
seines Todes informierte Communicationes (Nr.
53, 15.01.2006) über das Leben dieses
aussergewöhnlichen Novizen aus Kamerun (Mission der
Provinz Lombardei), welcher angesichts des
bevorstehenden Todes seine Profeß früher als geplant
ablegen durfte. In der genannten italienischen
Zeitschrift wird er als “Geschenk Gottes an die
Kirche und den Karmel in Afrika” bezeichnet. Der
Artikel geht auf die Berufungsgeschichte von Fr.
Jean-Thierry sowie auf seine furchtbare Krankheit
ein; aufgrund eines Krebsgeschüres musste ihm am Tag
vor seiner Einkleidung ein Fuß amputiert werden.
Erwähnt werden auch die bewegenden Eindrücke, welche
der junge und schon so kranke Karmelit gegenüber den
Ärzten und dem Pflegepersonal in den italienischen
Spitälern hinterließ. Heiligmäßig verstarb der erst
24jährige Fr. Jean-Thierry am Morgen des 5. Jänner
2006. Seine Leiden und seinen Tod opferte er für den
Karmel in Kamerun und für die Heiligung der
afrikanischen Priester auf.
Internationales Kolloquium in Kinshasa
Das erste Internationale Kolloquium am Teresianum in
Kinshasa (Republik Kongo) fand 1992 anlässlich des
400. Todestages des hl. Johannes vom Kreuz statt.
Thema dieses ersten Kongresses war: “La mystique
africaine” (“Die afrikanische Mystik”). Die
Ergebnisse dieses Kongresses, welche eigens
veröffentlicht wurden, stellen die erste akademische
Auseinandersetzung mit dem Thema der Mystik in
Afrika dar, in Auseinandersetzung mit dem großen
Mystiker des Karmels. Anschließend fanden alle zwei
Jahre derartige Kolloquien statt. Nach sechs Jahren
jedoch wurde dieser Rhytmus unterbrochen.
Vom 6. bis 10. Mai 2007 findet nun das 5.
Internationale Kolloquium unserer Mitbrüder aus der
Generaldelegation des Kongo statt. Thema dieses
Kongresses wird sein: “Der Karmel angesichts der
großen Herausforderungen der Spiritualität in
Afrika”. Zu diesem Thema werden Vorträge von den
besten Theologen Afrikas und unseres Ordens
gehalten. Die Vorträge werden später auf Französisch
veröffentlicht werden. Veranwortlicher Sekretär
dieses Kolloquiums ist P. Valentin Ntumba Kapambu
OCD.