Inhalt:
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Außerordentliches Definitorium und Generalkapitel
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Angliederung von Instituten an unseren Orden
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Das V. Internationale Kolloquium von Kinshasa
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Fra Immacolato Giuseppe di Gesù, Aldo Brienza (1923-1989)
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50. Todestag eines
außergewöhnlichen
Missionars
Außerordentliches Definitorium und Generalkapitel
Bei seiner ordentlichen Sitzung im Mai hat das
Generaldefinitorium des Ordens beschlossen, das zweite
Außerordentliche Definitorium des Sexenniums (das erste
war im Oktober 2005 in Chile), gemeinsam mit den
General-, Provinz- und Regionaloberen vom 10.-18.
September 2008 in Moramanga (Madagaskar) abzuhalten. In
Moramanga befindet sich das zweite Spiritualitätshaus
des Kommisariats von Madagaskar, etwa 100 km von der
Hauptstadt Antananarivo entfernt. Zugleich wurde auch
das Datum für das nächste Generalkapitel festgesetzt:
Dieses wird ab dem 19. April 2009 in unserer “Domus
Carmeli” in Fátima (Portugal) stattfinden. Das
entsprechende Programm wird zu gegebener Zeit mitgeteilt
werden.
Angliederung von Instituten an unseren Orden
Bei der 127. Sitzung des Generaldefinitoriums am 4. Mai
dieses Jahres wurde das Institut der “Aliadas Carmelitas
Descalzas de la Santísima Trinidad” dem Orden
angegliedert.. Der Sitz dieses Insitutes befindet sich
in Aguascalientes (Mexiko). Es wurde am 16. Juli 1986
gegründet und am 4. Mai 2001 erhielt es die Anerkennung
durch den Ortsordinarius. Das Charisma dieses Instituts
besteht in einer besonderen Fürsorge für Waisenkinder,
v.a. was deren Gesundheit betrifft, sowie für arme
Greise, für unheilbar Kranke, für alte und kranke
Priester. Durch ihren fürsorglichen Dienst der
Nächstenliebe verstehen sich die Mitglieder dieses
Instituts als Zeuginnen der trinitarischen Liebe, wobei
sie sich der Anbetung des Eucharistischen Herrn sowie
dem katechetischen Unterricht in den Schulen widmen. Das
Institut zählt derzeit 23 Niederlassungen mit ingesamt
307 Schwestern, 14 Aspirantinnen, 21 Postulantinnen und
49 Novizinnen. Die “Aliadas Carmelitas Descalzas de la
Santísima Trinidad” haben ihre Niederlassungen in Mexiko,
Chile, Argentinien, Spanien, Italien und im Vatikan. Die
Gründerin und gegenwärtige Generaloberin ist Mutter
Martha María Ramírez Mora; der Mitbegründer und
derzeitige Obere des männlichen Zweiges dieses Instituts
ist P. José Antonio Zabalza Gulina.
Bei der 130. Sitzung des Generaldefinitoriums am 6. Mai
2007 wurden ebenso die “Missionary Sisters of St.
Thérèse of Infant Jesus” dem Orden aggregiert. Der Sitz
dieses Instituts befindet sich in Umayanallur,
Quilon-Kerala (Indien). Das Institut begann am 23. Juli
1953, und am 27. Jänner 1959 wurde es zum Institut
bischöflichen Rechts erhoben. Seine Spiritualität
besteht in einer besonderen Verehrung der hl. Thérèse
vom Kinde Jesus, der Muttergottes vom Berge Karmel und
des hl. Josef. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, Christus
inmitten der Menschen real gegenwärtig zu machen, v.a.
unter den Armen und noch nicht Glaubenden, indem sie das
Evangelium durch Verkündigung und Apostolat zu diesen
Menschen bringt. Das Institut besteht derzeit aus 144
Professschwestern in 21 Niederlassungen.
Das V. Internationale Kolloquium in Kinshasa
Die Karmeliten der Demokratischen Republik des Kongo
haben vom 6.-10. Mai 2007 im “Theresianum” von Kinshasa
das 5. Internationale Kolloquium veranstaltet. Thema
dieser Tage war: « Le Carmel face aux défis majeurs
de la spiritualité en Afrique» (“Der Karmel
angesichts der großen Herausforderungen der
Spiritualität in Afrika”). Bei diesem für den Karmel im
Kongo so wichtigen Kolloquium nahmen unter anderem teil:
S.Ex. der Apostolische Nuntius, Msgr. Giovanni
D’Aniello, S. Ex. Msgr. Daniel Nlandu (Apostolischer
Administrator der Erzdiözese Kinshasa), S. Ex. Msgr.
Dominique Bulamatari (Weihbischof von Kinshasa), Rev. P.
Roger Wawa (Vorsitzender der Superiorenkonferenz), Roger
Ngungampimpa (Generaldelegat der Karmeliten in der Dem.
Rep. Des Kongo), sowie zahlreiche Ordensleute, Priester
und Seminaristen.
Die 32 Referenten sind zum großen Teil Professoren an
verschiedenen Universitäten aus unterschiedlichen
Ländern der Welt: Kamerun, Kenya, Italien, USA, Kongo,
etc.
Das Thema dieses Kolloquiums wurde von drei Blickpunkten
her behandelt: 1) die Herausforderungen der
afrikanischen Gesellschaft, 2) die Spiritualität in der
Bibel und den Kulturen, 3) der Karmel in Afrika als ein
stets lebendiges Erbe.
Durch dieses Kolloquium sollte v.a. eines erreicht
werden: « … der Karmel ist heute durch seine
Mitglieder und seinen Freundeskreis kein
ausschließlischer Bereich mehr, gleichsam am Rande der
Welt und der Geschichte. Der Karmel ist inmitten der
Welt, ohne deswegen von der Welt zu sein. In diesem Sinn
bedeutet das geistliche Leben, den Gang der Welt zu
hinterfragen und auf die Herausforderungen Antwort zu
geben, welche der Menschheit gestellt werden... Der
Karmel kann sich diesen Aufgaben keineswegs entziehen
und ihnen gegenüber indifferent bleiben. ». Im
Gegenteil, der Karmel ist gerade dazu aufgefordert, auf
diese Herausforderungen Antwort zu geben.
In diesem Sinn kann man das 5. Internationale
Spiritualitäts-Kolloquium aufgrund der Beiträge der
Referenten als einen Erfolg betrachten. Dabei war es
keineswegs ein ausschließlich theoretischer Zugang zu
den vom Thema gestellten Fragen. Vielmehr war es ein
Schöpfen aus dem Erbe der Vergangenheit für die
Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft der
Spiritualität. Die Kirche in Kinshasa, an der Spitze
deren Ortsbischof sowie andere diözesane
Verantwortliche, haben bei dieser Gelegenheit ihre
Freude über die Präsenz des Karmels zum Ausdruck
gebracht und den Wunsch bekundet, dass gerade die
karmelitanische Spiritualität die Pastoral und das Leben
der Gläubigen prägen möge. Alle Beiträge des Kolloquiums
werden in Buchform veröffentlich werden.
Fra Immacolato Giuseppe di Gesù
Aldo Brienza (1923-1989)
Der Erzbischof von Campobasso (Provinz Molise –
Italien), Msgr. Armando Dini, schloss am 11. Mai (dem
Gedenktag der Ewigen Profess des Dieners Gottes) im Dom
von Campobasso den diözesanen Prozess zur Seligsprechung
ab. Bei dieser feierlichen Handlung waren neben
zahlreichen Gläubigen, Priestern und Ordensleuten auch
der emeritierte Bischof, sowie eine Gruppe von 10
Karmeliten anwesend. Durch diesen kirchlichen Akt ist
ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung
Seligsprechung des Dieners Gottes, Fra Immacolato
Giuseppe di Gesù, welcher als chronisch Kranker 50 Jahre
ans Krankenbett gefesselt war, getan worden. Gerade in
diesem Zustand der Krankheit hat er das Chrarisma
unserer theresianisch-sanjuanistischen Spiritualitä auf
intensive Weise gelebt.
Die Diözese Campobasso (wo es bis dato keine
karmelitanische Niederlassung gibt) erhofft –
entsprechend den Worten des Erzbischofs – “einen
Heiligen zum 100. Jahr ihres Bestehens”. Mit innerer
Bewegung brachte er diesen Wunsch in seiner Predigt zum
Ausdruck. Beeindruckt waren auch die 4 Geschwister des
Dieners Gottes, sowie die anderen noch lebenden
Verwandten und Weggefährten, die ebenfalls im Prozess
ausgesagt haben. Fra Immacolato war ein
außergewöhnlicher Karmelit, der verschiedene Patres
unserer Generalleitung als Begleiter hatte: P. Giovanni
Battista Pozzi (1902-1946), Charles Newell, (1923-)
Ernesto Adami (1911-1992), Isidoro Dante de San Elías
(1927-1978), Valetín Macca de Santa María (1924-1988),
Vicente Belli de San Paulino (1885-1959). Im Archiv des
Generalats geben unzählige Briefe Zeugnis von der
Korrespondenz genannter Patres mit dem Diener Gottes. P.
Valentino Macca etwa bezeugte: “Fra Immacolato werden
wir bald zu den Ehren der Altäre erhoben sehen”. Und der
hl. P. Pio von Pietralcina sagte im Jahr 1953 zu seinen
eigenen Mitbrüdern: “In Campobasso habt ihr einen
Heiligen aus Fleisch und Blut, nämlich den Fra
Immacolato, der beim Bahnhofsplatz wohnt.” Dieser
Heilige des Karmels, dessen Weg der Heiligung sich im
Krankenbett und im Leiden vollzog, und der die
ausdrückliche Angliederung an den Orden durch
päpstlichen Erlass erhielt, ist eine weitere
Überraschung Gottes an die Ordensfamilie der Heiligen
Teresa.
50. Todestag eines außergewöhnlichen Missionars
Am 23. Mai 1957, um halb 4 in der Früh, verstarb in
Indien P. Zacarías Salterain de Santa Teresa aus der
Provinz Navarra. P. Zacarías wurde am 4. November 1887
in seiner baskischen Heimat Abadino (Spanien) geboren.
Als junger Priester kam er 1912 in die Mission nach
Indien. 45 Jahre lang wurde Indien zu seiner neuen
Wahlheimat. Neben seinem Wirken als Lehrer war er
unermüdlich in der Pastoral tätig, um künftige Priester
für ihre Verkündigung des Evangeliums in Gebieten mit
geringer christlicher Präsenz zu formen. Dabei war es
ihm wichtig, dass sie ihr Apostolat entsprechend ihres
kulturellen Hintergrundes durchführten. Dabei machte er
sich die Worte von Papst Leo XIII. zu eigen: “Indien,
deine eigenen Söhne werden dir das Heil bringen.” P.
Zacarías beschäftige sich intensiv mit dem Gedankengut
und den Schriften hinduistischer Tradition. Von 1931 an
verfasste er mehrere Bücher; das letzte aus dem Jahre
1956 trug den Titel: “Outlines of hinduism”.
Dieses Buch wurde auf ausdrücklichen Wunsch der
Indischen Bischofskonferenz zum Handbuch in den
indischen Seminaren. Zeit seines Lebens wurde er wegen
seiner großen Güte gegenüber allen in Not Geratenen
“Zuflucht der Sünder” genannt.
Am 16. März schrieb P. General anlässlich des 50.
Todestages von P. Zacarías eine Grußboschaft für die
Gedenkfeiern in Indien: “P. Zacarías ist eine vom Ruf
der Heiligkeit umwobene Persönlichkeit, aber mit einer
sehr speziellen Note, welche ihn so liebenswert und
inspiriert erscheinen lässt”. Im selben Brief erinnert
Pater General an die Verdienste von P. Zacarías als
Pionier im Bereich der Studien über den Hinduismus,
sowie als Forscher auf dem Gebiet der vergleichenden
Religionswissenschaft und der Philosophie. Vom Jahre
1931 an hatte er bereits ein Gespür für die Bedeutung
des interreligösen Dialogs. In seinem Schreiben
unterstreicht Pater General aber auch die Liebe für
Gerechtigkeit und Frieden, welche P. Zarcarías prägte,
und wodurch er sich auch den sozialen Fragen mit
Begeisterung und Optimismus hingab.
Von 1977 bis 1981 wurden alle Vorbereitungen für den
Seligsprechungsprozess getroffen. P. General wünscht nun,
gemeinsam mit dem indischen Episkopat, die Causa jenes
“herausragenden Sohnes der Heiligen Teresa”
voranzutreiben, “welcher in seinem Leben und in seiner
Denkweise die Grenzen des Karmels und der Kirche
erweitert hat”. In diesem Sinne hat unser Pater General
auch einen Brief an den Präfekten der Kongregation für
die Selig- und Heiligsprechungen geschrieben, mit der
Bitte, soweit es möglich ist, den Prozess fortzusetzen,
“denn ich selbst habe in Indien wiederum auf innige
Weise erlebt, wie dieser Mitbruder von den Bischöfen,
Priestern und in der Priesterausbildung Verantwortlichen
geschätzt und verehrt wird...”
Kürzlich
wurde ein Buch über P. Zacarás auf Italienisch
veröffentlicht, in dem es u.a. heißt: “Aufgrund seines
Studiums sowohl des Christentums als auch des Hinduismus
kann er zweifelsohne als konkretes Beispiel einer
vergleichenden Mystik betrachtet werden.” (AA.VV., “La
Mística, parola per parola. 500 voci dalla A alla
Z”. Edit. Ancora, Roma 2007, p. 375).