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News - Nachrichten    << N° 82 >>   01.06.2007
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COMMUNICATIONES N. 82

 

Inhalt:

 

- Außerordentliches Definitorium und Generalkapitel

- Angliederung von Instituten an unseren Orden

- Das V. Internationale Kolloquium von Kinshasa

- Fra Immacolato Giuseppe di Gesù, Aldo Brienza (1923-1989)

- 50. Todestag eines außergewöhnlichen Missionars

 

Außerordentliches Definitorium und Generalkapitel

 

Bei seiner ordentlichen Sitzung im Mai hat das Generaldefinitorium des Ordens beschlossen, das zweite Außerordentliche Definitorium des Sexenniums (das erste war im Oktober 2005 in Chile), gemeinsam mit den General-, Provinz- und Regionaloberen vom 10.-18. September 2008 in Moramanga (Madagaskar) abzuhalten. In Moramanga befindet sich das zweite Spiritualitätshaus des Kommisariats von Madagaskar, etwa 100 km von der Hauptstadt Antananarivo entfernt. Zugleich wurde auch das Datum für das nächste Generalkapitel festgesetzt: Dieses wird ab dem 19. April 2009 in unserer “Domus Carmeli” in Fátima (Portugal) stattfinden. Das entsprechende Programm wird zu gegebener Zeit mitgeteilt werden.

 

Angliederung von Instituten an unseren Orden

 

Bei der 127. Sitzung des Generaldefinitoriums am 4. Mai dieses Jahres wurde das Institut der “Aliadas Carmelitas Descalzas de la Santísima Trinidad” dem Orden angegliedert.. Der Sitz dieses Insitutes befindet sich in Aguascalientes (Mexiko). Es wurde am 16. Juli 1986 gegründet und am 4. Mai 2001 erhielt es die Anerkennung durch den Ortsordinarius. Das Charisma dieses Instituts besteht in einer besonderen Fürsorge für Waisenkinder, v.a. was deren Gesundheit betrifft, sowie für arme Greise, für unheilbar Kranke, für alte und kranke Priester. Durch ihren fürsorglichen Dienst der Nächstenliebe verstehen sich die Mitglieder dieses Instituts als Zeuginnen der trinitarischen Liebe, wobei sie sich der Anbetung des Eucharistischen Herrn sowie dem katechetischen Unterricht in den Schulen widmen. Das Institut zählt derzeit 23 Niederlassungen mit ingesamt 307 Schwestern, 14 Aspirantinnen, 21 Postulantinnen und 49 Novizinnen. Die “Aliadas Carmelitas Descalzas de la Santísima Trinidad” haben ihre Niederlassungen in Mexiko, Chile, Argentinien, Spanien, Italien und im Vatikan. Die Gründerin und gegenwärtige Generaloberin ist Mutter Martha María Ramírez Mora; der Mitbegründer und derzeitige Obere des männlichen Zweiges dieses Instituts ist P. José Antonio Zabalza Gulina.

Bei der 130. Sitzung des Generaldefinitoriums am 6. Mai 2007 wurden ebenso die “Missionary Sisters of St. Thérèse of Infant Jesus” dem Orden aggregiert. Der Sitz dieses Instituts befindet sich in Umayanallur, Quilon-Kerala (Indien). Das Institut begann am 23. Juli 1953, und am 27. Jänner 1959 wurde es zum Institut bischöflichen Rechts erhoben. Seine Spiritualität besteht in einer besonderen Verehrung der hl. Thérèse vom Kinde Jesus, der Muttergottes vom Berge Karmel und des hl. Josef. Ziel dieser Gemeinschaft ist es, Christus inmitten der Menschen real gegenwärtig zu machen, v.a. unter den Armen und noch nicht Glaubenden, indem sie das Evangelium durch Verkündigung und Apostolat zu diesen Menschen bringt. Das Institut besteht derzeit aus 144 Professschwestern in 21 Niederlassungen.

 

Das V. Internationale Kolloquium in Kinshasa

 

Die Karmeliten der Demokratischen Republik des Kongo haben vom 6.-10. Mai 2007 im “Theresianum” von Kinshasa das 5. Internationale Kolloquium veranstaltet. Thema dieser Tage war: « Le Carmel face aux défis majeurs de la spiritualité en Afrique» (“Der Karmel angesichts der großen Herausforderungen der Spiritualität in Afrika”). Bei diesem für den Karmel im Kongo so wichtigen Kolloquium nahmen unter anderem teil: S.Ex. der Apostolische Nuntius, Msgr. Giovanni D’Aniello, S. Ex. Msgr. Daniel Nlandu (Apostolischer Administrator der Erzdiözese Kinshasa), S. Ex. Msgr. Dominique Bulamatari (Weihbischof von Kinshasa), Rev. P. Roger Wawa (Vorsitzender der Superiorenkonferenz), Roger Ngungampimpa (Generaldelegat der Karmeliten in der Dem. Rep. Des Kongo), sowie zahlreiche Ordensleute, Priester und Seminaristen.

Die 32 Referenten sind zum großen Teil Professoren an verschiedenen Universitäten aus unterschiedlichen Ländern der Welt: Kamerun, Kenya, Italien, USA, Kongo, etc.

Das Thema dieses Kolloquiums wurde von drei Blickpunkten her behandelt: 1) die Herausforderungen der afrikanischen Gesellschaft, 2) die Spiritualität in der Bibel und den Kulturen, 3) der Karmel in Afrika als ein stets lebendiges Erbe.

Durch dieses Kolloquium sollte v.a. eines erreicht werden: « … der Karmel ist heute durch seine Mitglieder und seinen Freundeskreis kein ausschließlischer Bereich mehr, gleichsam am Rande der Welt und der Geschichte. Der Karmel ist inmitten der Welt, ohne deswegen von der Welt zu sein. In diesem Sinn bedeutet das geistliche Leben, den Gang der Welt zu hinterfragen und auf die Herausforderungen Antwort zu geben, welche der Menschheit gestellt werden... Der Karmel kann sich diesen Aufgaben keineswegs entziehen und ihnen gegenüber indifferent bleiben. ». Im Gegenteil, der Karmel ist gerade dazu aufgefordert, auf diese Herausforderungen Antwort zu geben.

In diesem Sinn kann man das 5. Internationale Spiritualitäts-Kolloquium aufgrund der Beiträge der Referenten als einen Erfolg betrachten. Dabei war es keineswegs ein ausschließlich theoretischer Zugang zu den vom Thema gestellten Fragen. Vielmehr war es ein Schöpfen aus dem Erbe der Vergangenheit für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft der Spiritualität. Die Kirche in Kinshasa, an der Spitze deren Ortsbischof sowie andere diözesane Verantwortliche, haben bei dieser Gelegenheit ihre Freude über die Präsenz des Karmels zum Ausdruck gebracht und den Wunsch bekundet, dass gerade die karmelitanische Spiritualität die Pastoral und das Leben der Gläubigen prägen möge. Alle Beiträge des Kolloquiums werden in Buchform veröffentlich werden.        

 

Fra Immacolato Giuseppe di Gesù

Aldo Brienza (1923-1989)

 

Der Erzbischof von Campobasso (Provinz Molise – Italien), Msgr. Armando Dini, schloss am 11. Mai (dem Gedenktag der Ewigen Profess des Dieners Gottes) im Dom von Campobasso den diözesanen Prozess zur Seligsprechung ab. Bei dieser feierlichen Handlung waren neben zahlreichen Gläubigen, Priestern und Ordensleuten auch der emeritierte Bischof, sowie eine Gruppe von 10 Karmeliten anwesend. Durch diesen kirchlichen Akt ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Seligsprechung des Dieners Gottes, Fra Immacolato Giuseppe di Gesù, welcher als chronisch Kranker 50 Jahre ans Krankenbett gefesselt war, getan worden. Gerade in diesem Zustand der Krankheit hat er das Chrarisma unserer theresianisch-sanjuanistischen Spiritualitä auf intensive Weise gelebt.

Die Diözese Campobasso (wo es bis dato keine karmelitanische Niederlassung gibt) erhofft – entsprechend den Worten des Erzbischofs – “einen Heiligen zum 100. Jahr ihres Bestehens”. Mit innerer Bewegung brachte er diesen Wunsch in seiner Predigt zum Ausdruck. Beeindruckt waren auch die 4 Geschwister des Dieners Gottes, sowie die anderen noch lebenden Verwandten und Weggefährten, die ebenfalls im Prozess ausgesagt haben. Fra Immacolato war ein außergewöhnlicher Karmelit, der verschiedene Patres unserer Generalleitung als Begleiter hatte: P. Giovanni Battista Pozzi (1902-1946), Charles Newell, (1923-) Ernesto Adami (1911-1992), Isidoro Dante de San Elías (1927-1978), Valetín Macca de Santa María (1924-1988), Vicente Belli de San Paulino (1885-1959). Im Archiv des Generalats geben unzählige Briefe Zeugnis von der Korrespondenz genannter Patres mit dem Diener Gottes. P. Valentino Macca etwa bezeugte: “Fra Immacolato werden wir bald zu den Ehren der Altäre erhoben sehen”. Und der hl. P. Pio von Pietralcina sagte im Jahr 1953 zu seinen eigenen Mitbrüdern: “In Campobasso habt ihr einen Heiligen aus Fleisch und Blut, nämlich den Fra Immacolato, der beim Bahnhofsplatz wohnt.” Dieser Heilige des Karmels, dessen Weg der Heiligung sich im Krankenbett und im Leiden vollzog, und der die ausdrückliche Angliederung an den Orden durch päpstlichen Erlass erhielt, ist eine weitere Überraschung Gottes an die Ordensfamilie der Heiligen Teresa.

 

50. Todestag eines außergewöhnlichen Missionars

 

Am 23. Mai 1957, um halb 4 in der Früh, verstarb in Indien P. Zacarías Salterain de Santa Teresa aus der Provinz Navarra. P. Zacarías wurde am 4. November 1887 in seiner baskischen Heimat Abadino (Spanien) geboren. Als junger Priester kam er 1912 in die Mission nach Indien. 45 Jahre lang wurde Indien zu seiner neuen Wahlheimat. Neben seinem Wirken als Lehrer war er unermüdlich in der Pastoral tätig, um künftige Priester für ihre Verkündigung des Evangeliums in Gebieten mit geringer christlicher Präsenz zu formen. Dabei war es ihm wichtig, dass sie ihr Apostolat entsprechend ihres kulturellen Hintergrundes durchführten. Dabei machte er sich die Worte von Papst Leo XIII. zu eigen: “Indien, deine eigenen Söhne werden dir das Heil bringen.” P. Zacarías beschäftige sich intensiv mit dem Gedankengut und den Schriften hinduistischer Tradition. Von 1931 an verfasste er mehrere Bücher; das letzte aus dem Jahre 1956 trug den Titel: “Outlines of hinduism”. Dieses Buch wurde auf ausdrücklichen Wunsch der Indischen Bischofskonferenz zum Handbuch in den indischen Seminaren. Zeit seines Lebens wurde er wegen seiner großen Güte gegenüber allen in Not Geratenen “Zuflucht der Sünder” genannt.

Am 16. März schrieb P. General anlässlich des 50. Todestages von P. Zacarías eine Grußboschaft für die Gedenkfeiern in Indien: “P. Zacarías ist eine vom Ruf der Heiligkeit umwobene Persönlichkeit, aber mit einer sehr speziellen Note, welche ihn so liebenswert und inspiriert erscheinen lässt”. Im selben Brief erinnert Pater General an die Verdienste von P. Zacarías als Pionier im Bereich der Studien über den Hinduismus, sowie als Forscher auf dem Gebiet der vergleichenden Religionswissenschaft und der Philosophie. Vom Jahre 1931 an hatte er bereits ein Gespür für die Bedeutung des interreligösen Dialogs. In seinem Schreiben unterstreicht Pater General aber auch die Liebe für Gerechtigkeit und Frieden, welche P. Zarcarías prägte, und wodurch er sich auch den sozialen Fragen mit Begeisterung und Optimismus hingab.

Von 1977 bis 1981 wurden alle Vorbereitungen für den Seligsprechungsprozess getroffen. P. General wünscht nun, gemeinsam mit dem indischen Episkopat, die Causa jenes “herausragenden Sohnes der Heiligen Teresa” voranzutreiben, “welcher in seinem Leben und in seiner Denkweise die Grenzen des Karmels und der Kirche erweitert hat”. In diesem Sinne hat unser Pater General auch einen Brief an den Präfekten der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen geschrieben, mit der Bitte, soweit es möglich ist, den Prozess fortzusetzen, “denn ich selbst habe in Indien wiederum auf innige Weise erlebt, wie dieser Mitbruder von den Bischöfen, Priestern und in der Priesterausbildung Verantwortlichen geschätzt und verehrt wird...”

Kürzlich wurde ein Buch über P. Zacarás auf Italienisch veröffentlicht, in dem es u.a. heißt: “Aufgrund seines Studiums sowohl des Christentums als auch des Hinduismus kann er zweifelsohne als konkretes Beispiel einer vergleichenden Mystik betrachtet werden.” (AA.VV., “La Mística, parola per parola. 500 voci dalla A alla Z”. Edit. Ancora, Roma 2007, p. 375).


     


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Updated 31 mag 2007
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