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News - Nachrichten    << N° 83 >>   15.06.2007
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COMMUNICATIONES N. 83

 

Inhalt

 

- Neueste Meldung aus Bagdad

- Offizielles Urteil über Sr. Lucía , die Seherin von Fatima

- Neue Übersetzung der Werke der hl. Teresa auf Deutsch

- Krönung der “Muttergottes von Gudogaj”

- Das Regional-Vikariat von Tansania

- 50-Jahr-Jubiläum des Karmels in Caracas (Venezuela) 

 

Neueste Medung aus Bagdad

 

Wir wissen uns weiterhin mit unseren Mitbrüdern in Bagdad (Irak) solidarisch im Gebet verbunden. Entsprechend einer Nachricht vom 7. Juni haben wir erfahren, dass die Telefonverbindungen in ihrem Bezirk seit 37 Tagen unterbrochen sind. Auf diese Weise können sie nicht einmal via Internet kommunizieren. Alle 48 Stunden gibt es nur für eine Stunde Strom. Darüber hinaus ist es sehr schwer, Benzin und Gas zu bekommen. Im Schatten hat es derzeit 47° C.

In den letzten Wochen hat sich die Situation noch einmal verschlechtert, sich in eine dramatische ja sogar tragische Situation gewandelt. Denn mehrere terroristische Gruppen haben begonnen, systematisch die Christen zu verfolgen. Nun hat sich bewahrheitet, was unsere Mitbrüder schon seit längerer Zeit vermuteteten: Es besteht offensichtlich der Plan, die Christen zu zwingen, aus dem Süden in den Norden der Stadt zu übersiedeln, um sie dort in einer Art Ghetto einzuzwängen. Das ist auch der Grund, warum am 3. Juni ein Priester und drei Diakone und vor wenigen Tagen ein weiterer Priester ermordet wurden. Die Gewalt und die Verfolgung nehmen von Tag zu Tag zu und wird immer schrecklicher.

In einer Nachricht vom 9. Juni an das Sekretariat für die Missionen unseres Ordens in Rom heißt es: “Der Tod ist bereits etwas Gewöhnliches und Alltägliches. Gestern habe ich selbst einen Freund verloren, der von Terroristen ermordet wurde. Täglich nehmen wir verschiedene Familien auf, die aus ihren Wohnbezirken in Bagdad vertrieben wurden. Über Nacht haben sie alles verloren. Die Terroristen zwingen sie, entweder zum Islam überzutreten oder ihre Töchter führenden Männer zu überlassen oder monatlich pro Person 250 US Dollar fürs Dableiben zu bezahlen – was natürlich für die armen Leute unbezahlbar ist. Wir versuchen, für sie wenigstens eine Unterkunft zu finden. Viele Christen ziehen nach Norden oder verlassen das Land. Viele Priester werden entführt oder kommen ums Leben. Mittlerweise gibt es in Bagdad nur mehr wenige Priester”.

In der Gemeinschaft der Karmeliten in Bagdad gibt es vier Mitbrüder mit einfacher Profess, die ihre Studien im Land nicht mehr fortsetzen können. Wir bemühen uns, für diese schwere Lage eine Lösung zu finden. Der Herr möge ihnen beistehen, damit wir nicht eines Tages eine böse Nachricht erhalten.

Vermehren wir unsere Gebete für unsere Mitbrüder in Bagdad.

 

Offizielles Urteil über Sr. Lucia, die Seherin von Fatima

 

In Zusammenarbeit mit dem Journalisten Giuseppe De Carli hat der Kardinalstaatssekretär, Tarcisio Bertone, ein Buch mit dem Titel “L’ultima veggente di Fatima. I miei colloqui con Suor Lucia” ( “Die letzte Seherin von Fatima. Meine Gespräche mit Sr. Lucia”) im renomierten Verlag Rizzoli (Mailand) publiziert. In Kürze werden Übersetzungen in anderen Sprachen erscheinen. Kardinal Bertone, ehemals unter Kardinal Ratzinger Sekretär der Glaubenskongregation, kannte und veröffentlichte auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. zur festgsetzten Zeit das sog. “Dritte Geheimnis” von Fatima. Aus diesem Grund hatte er mehrere (“offiziell” waren es drei) Unterredungen mit Sr. Lucia, der Unbeschuhten Karmelitin von Coimbra (+ 13.02.2005). Das vorliegende Buch sammelt die Eindrücke und Kommentare über diese Begegnungen mit Sr. Lucia.

In diesem gibt es auch einen flüchtigen Verweis auf P. Jesús Castellano, der “ohne große Korrekturen einzufügen” (S. 47) ein Original von Sr. Lucia gelesen hatte, welches dann für die Veröffentlichung bestimmt war. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es Papst Benedikt XVI. selbst präsentiert. Im Vorwort, welches er selbst verfasst und am 22. Februar dieses Jahres unterzeichnet hat, gibt der Papst ein ungewöhnliches Urteil über die in hohem Alter verstorbene Seherin von Fatima. Er schreibt: “Die Gespräche zwischen der Seherin, der letzten der drei Hirtenkinder, und Ihnen, als dem vom Papst beauftragten Bischof, waren nicht nur eine wichtige Klarstellung über die Glaubwürdigkeit der Ereignisse. Sie waren auch eine Gelegenheit, die reine Frische der Seele von Sr. Lucia kennen zu lernen, sowie die Weisheit ihres Herzens, die typisch war für ihre im festen christlichen Glauben aufgegangene Weiblichkeit. Zudem leuchtet aufgrund der Erfahrung dieser demütigen Schwester die Aufgabe der Jungfrau Maria durch, welche die Christen mit mütterlicher Hand durch die Widerwärtigkeiten des Lebens geleitet...”

Das Buch enthält ausserdem den theologischen Kommentar, welchen der gegenwärtige Papst am 26. Juni 2000 zum Dritten Geheimnis von Fatima verfasst hatte. Darin geht er auch auf das Thema der öffentlichen und privaten Offenbarungen ein. Als Fundament für seine Lehre dient ihm ein Text von Johannes vom Kreuz aus dem “Aufstieg zum Berge Karmel” (2Subida, 22, 3-5). Aufgrund der illustren Autoren, seines Inhalts und seiner Bekräftigungen kann man dieses Buch über Sr. Lucia gleichsam als Vorspann zur Eröffnung des Seligsprechungsprozesses sehen. Der “Osservatore Romano” brachte in seiner Ausgabe vom 6. Juni (S. 5) einen langen Kommentar zu diesem Buch, verfasst vom bekannten Mariologen Stefano de Fiores, welcher besonders die Gestalt der Sr. Lucia hervorhob.

 

Neue Übersetzung der Werke der hl. Teresa in deutscher Sprache

 

Neue Ausgaben und neue Übersetzungen der Schriften der hl. Mutter Teresa von Jesus entstehen ohne Unterbrechung. So wurde erst kürzlich eine neue spanische, vom französischen Hispanisten Joseph Pérez besorgte Ausgabe der Vida veröffentlicht. Auf Deutsch hingegen hielt sich für allzu lange Zeit die fast exklusive Übersetzung von P. Aloysius Alkofer OCD. Die Ausgabe seiner “Sämtliche Schriften der hl. Theresia von Jesu” (1935-1941) erwies sich allmählich als veraltet, unpraktisch wegen des großen Formats der einzelnen Bände und der schwer leserlichen Frakturschrift. Dazwischen gab es einige wenige Ausnahmen, wie etwa die Übersetzung der Moradas (“Die innere Burg”) durch den Protestanten Fritz Vogelsang (Stuttgart 1966), welche jedoch keine allgemeine Anerkennung erhielt. Für interessierte Leser deutscher Sprache gab es somit lange Zeit keinen leichten Zugang zu den Schriften der hl. Teresa.

Aus diesem Grund fassten 2001 P. Ulrich Dobhan und Sr. Elisabeth Peeters den mutigen Entschluss zu einer Neuübersetzung der Werke der hl. Teresa. Inzwischen sind vier Bände im Verlag Herder (Freiburg) erschienen. Jeder einzelne der Bände fand in den verschiedensten karmelitanischen Zeitschriften große Aufmerksamkeit von Seiten der Rezensenten. Jeder Band enthält eine ausgezeichnte Einleitung. In den Fußnoten werden immer wieder die Forschungsergebnisse von P. Tomás Alvarez, Teófanes Egido und von vielen anderen Experten zur Erklärung widergegeben, wodurch der teresianishce Text mehr Klarheit erhält. Mittlerweise hat jeder der vier Bände eine oder mehrere weitere Auflagen erfahren.

Mit der Herausgabe des fünften Bandes (2007), der Fundaciones (“Das Buch der Gründungen”) ── welche zuvor von P. Antonio Sagardoy OCD und Anneliese Reiter (“Klostergründungen”, Wien1998) übersetzt wurden endet die Reihe. Für die Gesamtwerke bleibt noch die Übersetzung der Briefe der Heiligen, welche für die nächste Zukunft geplant ist. Zusammen mit den Werken der hl. Teresa und jenen des hl. Johannes vom Kreuz (2000) haben die Leser deutscher Sprache nun einen erleichterten Zugang zu den Werken unserer Ordenseltern. Die Herausgabe dieser Übersetzungen wurde durch “INTERKARM” ermöglicht, einer Vereinigung aller karmeltanischen Vertretungen im deutschen Sprachraum.

 

Krönung der “Muttgergottes von Gudogaj” (Weißrussland)

 

Der Karmel und die Kirche in Weißrussland bereiten sich auf die Feier eines kirchlichen Feiertages mit nationaler Bedeutung vor. Am 15. Juli wird nämlich das historische Bild “Unserer Frau von Gudogaj” offiziell gekrönt. Die Kronen für die Muttergottes und das Jesuskind wurden bereits am 18. Oktober 2003 vom damaligen Papst Johannes Paul II. im Rahmen einer Audienz gesegnet. Die Kronen wurden mit Juwelen und Perlen geschmückt, welche verschiedene Gläubige spendeten. Die Zeremonie findet unter der Leitung von Kardinal Kazimierz Swiatek, im Beisein unseres Ordensgenerals P. Luis Aróstegui, statt. Das Kloster in Gudogaj wurde 1764 durch die Provinz von Litauen gegründet. Im Zuge der Gründung erhielten die Karmeliten auch das wertvolle Bild der “Jungfrau Maria von der Güte” (Eleousa von Wladimir). Damals bekräftigten die Spender, dass dieses Bild bereits mehr als 100 Jahre in ihrem Besitz gewesen wäre.

Als 1832 der russische Zar Nikolai I. im Zuge einer Begünstigung der orthodoxen Kirche u.a. die Karmeliten vertrieb und sie nach Sibirien deportieren ließ, kam das ehrwürdige Bild in die benachbarte Kirche von Oszmiana, wo es bis 1907 aufbewahrt wurde. 1907 konnte die Kirche von Gudogaj wiederum als Pfarrkirche eröffnet werdem und das Bild wieder dorthin zurückkehren. In vielen Nöten, besonders während der beiden Weltkriege, wurde dieses bekannte Bild der Muttergottes von den Gläubigen sehr verehrt. Nachdem polnische Karmeliten im Jahr 1991 wieder nach Gudogaj zurück gekehrt waren, bemühten sie sich um die Entfaltung der Marienverehrung. In diesem Sinne wird die Muttergottes von Gudogaj als Stern der Neuevangelisierung angerufen und erweist sich als große Hilfe in allen pastoralen Aktivitäten im gesamten Land. Der Impuls zur feierlichen Krönung des Marienbildes erfolgte nach einstimmigen Beschluss der weißrussischen Bischofskonferenz, welche dadurch dem Wunsch zahlreicher Gläubige entsprechen. Der 15. Juli wird somit für den Karmel in Weißrussland ein großer Tag der Freude und ein Zeichen begründeter Hoffnung für die Zukunft.

 

Das Regional-Vikariat von Tansania

 

Die Präsenz des Karmels in diesem Land im Osten Afrikas geht auf das Jahr 1983 zurück. Damals entschloss sich, auf Bitten des Generaldefinitoriums, die Konferenz der Provinziäle Indiens zu einer Gründung in diesem Land. Einige Jahre danach wurde diese neue Mission gänzlich der Provinz von Karnataka-Goa anvertraut, und seit dem 20. März 2002 sind die Niederlassungen in Tansania zu einem Regional-Vikariat zusammengefasst. Derzeit gibt es dort 21 Priester, davon ein Einheimischer, der im Juli 2006 die Priesterweihe erhielt. Insgesamt gibt es sechs Kommunitäten, und neben den Priestern gibt es sechs Studenten, vier Novizen und 2 Postulanten.

Kihonda ist die erste Gründung in Tansania und befindet sich etwa 5km von der der Stadt Morogoro entfernt. Die Kapelle erweist sich für die zahlreichen Gläubigen als viel zu klein. Neben der Aufgabe der geistlichen Sorge für die Bevölkerung unterhalten die Karmeliten auch eine Volksschule. Das Kloster in Malolo-Morogoro wurde 1991 gegründet und ist eine Pfarre mit zwei Grundschulen und einem Spital. Zur Pfarrei gehören noch fünf Filialkirchen außerhalb der Stadt. Ursprünglich gab es in der Pfarre nur 25 Personen; mittlerweile zählt sie mehr als 100 Familien. Das Kloster in Uyole-Mbeya hat die Pfarre zum hl. Jakobus. Im Jahr 2000 wurde in diesem Haus das Noviziat eingerichtet. Ein eigenes Zentrum bemüht sich um die Förderung von Frauen. Am 18. Dezember 2004 wurde eine eigene Schneiderei eröffnet, die Frauen einen Arbeitsplatz ermöglicht.

Am 21. März 2000 übertrug Kardinal Polycarp Pengo dem Orden die Pfarre von Mbezi Louis in Dar es Salam, der Hauptstadt des Landes. Die Pfarre zählt 6.500 Gläubige und unterhält noch sechs Filialkirchen. Zur Pfarre gehört auch eine Grundschule. Am 1. November 2002 wurde in Kola Hills (Morogoro) ein Theologisch-Philosophisches Kolleg eröffnet. Unsere Mitbrüder besuchen das Institut der Salesianer. Die Kommunität gehört zur Pfarre von Kiroka. Am 14. September 2003 wurde die Pfarre von Mpandangindo in Songea eingeweiht.

Tansania ist die erste missionarische Erfahrung der indischen Karmeliten ausserhalb ihres Landes. Im Jahr 2001 gründete die Assoziation der Karmeliten in Indien das erste Kloster in Bunda (Diözese Mosuma).

 

50 Jahre Karmel in Caracas (Venezuela)

 

Am 21. April 2007 haben wir während einer feierlichen hl. Messe der 50 Jahre des weiblichen Karmels in diesem Land von Bolívar gedacht. Dieses Jubiläum ist nicht nur für die Karmelitinnen, sondern für das gesamte kontemplative Leben in diesem Land ein wichtiger Meilenstein. Dieser Karmel nämlich ist der Anfang einer neuen Etappe kontemplativen Lebens in Venezuela, nach der Ära der Exklaustration, welche durch die Gesetzte des Präsidenten Guzmán Blanco verursacht wurde.

Die Geschichte dieses Karmels geht in die Zeit der Kolonialisierung zurück. Im Jahre 1725 gründeten Karmelitinnen aus Mexiko ein Kloster in Caracas, der Hauptstadt von Venezuela. Diese Niederlassung bestand bis zur Exklaustration im Jahre 1873. Dank einiger einheimischer Karmelitinnen, die ausserhalb des Landes in anderen Klöstern ihr kontemplatives Leben führten und mit Hilfe einiger Schwestern aus Klöstern der Provinz von Aragón-Valencia wurde es möglich, 1957 wieder in Venezuela mit einer Neugründung Fuß zu fassen.

Diese kurze Geschichte, geprägt von Gebet, Hingabe und Danksagung, war das Motiv für die Eucharistiefeier, welcher der Weihbischof von Caracas und große Freund des Karmel, Msgr. Nicolás Bermúdez zusammen mit unseren Karmeliten und anderen Priestern, Ordensleuten und Freunde des Karmel feierten. Große Freude bereiteten der Kommunität die Glückwunschschreiben von Pater General, Luis Aróstegui und dem für Lateinamerika zuständigen Generaldefinitor, P. Nicolás García. In dieser Freude und Dankbarkeit möchten sie dem Motto der Jubiläumsfeier treu bleiben: “50 Jahre in Gebet und in Liebe für das Wohl aller” (“50 años amando y orando por el bien de todos”).

Dieses Kloster ist das erste seit des karmelitanischen Neuanfangs in Venezuela; diesem folgten vier Konvente der Brüder und sieben Klöster der Karmelitinnen.

 


     


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Updated 12 giu 2007
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