INHALT
-
Baldige Seligsprechung mehrer Märtyrer aus dem Karmel
-
Neue Karmelitanische Mission
- Die
NGO des Ordens
-
Nochmals über Indonesien
- Die
Provinz von Paris
Baldige Seligsprechung mehrerer Märtyrer aus dem Karmel
Am
kommenden 28. Oktober werden in der römischen Basilika
St. Paul vor den Mauern 498 Märtyrer aus der Zeit des
Spanischen Bürgerkrieges (1936-1939) seliggesprochen. In
einer eigenen Stellungnahme vom 12. Juni präzisierte die
Spanische Bischofskonferenz, dass es sich bei diesen
Opfern nicht um “Märtyrer des Bürgerkrieges”, sondern um
“Märtyrer der religiösen Verfolgung in Spanien” handle.
Bereits in der Vergangenheit gab es Seligsprechungen von
Märtyrern aus dieser Zeit, wie etwa unsere drei
Karmelitinnen aus Guadalajara, welche am 29. März 1987
als erste in dieser Reihe von Märtyrern dieser Epoche
Spaniens seliggesprochen wurden. Für die Zukunft sind
noch weitere Seligsprechungen zu erwarten, sobald die
entsprechenden kanonischen Verfahren abgeschlossen sind.
Die
Gruppe von 498 Märtyreren, welche heuer selig gesprochen
wird, besteht aus 2 Bischöfen, 24 Weltpriestern, 462
Ordensleuten, 1 Diakon, 1 Subdiakon und 7 Laien. Unter
den Ordensleuten sind folgende aus unserem Orden: 1)
Eufrasio del Niño Jesús (1897-1934) aus der Provinz
Burgos, der während der Revolution im Oktober 1934 in
Oviedo ermordet wurde. Des weiteren 16 Mitbrüder aus
Barcelona, die im Juli 1936 das Martyrium erlitten: 2)
Lucas de San José (1872-1936), der bekannte Autor des
Buches “La santidad en el claustro”, einem Kommentar zu
den “Cautelas” des Hl. Johannes vom Kreuz, 3) Jorge de
San José (1889-1936), 4) Jaime de Santa Teresa
(1886-1936), 5) Juan José de Jesús Crucificado
(1911-1936), 6) Romualdo de Santa Catalina (1866-1936),
7) Pedro Tomás de la Virgen del Pilar (1893-1936), aus
der Provinz Aragón-Valencia, 8) Luis Mª de la Merced
(1902-1936), 9) José Mariano de los Ángeles (1912-1936),
10) Marcelo de Santa Ana, (1914-1936), 11) Antonio Mª de
Jesús (1907-1936), 12) Alfonso del Sagrado Corazón de
María (1905-11936), 13) Eduardo del Niño Jesús
(1897-1936), 14) Gabriel de la Anunciación (1908-1936),
15) Joaquín de San José (1914-1936), 16) José Casas Ros
(1916-1936), Seminarist und Cousin von Joaquín de San
José.
Hinzu kommen weitere 16 Märtyrer aus der Provinz von
Kastilien, welche im Juli 1936 in Toledo das Martyrium
erlitten: fünf Priester, acht Professen und drei
Laienbrüder: 17) Eusebio del Niño Jesús (1888-1936), 18)
Nazario del Sagrado Corazón (1901-1936), 19) Pedro José
de los Sagrados Corazones (1861-1936), 20) Ramón de la
Virgen del Carmen (1896-1936), 21) Tirso de Jesús María
(1889-1936), 22) José Agustín del Santísimo Sacramento
(1912-1936), 23) Hermilio de San Eliseo (1913-1936), 24)
Eliseo de Jesús Crucificado (1913-1936), 25) Perfecto de
la Virgen del Carmen (1914-1936), 26) Melchor del Niño
Jesús (1914-1936), 27) Constancio de San José
(1914-1936), 28) Félix de la Virgen del Carmen
(1912-1936), 29) Plácido del Niño Jesús (1912-1936), 30)
José Mª de la Dolorosa (1901-1936), 31) Daniel del Niño
Jesús (1908-1936), 32) Clemente de los Sagrados
Corazones (1911-1936).
Des
weiteren gehören zu dieser
großen Gruppe vier Schwestern der Carmelitas Misioneras:
33) Esperanza de la Cruz, 34) María Refugio de San
Ángelo, 35) Daniela de San Bernabé, 36) Graciela de San
Juan de la Cruz und 37) Apolonia Lizarraga del SS.
Sacramento, eine Karmelitin “de la Caridad” (1867-1936),
Generaloberin ihrer Kongregation, welche das makabreste
Martyrium erlitt, welches man sich nur vorstellen kann.
Die
Spanische Bischofskonferenz verfasste anlässlich der
bevorstehenden Seligsprechung einen Hirtenbrief mit dem
Titel, “Vosotros sois la luz del mundo” (“Ihr seid das
Licht der Welt”), in dem sie jeglichen politischen
Beigeschmack dieser personenmäßig großen Seligsprechung
abweist und einzig das treue Glaubenszeugnis dieser
Märtyrer hervorhebt. Aus dieser Epoche gibt es noch
weitere karmelitanische Märtyrer, deren Prozess in Kürze
abgeschlossen sein wird. Es handelt sich hierbei um die
Gruppe von Märtyrern aus Tarragona und aus der Provinz
von Aragón-Valencia.
Neue karmelitanische Mission in
Chhattisgarh (Indien)
Drei
Priester und zwei Brüder in
Ausbildung aus der Provinz von Tamilnadu evangelisieren
seit einigen Monaten in Chhuhipali. Es handelt sich um
ein Gebiet im Bezirk von Mahasamund, im Bundesstaat von
Chhattisgarh im Norden von Indien. Das Gebiet liegt auf
dem Weg von Mumbai (Bombay) nach Kalkutta (Calcutta),
ca. 175 km von Raipur, der Hauptstadt dieses
Bundesstaates, entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof
befindet sich in Bargarh (Bundesstaat von Orissa), also
etwa 60 km von Chhuhipali entfernt.
Dieses ländlich geprägte Gebiet weist eine hohe
Armutsrate auf. Die Mehrzahl der Einwohner gehört der
Gruppe der “dalits” an, also der untersten
sozialen Schicht Indiens. Viele von ihnen sind sog. “adivasis”,
die in der Ebene und in den Wäldern leben. Da sie
gesellschaftlich als Unberührbare und Unreine betrachtet
werden, werden sie in allen Bereichen des sozialen und
religiösen Lebens diskriminiert. Als Außenseiter der
Gesellschaft leben sie in kleinen Hütten am Rande der
Städte. Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus
gekochtem Reis. Es gehört zum alltäglichen
Erscheingunsbild, dass die verwahlosten Kinder bereits
arbeiten müssen.
Unsere karmelitanischen Missionare leben in einem
bescheidenen Haus, welches ihnen von der Diözese zur
Verfügung gestellt wurde. Sie bemühen sich um die
soziale, ökonomische, kulturelle und religiöse
Entwicklung dieser Bevölkerungsschicht. Zu diesem Zweck
erlernen sie zur Zeit die Sprache dieser Region. Als
notwendigste materielle Erstmaßnahme erweist sich der
Bau von Brunnen, um Trinkwasser zu gewährleisten.
Die NGO des Orden in den Vereinten Nationen
Um
wiederholten Fragen zu diesem Thema eine Antwort zu
geben, wiederholen wir die Information, welche
seinerzeit bereits grundlegend verbreitet wurde. Im
Brief vom 19. März 2001 teilte Paul Hoeffel, der
Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit der UNO,
unserem damaligen Generaloberen, P. Camilo Maccise mit,
dass mit 17. März jenes Jahres unser Orden als eine NGO
(“Non Governmental Organisation”) unter dem exakten
Titel “Order of Discalced Carmelites” registriert
worden ist. Besagtes Schreiben bittet um Mitteilung
unserer Aktivitäten, Initiativen, Veröffentlichungen und
um jegliches Material, das sich auf die NGO bezieht. Im
Gegenzug wird uns die Möglichkeit eröffnet, an allen
Treffen der UNO als Beobachter teilzunehmen. So erhält
z.B. das Sekretariat für die Missionen unseres Ordens
zweimal im Jahr eine derartige Einladung.
Zudem
haben wir das Recht, Informationsmaterial der UNO zu
konsultieren. Genanntes Schreiben präzisiert jedoch,
dass unsere NGO, d.h. der “Order of Discalced
Carmelites”, keine Eingliederung in das System der
UNO darstellt und somit auch nicht deren Privilegien,
Immunitäten und speziellen Statuten teilt. Das genannte
Dokument, welches dem Generaloberen unseres Orden
ausgestellt wurde, muss alljährlich erneuert werden.
Nochmals über Indonesien
Die
Zeitschrift “Flos Carmeli” der Provinz von
Manjummel (Indien) veröffentlicht in seiner neuesten
Ausgabe (April 2007) ein langes und aufschlussreiches
Interview mit P. Ubaldus Ramachankuzhy, einem Missionar
in Indonesien. Wir wollen einige seiner Antworten kurz
wieder bringen:
- Die
Mission von Indonesien erlebt derzeit ein intensives
Aufblühen. Als ich im Jahre 1991 in diese Mission kam,
beschränkte sich unsere Präsenz allein auf die
Niederlassung in Bajawa, in der Diözese von Ende. Um
bestehen zu können bedurfte es die Überwindung
zahlreicher Schwierigkeiten. Nach erfolgreicher
Überwindung derselben erfreuen wir uns nun eines guten
Zustandes. Gegenwärtig haben wir sechs Kommunitäten, von
denen vier kanonisch errichtet sind (Bajawa, Kupang,
Semarang und Sumba). Zur Zeit arbeiten wir in den
Diözesen von Ende, Bali, Kupang, Semarang und Sumba.
Aufgrund unseres Enthusiasmus und unseres
missionarischen Einsatztes gibt es Einladungen von
anderen Diözesen, wie etwa von Sumatra, Bhandu und
anderen Teilen Indonesiens. Wenn wir das stete Wachstum
unserer Mitgliederzahl und auch des missionarischen
Einsatzes betrachten, so können wir unmöglich diese
Angebote zurückweisen. Erwähnenswert scheint uns die
sehr herzliche und anspornende Haltung von Seiten des
Erzbischofs von Ende, der uns neben anderen Zeichen der
Wertschätzung auch ein großes Grundstück überlassen hat,
um in seiner Diözese zu arbeiten.
Es
seien hier noch die statistischen Daten der Mitbrüder
erwähnt, welche uns P. Ubaldus mitteilt: 4 Karmeliten
aus Indien, 19 Patres aus Indonesien, 3
Theologiestudenten, 3 Studenten im pastoralen Jahrgang,
29 Studenten der Philosophie, 11 Novizen und 28
Postulanten. Der Karmel in Indonesien ist eine
Verheißung, die sich nun verwirklicht hat, und das alles
in einem sehr kurzen Zeitraum, nämlich seit 1982.
Die Provinz von Paris
Diese französische Provinz besteht aus vier Kommunitäten
im Norden der Loire, sowie aus der alten Mission in
Bagdad (Irak). Einige der Mitbrüder sind in
Gemeinschaften außerhalb der Provinz tätig, wie z.B. in
Vaux sous Chèvremont (Belgien), im Heiligen Land, und in
Ávila-Rom. Insgesamt gibt es in dieser Provinz 43
Mitbrüder mit Profess. Die Gründung des Konvents in
Paris geht auf das Jahr 1611 zurück. Elf der Mitbrüder
sind in verschiedenen apostolischen Aufgaben tätig. Die
vier Studenten mit eifnacher Profess studieren im
Zentrum “Sèvres” der Jesuiten.
Das Kloster in Avon-Fontenebleau beherbergt ein
Spiritualitätszentrum, das erste des Ordens, nachdem das
bekannte Kollegium aus der Zeit des berühmten Märtyrers,
P. Jacques aufgehoben worden war und dieses 1960 als
geistliches Zentrum seinen Fortbestand hatte. Im Kloster
sind außerdem das Postulantat und das Noviziat
untergebracht. Mit seinen sieben Mitbrüdern leistet die
Kommunität von Lille ihr Apostolat im Dienst der
Universität und der Stadt. Im Konvent sind auch
Räumlichkeiten für die Universitätsstudenten
eingerichtet. Die Kommunität von Lisieux besteht derzeit
aus drei Mitbrüdern und ist offen, Mitbrüder aus anderen
Provinzen des Ordens aufzunehmen. Die Kommunität leistet
verschiedene Dienste in der Aufnahme und Betreuung der
Pilger, die nach Lisieux kommen.
Die Kommunität von Bagdad besteht aus drei Patres (zwei
Iraker und ein Spanier) und vier Mitbrüdern mit
einfacher Profess. In ihrer Kirche “U.L.F. von Fatima”
sind sie direkte Mitarbeiter des aus dem Libanon
stammenden lateinischen Erzbischofs von Bagdad, Msgr.
Jean-Benjamin Sleiman OCD. Die Gründung des Klosters
geht auf das Jahr 1623 zurück.
Im Bereich der Provinz gibt es zwei der vier
Föderationen der Karmelitinnen Frankreichs.
Für weitere Informationen verweisen wir auf die
Internetseite:
www.carmel.asso.fr (Province-de-Paris-des-Carmes).