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News - Nachrichten    << N° 85 >>   15.07.2007
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COMMUNICATIONES N. 85

 

INHALT

 

- Karmelit wird Bischof in Venezuela

- Angriffe von Seiten der Hindus auf Karmeliten in Indien

- Heiligtum der Muttergottes vom Berge Karmel in China gefährdet

- Karmelitanischer Aufschwung in Callao (Peru)

- Sommerpause der Communicationes 

 

KarmELIT WIRD BISCHOF IN VENEZUELA

 

Der “Osservatore Romano” und Radio Vatikan haben am 30. Juni die Ernennung von P. Cástor Oswaldo Azuaje Pérez von der Jungfrau vom Karmel zum Weihbischof von Maracaibo (Venezuela) bekannt gegeben. Msgr. Oswaldo Azuaje wurde am 19. Oktober 1951 in dieser für die Erdölproduktion berühmten Stadt im Schoß einer Familie mit sechs Kindern geboren. Durch die Unbeschuhten Karmelitinnen von Mérida kam er zum Karmel. Sein Noviziat verbrachte er im Desierto de las Palmas (Spanien), da zur damaligen Zeit Venezuela zur Provinz von Aragón-Valencia gehörte. Die erste Profess legte er am 12. Oktober 1968 ab. Nach drei Jahren des Philosophiestudiums absolvierte er ein Jahr der Theologie am Berg Karmel (1971-1972) und die letzten zwei Jahre am Teresianum in Rom (1972-1975). Im Dezemer 1975 wurde er zum Priester geweiht. Die weiterführenden Studien beschloss er 1978 an der Academia Alfonsiana in Rom mit dem Doktorat in Moraltheologie.

Seine erste Aufgabe im Orden war als Ausbildner in Costa Rica, wo er zugleich Sekretär der Superiorenkonferenz und Direktor der theologischen Zeitschrift “Senderos” war. Im Jahr 1984 kehrte er in seine Heimat Venezuela zurück, wo er als Ausbildner, Professor am Seminar “Divina Pastora” und Provinzdelegat der Karmeliten wirkte. Von 1994 bis 1995 besuchte er den Kurs in userem Internationalen Zentrum in Avila. Nach seiner erneuten Rückkehr nach Venezuela war er dort von 1996 bis 1999 Generaldelegat, Novizenmeister, Professor und Spiritual am Seminar von Mérida, sowie Bischofsvikar für die Ordensleute. Seit 2005 war er zum wiederholten Male Generaldelegat unseres Ordens in Venezuela.

In einem persönlichen Schreiben teilte der neue karmelitanische Würdenträger folgendes mit: “Den Orden zu lassen, wo ich Raum und Luft zum leben hatte, ist nicht leicht; im Gegenteil, es ist sogar sehr hart für einen, der zwar ein Sünder ist, wie ich es bin, aber in diesem großen “mütterlichen Schoß” leben durfte und alles vom Teresianischen Karmel erhalten hat...”

Neben dem Spanischen spricht Msgr. Oswaldo Azuaje Englisch, Portugiesisch und Französisch. Sein “Hobby” ist die Musik. Die Bischofsweihe wird am 1. September in Maracaibo statt finden; als Titularsitz wurde ihm Vertara zugewiesen. In seinem bischöflichen Wappen erinnern die drei Sterne sowie der Spruch aus der Karmelregel, “In der Nachfolge Christi leben” (“In obsequio Iesu Christi vivere”) an seine karmelitanische Herkunft.

 

 

ANGRIFFE VON HINDUS AUF KARMELITEN

 

Eine bittere Erfahrung von Hinduextremisten haben unsere Mitbrüder im Kloster von Koteshwar (Provinz Karnataka-Goa) in Indien gemacht. Seit 1998 ist dieses Haus auch Ausbildungskloster. Am Vormittag des 25. Juni, gegen 9.30, begleitete der Obere des Hauses, P. Sylvester Pereira,Fr. Joyson Saldanha und den Aspiranten John Pradeep zum nahe gelegenen Spital. Begleitet wurden die drei vom Koch des Konvents, Herrn Mukunk Bhandary sowie von einem befreundeten Nachbarn, Herrn Valerian D’Silva. Unerwarteterweise stellten sich ihnen plötzlich vier Hinduextremisten in den Weg und beschuldigten die Karmeliten, Zwangsmissionierung zu betreiben. Unsere Mitbrüder und ihre Begleiter wurden dann sogar von den vier Hindus geschlagen. Der Prior wurde am Nacken gepackt, von der Stiege hinuntergezerrt und mit Füßen getreten,und ihm dadurch auch einige Zähne ausgeschlagen. Dank des Einschreitens vom Ortspfarrer, P. AnthonyLobo, und dem örtlichen Polizeiinspektor, Valentin D’Souza, konnten sie aus der Gewalt der Hinduextremisten befreit werden. Dennoch wurden alle zusammen zur Polizeistation in Kundapur gebracht, wobei die Aggressoren immer wieder behaupteten, sie hätten nur eine aktuelle Zwangsbekehrung verhindern wollen. Zwei Stunden lang blieben sie im Polizeigewahrsam, ohne Möglichkeit mit Außenstehenden Kontakt aufzunehmen.

Letztendlich wurde die Gruppe freigelassen, da sie vorgaben, die Identität des Priesters verwecheselt zu haben. Unsere Mitbrüder wurden im Spital von Chinmayi versorgt. Der Anführer dieser kleinen Gruppe, Ramanna Shetty, war nur kurze Zeit in Haft. Die anderen drei wurden ebenfalls ausgeforscht, jedoch nicht verhaftet. Die veranwortlichen Behörden und die Plizei vor Ort haben diesen Vorfall bedauert und zugesagt, der Sache nachzugehen. Der Zwischenfall wurde auch dem Innenministerium von Karnataka gemeldet. Der Provinzial von Karnataka-Goa, P. Dominic Vas, unterstrich, dass die Präsenz und das Apostolat unserer Mitbrüder in dieser Region sehr geschätzt werden.

Der Erzbischof von Gandhinagar und Sekretär der Indischen Bischofskonferenz, Msgr. Stanislaus Fernández, hat diese Gewalttat gegen die Karmeliten und ihre vier Begleiter öffentlich verurteilt. Dem öffentlichen Protest schloß sich auch der Exparlamentarier, Vinaykumar Sorake an, der meinte, “diese Gewalttat erfülle die ganze zivile Gesellschaft mit Schande”. Ebenso bekundete der aktive Parlamentarier, Prathpchandra Shetty, seine Empörung über diesen Vorfall. Die beiden forderten die Polizei auf, der Angelegenheit gründlich nachzugehen. Solidaritätskundgebungen gab es auch in anderen größeren Städten, wie z.B. in Mysore und Mangalore.

Dank verschiedener Nachrichtenagenturen, wie z.B. der “Asia News” und auch durch die Internetsuchmaschine “Google” wurde dieser Vorfall einer breiten internationalen Öffentlichkeit bekannt und bewirkte zahlreiche Kundgebungen gegen Intoleranz und religiösen Extremismus in Indien.

 

 

WALLFAHRTSKIRCHE UNSERER FRAU VOM KARMEL

IN CHINA GEFÄHRDET

 

Ohne die großen Hoffnungen zu schmälern, welche der kürzlich von Papst Benedikt XVI. an alle Katholiken der Volksrepublik China gerichtete Apostolische Brief (unterzeichnet am 27. Mai 2007; veröffentlicht am 30. Juni 2007) erweckte, so trübt doch die folgende Nachricht das weltweite Fest Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel. Die Regierung von Henan hat nämlich beschlossen, durch Sprengung ein altehrwürdiges Heiligtum der Jungfrau vom Karmel zu zerstören. Anfänglich verscuhte man, die Wallfahrten zu dieser Kirche anlässlich des Patroziniums zu verhindern. An dieser Wallfahrt nahmen an die 40-50.000 Gläubige teil. Dieses bekannte Heiligtum befindet sich in Tianjianjin, im Bezirk von Linxian, in der Diözese von Anyang und liegt auf einem Berg mit herrlichem Ausblick auf die weiten Täler. Errichtet wurde diese Kirche 1903 vom Apostolischen Vikar von Nord- Henan, Msgr. Stefano Scarsella, einem Missionar der PIME. Wenige Jahre danach wurde diese neugotische Kirche während des chinesisch-japanischen Krieges zerstört; ein weiteres Mal zerstörten sie die Roten Garden in den 1960er Jahren. Seit 1979 wurden wieder Wallfahrten von den Gläubigen organisiert, die viele Kilometer zu Fuß dorthin pilgern. Die Pilger versammeln sich vor einer Statue Unserer Frau vom Berge Karmel, die noch aus dem ersten Kirchenbau stammt und in einer der Lourdes-Grotte ähnlichen Höhle aufgestellt ist. Heuer beschloss man den Wiederaufbau der Kirche, sowie die Errichtung des großen Kreuzwegs im Freien. Zahlreiche Personen haben diese Idee finanziell unterstützt, indem sie eigene Wertsachen spendeten oder freiwillig mitarbeiteten.

Um den Ernst des Entschlusses deutlich zu machen, nämlich die Wallfahrten zu untersagen, hat die Regierung genau für den 16. Juli ein Militärmanöver mit ca. 700 Soldaten im Bereich des Heiligtums angekündigt. Aus diesem Grund wurde auch die Straße zum Wallfahrtsort abgesperrt. Ein Beschluss vom 14. Mai bezeichnet die Wallfahrten als “illegale religiösen Aktivitäten”.

Es besteht der Verdacht, dass die Regierung mit ihrer Härte das Ziel verfolgt, auf diesem wunderschönen Platz schlussendlich ein Hotel zu errichten. Ein Sprecher von Bürgergruppen drückt dies so aus: “Diese Entscheidung ist ein harter Schlag. Doch wir haben keine Angst und werden weiter uns mühen, um unsere legitimen Rechte zu verteidigen...”

 

 

KARMELITANISCHER AUFSCHWUNG IN Callao (PerU)

 

Am 16. Juli findet das Marianische Jubiläumsjahr, welches zu Ehren der Jungfrau vom Karmel in Callao ausgerufen wurde, seinen Abschluss. Callao befindet sich im westlichen Zentrum des alten Reichs der Azteken. Dort befindet sich auch der Bezirk des Karmels von La Legua-Reynoso, der am 4. Dezember 1964 gegründet worden ist. An dieser Stelle befand sich in früheren Jahrhunderten eine alte Einsiedelei mit einem wundertätigen Bild der Jungfrau vom Karmel aus dem Jahre 1606. Anlässlich des 400-Jahr-Jubiläums dieses Bildes gewährte Papst Benedikt XVI. durch die Apostolische Pönitentiarie (Dekret Prot. N. 338/06/1) die für ein Jubiläumsjahr üblichen Privilegien. Seit dem 14. April 1994 hat die Einsiedelei den Status einer Wallfahrtskirche.

Im Jahr 1901 wurde die Gemeinschaft Unserer Frau vom Karmel ins Leben gerufen. Seit 1923 werden von Seiten der Bruderschaft die alljährlichen Prozessionen anlässlich des Festes am 16. Juli durchgeführt. 1944 wurde die Bruderschaft der Fischer zu Ehren des Bildes gegründet. Die Jungfrau vom Karmel war und ist das Herz relgiösen Lebens in Callao. Vor diesem Bild betete einst Papst Johannes Paul II. anlässlich seines pastoralen Besuchs in Peru im Februar 1985. Das zu Ende gehende Marianische Jubeljahr hat einen deutlichen Zuwachs an Wallfahrten zur Patronin von Callao verzeichnen können. 

 

SOMMErpAUSE DER COMMUNICATIONES

 

Wie jedes Jahr, so werden die Communicationes auch heuer wieder bis 15. September eine Sommerpause haben.

Das Redaktions- und Übersetzungsteam der Communicationes:

- Dámaso Zuazua (Redakteur),

- Isidoro D’Silva und Carlo Dalla Valle (Technik für Internet),

- Agostino Cappelletti, (Übersetzung auf Italienisch),

- George Mangiaracina (vorübergehender Übersetzer auf Englisch),

- Sr. Marie-Claire de la Croix aus dem Karmel in Villefranche de Rouergue, (Übersetzung auf Französisch),

- Michael Obermayr (Übersetzung auf Deutsch),

wünscht dem Orden und der gesamten karmelitanisch-teresianischen Familie ein gesegnetes Fest unserer Mutter und Schwester, der Jungfrau vom Berge Karmel.

      Für außergewöhnlicher oder dringender Nachrichten wird das Team im Bedarfsfall seine Arbeit trotz der Sommerpause aufnehmen.


     


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Updated 12 lug 2007
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