INHALT:
- Neuer OCD Bischof: Mons. Oswaldo Azuaje
(Venezuela)
- Msgr. José Manuel Santos Ascarza de la Santísima
Concepción OCD
- Verlegung des Klosters von Mantin (Malaysia)
- Master und Spezialisation in Mystik und
Humanwissenschaften
- Erster weltweiter Musikwettbewerb zu Themen der
Karmelmystiker
Msgr. Oswaldo Azuaje OCD neuer Weihbischof von Maracaibo
Am Nachmittag des 31. August wurde Msgr. Oswaldo Azuaje
in der Pfarrkirche von San Tarsicio (Erzdiözese
Maracaibo - Venezuela) zum Weihbischof dieser
lateinamerikanischen Metropole geweiht. Während des
Gesangs “Pueblo de reyes, asamblea santa…” erfolgte die
feierliche Prozession zum Einzug in die Kirche: 21
Bischöfe, mehr als 300 Priester, alle venezuelanischen
Karmeliten mit ihren 12 Postulanten, zahlreiche
Mitglieder der Teresianischen Karmelgemeinschaft, und
unzählige Gläubige... Als P. Oswaldo Azuaje die Schwelle
der Kirche überschritt, wurde er mit tosendem Applaus
durch die mitfeiernden Gemeinde begrüßt. Als
Titularkirche wurde dem Neugeweihten die Kirche von
Vertara zugeteilt. Hauptkonsekrator war der Erzbischof
von Maracaibo. Seine Predigt war eine wahre Anthologie (auf
Spanisch nachzulesen unter
http://www.ocd.pcn.net/news/87HOMILIA.pdf ).
Am Ende der dreistündigen Feier richtete der Neugeweihte
Worte des Dankes an die Mitfeiernden und erteilte
abschließend den bischöflichen Segen. Am nächsten Tag
feierte Msgr. Oswaldo einen Gottesdienst für die Familie
des Karmels in der Pfarrkirche San Juan in Maracaibo.
Unser Mitbruder ist bereits der zweite karmelitanische
Bischof Venezuelas nach Msgr. Juan Antonio Viana de la
Virgen del Carmen, der von 1793 bis 1799 Bischof von
Caracas war.
- Msgr. Oswaldo Azuaje: Was schätzen Sie am meisten am
Karmel?
- Seine reiche Spiritualität, welche sich im Leben, im
Zeugnis und in den Schriften von Teresa und Juan geformt
hat. Diese beiden sind die Wurzel dieser Spiritualität
und sind für die anderen Heiligen des Karmel wie
leuchtende Sterne. Diese Spiritualität war mir Nahrung
und Grund zur Freude während der 40 Jahre, die ich im
Karmel bin. Das Gebet und das Leben, verstanden als
Erfahrung Gottes, sind für mich wesentliche Punkte, die
mir auch in meiner neuen Identität und Aufgabe als
Bischof Halt und Orientierung bieten.
- Was war Ihre größte Freude im Leben als Karmelit?
- Gemäß dem Willen Gottes ein kleines Samenkorn für das
Entstehen, Werden und Erstarken des kleinen Karmel in
Venezuela mit seiner eigenen Identität gewesen zu sein.
Somit stehe ich, wenigstens vom historischen Blickpunkt
aus gesehen, am Beginn des Karmels in Venezuela.
Physisch verlasse ich diese Familie in einem glücklichen
Moment intensiven Wachstums, was sich an den zahlreichen
neuen Berufungen zeigt. Ich bitte Gott, er möge diese
Familie des Karmels in Venezuela gemäß seinem Plan
wachsen und stark werden lassen, indem er ihr noch viele
gute und treue Berufungen schenken möge.
- Was erwarten Sie vom Karmel in Ihrer neuen Aufgabe als
Bischof?
- a) Dass mich die Mitbrüder nicht verlassen und meiner
auf ihrem Weg im Karmel gedenken, denn ich bin einer von
ihnen; dass meine Mitbrüder in mir einen Hirten,
Mitbruder und Freund erfahren dürfen. b) Dass sie mich
an den Schätzen der karmelitanischen Spiritualität
teilhaben lassen, denn diese ist für mich weiterhin der
lebensnotwendige Sauerstoff für mein Leben; c) Dass sie
auch in dem, was der Orden von mir erwartet Hilfe
erfahren; d) Dass es nach Möglichkeit einmal ein Treffen
aller Karmelbischöfe geben könnte, um miteinander die
Reichtümer karmeltianischer Spiritualität aus der Sicht
dieses kirchlichen Dienstes als Bischof zu betrachten.
Am kommenden 6. Oktober wird Msgr. Oswaldo unseren
Mitbruder, Fr. Enrique aus der Kommunität von San
Cristóbal (Venezuela) zum Priester weihen.
Msgr. José Manuel Santos Ascarza de la Santísima Concepción
OCD
+ 14.09.2007
Msgr. José Manuel Santos Ascarza ist bereits der zweite
Bischof aus der Provinz Navarra, der in diesem Jahr
verstorben ist. Sein Leben war aussergewöhnlich und
beispielhaft. Er wurde am 2. April 1916 in Llay-Llay
(Chile) geboren und am 7. Dezember 1938 in Rom zum
Priester geweiht. Drei Mal war er Vorsitzender der
Chilenischen Bischofskonferenz. Am Beginn der 1980er
Jahre vertraute er seine Berufung und Sehnsucht nach dem
Karmel dem Regionaloberen bzw. Generaloberen unseres
Ordens in Rom bei einem seiner Aufenthalte an. Als er
schließlich seinen Wunsch auch Papst Johannes Paul II.
anvertraute, antwortete ihm dieser: “Auch ich wollte
Karmelit werden...”. Somit musste er noch das Ende
seiner dritten Amtsperiode als Vorsitzender der
Bischofskonferenz abwarten.
Im Jahr 1989 nahm der Papst schlussendlich seine
Dimission als Erzbischof von Concepción (Chile)
entgegen, und Msgr. José Manuel konnte schließlich in
den Karmel eintreten. Er trat in die Provinz von Navarra
ein und machte sein Noviziat in Calahorra (Spanien), wo
er auch am 24. März 1990 seine Profess ablegte. Seine
Sehnsucht nach dem Karmel resultierte v.a. aus seiner
Bewunderung, die er gegenüber den Mystikern unseres
Ordens hatte, welche er aufgrund intensiver Lektüre gut
kannte.
Nach der Profess kehrte er nach Chile zurück, wo er
Konventuale des Klosters von Santiago und von Viña del
Mar wurde. In diesem Kloster verstarb er auch am
vergangenen 14. September. Sein Leben in der
Gemeinschaft war gekennzeichnet von äußerster
Schlichtheit und Dienstbereitschaft, gepaart mit einem
großen Sinn für Humor. Auch für handwerkliche Arbeiten
zeigte er großes Geschick. Seine pastorale Tätigkeiten
übte er v.a. in der Spendung des Busssakramentes und der
Geistlichen Begleitung sowie in zahlreichen
Exerzitienkursen aus. Als Person von umfassender Kultur
und Bildung, mit großer menschlicher und kirchlicher
Erfahrung, verspürte er die Berufung zum Karmel, weil er
die Notwendigkeit karmelitanischer Spiritualität für
alle Schichten der chilenischen Kirche so tief empfunden
hatte. Eine große Freude bereitete ihm die Tatsache,
dass das Heiligtum zur Hl. Teresa von Los Andes eine so
große internationale Ausstrahlung erlangte.
Das Begräbnis fand in unserer Kirche in Viña del Mar
statt; anschließend wurden die sterblichen Überresten in
der Kathedrale von Concepción beigesetzt.
Verlegung des Klosters von Mantin (Malaysia)
Seit 1982 ist der Karmel von Mantin (Diözese von Kuala
Lumpur) die zweite Niederlassung von Karmelitinnen auf
der malaysischen Halbinsel Malaka. Das erste Kloster
wurde 1948 in Kuching gegründet. Nach 25 Jahren Leben im
Kloster von Mantin wurde der Entschluss zu einer
Umsiedelung nach Seremban gefasst, da das bisherige
Kloster zu eng wurde. Dank der finanziellen
Unterstützung der dortigen Teresianischen
Karmelgemeinschaft und dem Netzwerk an Freunden und
Wohltätern des Karmels konnte dieses öknonmisch große
Projekt realisiert werden. Am 5. August wurde das neue,
Jesus, Maria und Josef geweihte Kloster eingeweiht. Der
feierlichen hl. Messe stand Erzbischof Murphy Nicolás
Pakiam vor.
Erstaunlich ist das Programm zur Vorbereitung auf dieses
einzigartige Fest. Dank des Einsatzes moderner
Kommunikationsmittel stellte die Gemeinschaft
Geschichte, Spiritualität und Leben des Karmel von innen
und außen dar. Weiters wird eine ausgiebige Information
über den Säkularorden geboten. Am Tag vor der
feierlichen Einweihung des neuen Klosters gab es die
Möglichkeit zu einem “Tag der offenen Tür”, um so
Freunden und Wohltätern einen Blick in das Innere des
Klosters zu gewährleisten. Im Vorbereitungsprogramm
waren auch eine Präsentation der Geschichte und
Spiritualität des Karmels durch P. Tom Curran OCD sowie
Momente des Gebetes auf Englisch und Chinesisch
enthalten, welche der Generaldelegat der Karmeliten von
Taiwan und Singapur, P. John Chua OCD, leitete.
Master und Spezialisierung in Mystik und
Humanwissenschaften
Das CITES (= Centro Internacional Teresiano Sanjuanista)
von Avila, welches mittlerweile eine untergeordnete
Einrichtung der städtischen katholischen Universität ist,
kündet eine interdisziplinäre Veranstaltung zur
mystischen Erfahrung an: “Mystik und Humanwissenschaften”.
Ebenfalls wurde das Programm für das Studienjahr
2007-2008 veröffentlicht. Es besteht aus 75 Credits für
den Mastertitel und 60 Credits für den Expertentitel.
Neben den spezifisch karmelitanischen Themen wird auch
ein Kurs im Bereich Geschichte und Lingusitik-Semantik
angeboten. Die mystische Frage wird von verschiedenen
Blickpunkten aus zu beantworten versucht: Vergleichende
Religionswissenschaften, Philosophie, Psychologie,
Anthropologie, Bibel, Mystagogie, Pädagogik, gelebte und
mitgeteilte Erfahrung,... Das Team der karmelitanischen
und nichtkarmelitanischen Professoren und Experten ist
sehr international zusammengesetzt.
Der Kurs in seinem doppelten Angebot (Master und
Spezialisation) eignet sich für Lizenzianten, Doktoren,
Diplomanden in religiösen und humanen Wissenschaften,
für Tätige in der Pastoral, Religionslehrer, Ausbildner,
Priester, Ordenleute, Katecheten,...
Erster Musikwettbewerb über Mystiker des Karmel
Der Teresianische Karmel in Italien wirbt für einen
besonders originellen Musikwettbewerb. Ziel dieser
Veranstaltung ist es, gerade in jenen Ländern, wo die
Schriften der karmelitanischen Heiligen zum
literarischen Nationalerbe gehören, ein neues, nicht nur
religiöses Interesse zu erwecken. Die Teilnehmer müssen
sich in ihren Kompositionen ausschließlich an folgenden
Texten inspirieren: “Llama”, “Nada te turbe”, Texte der
hl. Thérèse, und dem Gedicht, “Wer bist zu süßes Licht”
der hl. Edith Stein.
Teilnahmeberechtigt sind Personen aus der ganzen Welt,
die vor dem Jänner 1985 geboren sind. Die Dauer der
Komposition darf je Kategorie 10 Minuten nicht
überschreiten. Die erste Kategorie sieht eine
Komposition für mehrstimmigen Chor mit Orgelbegleitung
vor (Prämie: 700 €); die zweite Kategorie verlangt eine
Komposition für 4 Stimmen a capella (Prämie: 500 €); die
dritte Kategorie erfordert einen Hymnus für eine oder
mehrere Stimmen, begleitet von Orgel, Gitarre oder Flöte
(Prämie: 400 €); die vierte Kategorie verlangt ein für
die Pastoral oder Evangelisation passendes Werk, das
auch leicht ausgeführt werden kann (Prämie: 300 €).
Einsendeschluss der Kompositionen ist der 31. März 2008;
die erste öffentliche Aufführung wird im darauf
folgenden Juni stattfinden. Für die Bewertung durch die
Jurie sind die Musikalität der Patitur und der Inhalt
der Texte ausschlaggebend. Weitere Informationen gibt es
auf der Seite:
http://www.ocd.it/
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