Indice
- Missionskongress OCD in
Asien
- Karmelitanische Märtyrer
aus Spanien
- Kongress über Elisabeth
von der Dreifaltigkeit in Lateinamerika
- Einweihung des neuen Spiritualitätszentrums in Malawi
- Hl. Thérèse erhält erneut
ein Patronat
Missionskongress
der Unbeschuhten Karmeliten
in Asien
Mangalore
(Indien) 24.-29.
September 2007
Der Orden der Unbeschuhten
Karmeliten organisierte für Asien und Ozeanien
einen “Missionskongress” im
Institut für christlich-indische Spiritualität in
Ranipur (Mangalore/Provinz
Karnata
Goa), an den Ufern des
Netravati. In ihrer Geschichte erzählt die
Diözese von Mangalore vom
großen missionarischen Werk, welches durch die
Karmeliten vollbracht worden
ist. Unter den Ortsbischöfen finden wir im Zeitraum von
1845-1873 sogar drei
Karmelitenpatres als Apostolische Vikare. Dieser
missionarische Hintergrund ließ die Wahl dieses Ortes
gerade als ideal erscheinen. An diesem
Kongress nahmen 35 Obere aus
den vorhin genannten Regionen, sowie die Oberen der
entsprechenden Missionen in diesen Gebieten und auch die
Studenten der Theologie dieser Provinz teil.
Unser Pater General, P. Luis
Aróstegui Gamboa
übernahm den Vorsitz dieses Kongresses. Bei seinem
Eröffnungsreferat rief er den versammelten Mitbrüdern
die Worte des Karmeliten P.
Juan Vicente in Erinnerung,
dass weder die Aktion
ohne die Kontemplation
karmelitanisch sei, noch die Kontemplation ohne
die Aktion theresianisch.
Deshalb sind die Missiones
ein integraler Bestandteil der Berufung zum
Karmel. Der Generalsekretär
für die Missionen des Ordens, P.
Dámaso Zuazua,
erläuterte zu Beginn Grund und Ziel dieses Kongresses
und bat dann eindringlich, es mögen am Ende auch
Entschlüsse zur praktischen Umsetzung für die einzelnen
Zirkumskriptionen erarbeitet
werden. Unter den Teilnehmern des Kongresses befanden
sich auch die beiden für den asiatischen Raum
zuständigen Generaldefinitoren,
P. Xavier Jayaraj und P.
Angelo Madelo.
Folgende Referenten erschlossen den Teilnehmern
Einblicke in die missionarische Situation in Asien: Die
Patres Paul D'Souza OCD
(Provinz Karnataka) und P.
Domingo Fernández de Mendiola,
ehemaliger Rektor des Seminars von
Alwyae (Kerala), aus
der Provinz Navarra sprachen über die Themen: "Unvergessliche
Karmeliten-Missionare auf
asiatischem Boden vom 16.-20. Jh.” Sowie über
“Grundlegende Merkmale der früheren missionarischen
Aktivität in Asien”. P. Michael
Amaladoss SJ (Institut für den Dialog zwischen
den Kulturen und Religionen in
Chennai) referierte über den interreligiösen
Dialog und Ökumenismus. P.
Felix Wilfred erschloss in
seinem Vortrag das Dokument “Ecclesia
in Asia und die
Herausforderungen der heutigen Mission”. Im
Anschluss an die einzelnen
Vorträge gab es jeden Nachmittag die Möglichkeit, das
Gehörte in Kleingruppen miteinander zu diskutieren und
anschließend die Ergebnisse der Gruppenarbeit im Plenum
zu präsentieren. Ausserdem
hatten die einzelnen Oberen die Gelegenheit, aus ihrer
konkreten Lebenssituation den Anwesenden mitzuteilen,
wobei der Schwerpunkt auf die jeweilige missionarische
Aktivität gelegt wurde. Die Buntheit der Informationen
entsprach ganz der Buntheit der Herkunftsländer: Indien,
Südkorea, Philipinen-Vietnam,
Singapur-Taiwan, Japan, Indonesien, Tansania, Kuwait und
Australien.
Am letzten Tag des Kongresses wurde das von einer Gruppe
vorbereitete Schlussdokument
vorgestellt und gemeinsam darüber diskutiert. Unser
Pater General bat alle Teilnehmer, sie mögen sich um die
Mitteilung dieser Botschaft an alle Kommunitäten
kümmern, damit dieses auch wirklich entsprechende
Früchte bringen kann. Die letzten beiden Tagen wurden
für Ausflüge nach Mangalore
und Goa genützt. Ebenfalls
besucht wurde die Kirche des Seligen Joseph
Vas, eines großen Missionars
in Kanara und Sri Lanka.
Soweit wir informiert sind, so war dieser
Kongress die erste
Verwirklichung dessen, was im Vorjahr durch den großen
Asiatischen Missionskongress
der FABC (“Bischofskonferenzen Asiens”) in Thailand
empfohlen wurde. Möge diese Initiative den Enthusiasmus
und die Liebe zur Mission unter den
Karmeliten in Asien und Ozeanien erneuern und
kräftigen, damit sie fähig sind, den Glauben der ihnen
anvertrauten Menschen in diesen Regionen der Welt zu
stärken!
Karmelitanische
Märtyrer aus Spanien
“Quiénes
son y de
dónde
vienen. 498 mártires
del siglo XX en
España” [“Wer sind sie und
woher kommen sie. 498 spanische Märtyrer des 20.
Jahrhunderts”].
Unter diesem Titel veröffentlichte die Spanische
Bischofskonferenz ein Buch mit 524 Seiten als
Vorbereitung auf die feierliche Seligsprechung dieser
großen Gruppe von spanischen Märtyrern aus der Zeit der
religiösen Verfolgung in Spanien (1934-1936). Die
biographischen Angaben jedes einzelnen dieser Märtyrer
wurden vom Generalpostulator
unseres Ordens, P. Ildefonso
Moriones
verfasst. Die
COMMUNICATIONES haben bereits in einer früheren Ausgabe
(Nr. 84, 01-07-2007) die Namen der 32
Karmeliten veröffentlicht,
die zu dieser Schar von Märtyrer gehören: 1 aus
Oviedo, 14 aus Barcelona
(davon ein Seminarist), und 16 aus Toledo. Dazu kommen
noch 4 Schwestern der Carmelitas
Misioneras sowie eine “Carmelita
de la Caridad”. Die drei
Karmelitinnen von
Guadalajara und M. Sagrario
de San Luis Gonzaga wurden
bereits früher selig gesprochen. “Es wird viele Märtyrer
geben …” prophezeite ein Heiliger (der hl. Albert von
Trápani?) der hl. Teresa
(vgl. Vida 40, 13).
Gewiss dachte die Heilige
Mutter nicht daran, dass von
den “vielen Märtyrern” viele aus ihrer eigenen
spanischen Heimat stammen würden.
Die wunderbare Feier der Seligsprechung fand am 28.
Oktober auf dem Petersplatz in Rom statt. Zur
Vorbereitung auf dieses Ereignis
verfasste der Provinzial von Kastilien einen
Pastoralbrief an die Mitglieder seiner Provinz. Darin
wird betont, dass die
Karmeliten-Märtyrer bei
ihrem Tod den Verfolgern verziehen hätten. Dieser
Gedanke kommt auch deutlich in der Hymne zum Ausdruck,
welche P. Luis Miguel Sánchez (Toledo)
anlässlich der
Seligsprechung komponierte: “Zeugen der Vergebung in
einer Welt, die sich nach Frieden sehnt…” Des weiteren
erinnert der Provinzial in seinem Rundbrief an die
Worte, welche einer von diesen
Märtyreren, P. Tirso
de Jesús
María im Abschiedsbrief, den
er am Abend vor seiner Hinrichtung an seine Angehörigen
adressierte, schreibt: “Vergebt auch ihr und segnet
alle, wie auch ich sie liebe, ihnen verzeihe und sie
segne …”
Lateinamerikanischer Kongress
über die Selige Elisabeth von der Dreifaltigkeit
Vom 17.-22. September fand im Haus des Gebetes “Nuestra
Señora del Carmen” in El
Salvador (Mittelamerika) ein
Kongress über unsere geisterfüllte Mitschwester
aus Dijon statt. Insgesamt nahmen 140 Personen aus
Lateinamerika, der Karibik und der Provinz Oklahoma
(USA) daran teil. Neben den Vorträgen gab es gemeinsame
Zeiten des Gebetes, des Austausches, der Feier der hl.
Messe, für Gruppenarbeiten, Rekreationen und Musik. Alle
diese Programmpunkte hatten stets einen inhaltlichen
Bezug zur seligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit.
Abschließend wurde für den nächsten
Kongress im Jahr 2010, welcher an irgendeinem Ort
der Karibik statt finden wird, beschlossen, als Thema
für die gemeinsamen Reflexionen die Spiritualität der
Heiligen Thersia
Benedicta vom Kreuz (Edith
Stein) zu wählen.
Einweihung des Spiritualitätszentrums in Malawi
Als sich das Land noch Nyassaland
nannte, kamen im Jahr 1963, also ein Jahr vor der
nationalen Unabhängigkeit, die Unbeschuhten
Karmeliten aus der Provinz
Navarra in dieses ostafrikanische Land, welches an
Tansanien,
Zambia,
Mosambique und Simbabwe grenzt. Es ist dasselbe
Land, wo einst der geistliche Bruder der hl.
Thérèse, Maurice
Bellière aus der
Gesellschaft der Weißen Väter als Missionar tätig war.
Die Karmeliten übernahmen
die beiden großen Missionspfarreien in
Chiphaso und
Kapiri. Das
Postulantat haben sie im
interkongregationalen
Institut in Balaka.
Anlässlich des
Jubiläumsjahres zum 400. Todestag der hl. Teresa von
Jesus gründeten sie 1982 in Kasungu
das Spiritualitätszentrum “Karmel”.
Im Jahr 2004 gründete die Assoziation der
englischsprechenden
Karmelitinnenklöster das Kloster von
Zomba. Auch die
Carmelitas
Misioneras des Sel.
Francisco Palau sowie die
Karmelitinnen von Luxemburg
haben in diesem Land Niederlassungen. Zudem gibt es auch
zwei Gemeinschaften der Teresianischen
Karmelgemeinschaft.
Am 5. Oktober wurde das neu errichtete
Spiritualitätszentum der
Karmeliten in
Nyngwe (Erzdiözese
Blantyre) eingeweiht. Dieses
Ereignis hat für den Karmel
in Malawi große historische Bedeutung, da es ein Hinweis
auf dessen stetiges Wachstum ist. Das Zentrum “San Juan
de la Cruz” besteht aus mehreren getrennten kleinen
Häusern, welche genügend Platz für Gäste bieten. Am
Eingang begrüßt eine Statue des hl. Johannes vom Kreuz
die Gäste.
Die Einweihung dieses neuen geistlichen Zentrums
übernahm kein geringerer als der
Gubernator der Vatikanstadt,
Msgr. Giovanni Lajolo,
der vier Tage nach seiner Rückkehr nach Rom durch Papst
Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt worden war. Begleitet
wurde der Prälat vom Generalsekretär der Missionen
unseres Ordens, P. Dámaso
Zuazua. Der
Osservatore Romano
widmete in seiner Ausgabe vom 18. Oktober (S. 8) einen
ausführlichen Bericht von der Reise des vatikanischen
Prälaten. Die hl. Messe zur Einweihung des neuen
Zentrums war für das ganze Land ein bedeutsames
Ereignis. Gemeinsam mit den Priestern, Diakonen,
Ordensleuten und Gläubigen feierten insgesamt 5 Bischöfe
mit. Der Ortsbischof, Erzbischof
Tarcisio Gervasio
Ziyaye durchtrennte
gemeinsam mit Msgr. Giovanni
Lajolo das Band zur
Eröffnung beim Eingang des neuen Zentrums. Danach
segnete Msgr.
Lajolo die Kapelle, in
dessen Zentrum sich das Mosaik mit einer Darstellung der
Muttergottes vom Berge Karmel
befindet – es stammt aus der berühmten vatikanischen
Mosaikwerkstätte. Abschließend wurde auch der neue Altar
der Kapelle konsekriert.
Der Gubernator der
Vatikanstadt nutzte seinen Aufenthalt, um die
missionarische Situation in Malawi kennen zu lernen. Er
besuchte u.a. die Seminarien
und das Spital in Mtengo
wa
Nthenga, welches von den
Carmelitas Misioneras
betreut wird. Zudem traf er mit Seminaristen, Priester
und Ordensleuten zusammen. Besonderes Interesse zeigte
er jedoch für die missionarische Präsenz des
Karmels in Malawi. Höhepunkt
dieser Visite war die hl. Messe in unserer Pfarrkirche
von Chiphaso, bei der über
1.500 Gläubige mitfeierten. Vor seinem Rückflug
verabschiedete sich noch eine Delegation von 50
Personnen aus unserer Pfarre
bei ihm und wünschte dem Prälaten einen guten Rückflug,
wobie sie Tänze und Gesänge
vortrugen. In einem der Lieder hieß es: “Der Fremde, der
zu uns kommt, möge sich bei uns zu Hause fühlen...”
Damit kommt am besten die Gastfreundschaft des
malawischen Volkes zum Ausdruck.
Neues Patronat der hl. Thérèse
von Lisieux
Dieses Mal finden der Weltjugendt
(15.-20. Juli 2008) in der
australianischen Stadt Sydney statt. Die zweite
Tagung des Vorbereitungskomitees informierte,
dass für dieses Treffen
insgesamt 10 Patrone (darunter Heilige, Selige und
Diener Gottes) ausgewählt wurden: Unsere Liebe Frau vom
Kreuz des Südens, der Diener Gottes Johannes Paul II.,
die sel. Mary McKillop, der hl. Petrus
Channel (Märtyrer der
Wallis-Futuna-Inseln), der
sel. Piergiorgio
Frassati, die hl.
Thérèse vom Kinde Jesus
(Kirchenlehrerin und Patronin von Australien), der sel.
Petrus To Rot (aus Papua-Neu-Guinea)
- ein verheirateter Laie und Stammeshäuptling, die hl.
Maria Goretti, die hl. Sr.
Faustina Kowalska (die erste
Heilige des 3. Jahrtausends) und die sel. Mutter Teresa
von Kalkutta.
In Sidney hofft man darauf,
dass möglichst viele
christliche Jugendliche aus der ganzen Welt zu diesem
Großereignis kommen werden. Ein Programmpunkt in der
Kathedrale wird die Weihe der Welt an Maria sein. Papst
Benedikt XVI. hat sein Kommen bereits zugesagt. In
diesem Kontext möchten wir auch an die Bedeutung der hl.
Thérèse beim Weltjugendtag
in Paris 1997 erinneren, als
Papst Johannes Paul II. offiziell die Erhebung dieser
Heiligen des Karmels zur
Kirchenlehrerin für den 19. Oktober 1997 ankündigte.
Im letzten Rundbrief vom 25. Oktober lädt der
Verantwortliche für die Organisation des Weltjugendtages
2008 in Sydney, Weihbischof Anthony Fischer, die
Jugendlichen ein, sich auf dieses Ereignis
vorzubereiten, indem sie sich vom Beispiel der hl.
Thérèse leiten lassen und
sich in die geistliche Kindschaft einüben, welche eine
“reife, auf Demut, Ehrlichkeit und Schlichtheit
gegründete Spiritualität” sei. Dies sind konkrete
geistliche Hinweise für den nächsten Weltjugendtag im
Juli 2008, welcher unter dem allgemeinen Motto aus der
Apostelgeschichte steht: “Ihr werdet die Kraft des
Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen
wird, und ihr werdet meine Zeugen sein” (Apg
1,8).