INHALT
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Die Kirche U.L.F. vom Karmel in China bleibt weiterhin
bestehen
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Die Wecheselfälle der Basilika zu Ehren der hl.
Teresa in Alba de Tormes
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Die Unsicherheit im Gebiet von Kivu (Kongo)
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Das Regionalvikariat der Karibik
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Weihnachtsgrüße der Redaktion
Die Kirche U.L.F. vom Karmel in China bleibt weiterhin
bestehen
Über das Schicksal der Kirche U.L.F. vom Karmel in China
(vgl. COMMUNICATIONES Nr. 85), welche die dortigen
politischen Autoritäten in die Luft zu sprengen
beschlossen hatten, haben wir neue Nachricht erhalten.
Aufgrund internationalen und nationalen Drucks bleibt
die Kirche U.L.F. vom Karmel in Tianjiajing (Henan),
vorerst bestehen. Dennoch halten die politischen
Autoritäten am Verbot von Wallfahrten fest, welche
jährlich an die 40.000 Gläubige zu unserer Kirche
führen. Nur die ortsansässigen Katholiken haben die
Erlaubnis, die Kirche zu besuchen, wobei jedoch jegliche
liturgische Feiern weiterhin untersagt sind.
Die Stimme für die Bewahrung der Wallfahrtskirche hat
sogar Fan Xuede, ein Wissenschaftler und berühmtes
Ex-Mitglied der kommunistischen Partei, der jedoch seit
seiner Bekehrung 1990 im amerkianischen Exil lebt,
erhoben. In einem Zeitungsbeitrag vom 21. Juni hat
schrieb er: “Ihr werdet es keinesfalls schaffen, das zu
zerstören, was einst nicht einmal den Japanern zu
vernichten gelungen ist. Unzählig sind die Gräueltaten,
welche die Roten Garden verübt hatten. Begeht also nicht
die gleichen Fehler...”
Die Wechselfälle der Basilika zu Ehren
der hl. Teresa in Alba de Tormes
Mit einem Gefühl der Bewunderung aber auch des Neides
betrachten wir die Basilika zu Ehren der hl. Thérèse vom
Kinde Jesus in Lisieux. In Zeiten der großen Euphorie
konnte dieses imposante und kostspielige Projekt in
Rekordzeit vollendet werden. Nicht so günstig verlief
die Sache mit der Basilika, welche Spanien zu Ehren der
hl. Teresa in Alba de Tormes errichten wollte, in jenem
Ort also, wo die Heilige endgültig in die ewigen
Wohnungen ihres Bräutigams Christus einging. Die
geplante Basilika befindet sich nur wenige Meter vom
Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen entfernt, bei
denen die sterblichen Überreste der Heiligen (Körper,
Herz und Arm) aufbewahrt werden. Das Projekt einer
Basilika zu Ehren der hl. Teresa begann im Jahre 1898
auf Initiative des Bischofs von Salamanca und mit
Unterstützung des Volkes. Nach ersten Bautätigkeiten
blieb das Gebäude jedoch bis heute unvollendet. Der
Architekt Repullés hatte zwar einen großartigen Plan
ausgearbeitet, der aber kam in kurzer Zeit zum
Stillstand. Bei jeder Jubiläumsfeier zu Ehren der
Heiligen von Avila entschloss man sich, den Bau
weiterzuführen, jedoch ohne Ergebnis.
Anlässlich des 400. Todetag der Heiligen im Jahr 1982
versuchte man das ursprüngliche Projekt zu retten, indem
man es neu dimensionierte, also nicht so pompös
ausführen wollte, wie anfänglich geplant. Nach Abschluss
der Feierlichkeiten zum teresianischen Gedenkjahr
verliefen alle Initiativen wiederum im Sand. Heuer, am
8. November, unterzeichnete der Bischof von Slamanca
zusammen mit dem Architekt Ricardo Pérez und der
Baufirma von Jesús Yánez einen Vertrag. Ziel dieser
Initiative ist es, die begonnene Basilika dort
weiterzubauen, wo man vor 25 Jahren aufgehört hatte,
nämlich sie mit einem Dach zu versehen. “Es ist mein
Wunsch”– so Msgr. Carlos López Hernández – “den Bau zu
vollenden, soweit es unsere Mittel und Möglichkeiten
zulassen. Bis dato sind die Seitenkapellen und
Seitenschiffe vollendet; nun wollen wir das Mittelschiff
und die Vierung zum Abschluss bringen.”
Die Dacheindeckung wird aus einem speziellen Holz und
Dachziegeln, sowie mit Kupferplatten gemacht werden.
Wenn es finanzierbar ist, so wird man danach mit dem
Ausbau der angrenzenden Räumlichkeiten fortfahren: Ein
Pilgerheim und Gästezimmer. Das anfängliche Projekt sah
vor, in der Basilika die Architektur der Inneren Burg
widerzuspiegeln. Wegen zu großem Aufwand wird man sich
ein bescheideneres Werk ausdenken, um die Heilige
gebührend zu ehren. Die Symbolik, welche sie am besten
repräsentiert ist jene des Lichtes, weshalb die Basilika
v.a. durch die Fenster mit sehr viel Licht erfüllt sein
wird. Im Zentrum wird die Heilige Teresa und ihre
Gründungen stehen; ergänzt wird sie durch andere
wichtige Gestalten am Firmament der Spiritualität, wie
z.B. die hl. Thérèse, die hl. Edith Stein, die hl.
Mutter Maravillas, die hl. Katharina von Siena, etc.
Den Wunschtermin zur Vollendung der Basilika bieten die
kommenden teresianischen Jubiläen: Der 400. Jahrestag
ihrer Seligsprechung (2014) bzw. der 500. Geburtstag der
Heiligen Mutter Teresa de Cepeda y Ahumada im Jahre
2015. Zur finanziellen Unterstützung dieses Projekts
können bereits freiwillige Spenden übersandt werden.
Die Unsicherheit in der Zone von Kivu (Kongo)
Die Sicherheitslage in der Provinz von Nord-Kivu
(Demokratische Republik Kongo) hört nicht auf, sich mehr
und mehr zu verschlechtern. Seit dem August 2004 greifen
die Rebellen unter der Führung des Ex-Generals der
kongolesischen Armee, Laurent Nkundabatware, unentwegt
die Streitkräfte des Landes im Norden von Kivu an. Seit
September dieses Jahres hat die Regierung beschlossen,
dieser unsicheren Lage ein Ende zu setzen, indem sie
Truppen und die Positionen des abgesetzen Generals
räumen lässt. Wegen der zu befürchtenden militärischen
Auseinandersetzungen haben bereits tausendene von
Einwohner ihr Zuhause fluchtartig verlassen. Zu
Zehntausenden suchen diese Flüchtlinge Zuflucht in den
Waldgebieten, wobei sie jeglicher Hilfe entbehren.
Weitere tausende von Flüchtlingen suchen in den eigens
eingerichteten Camps in Mugunga und Bulengo
Unterschlupf. Letztgenanntes Camp befindet sich nur 13
km von Goma entfernt, in der Umgebung unserer
Karmelitenpfarrei von Goma-Katindo, wo unsere jungen
Mibrüder aus der Generaldelegation Kongo, Jean-Pierre
Ngemanyi, Baudouin Mpanga, Pierre Thadée Bayi und Jérôme
Paluku die Seelsorge innehaben. Derzeit befinden sich in
diesen Flüchtlingslagern 43.000 Personen, wobei deren
Zahl von Tag zu Tag steigt, die humanitäre Hilfeleistung
hingegen sich täglich verschlechtert.
Die Zustände betreffen die gesamte dortige Umgebung:
Mord und Totschlag, Zerstörung der Infrastruktur,...
Letztlich lebt man ohne Gewissheit, wie es am nächsten
Tag weitergehen soll. Am 18. Oktober dieses Jahres wurde
die Pfarrkirche von Nyakariba (im Gebiet von Masisi) von
Unbekannten angezündet. Der zuständige Pfarrer war zu
jenem Zeitpunkt aus pastoralen Gründen unterwegs. Aber
nicht nur die ländlichen Gebieten leiden unter dieser
unsicheren Situation.
Auch in der Hauptstadt Goma zeigt sich das gleiche Bild
der Unsicherheit. Dort überstand der Bischof im
vergangenen Oktober, wie durch ein Wunder, ein Attentat.
Die Unsicherheit gilt sowohl für einzelne Kleriker oder
Ordensleute als auch für ganze Gemeinschaften. Wie lange
werden wir noch unter solchen Bedingungen leben müssen?
Niemand weiß darauf eine Antwort zu geben. Beobachter
meinen, dass sich die Situation noch mehr verschlechtern
könnte. Alle leben wir in der Verwüstung und haben
Angst, das Gegenwärtige zu kommentieren.
Die Mehrzahl der Priester aus dem Inneren des Landes ist
in die Gebirgszonen um Goa geflüchtet. Hier wie dort
stehen systematische und plötzliche Überfälle auf
Pfarren und Ordenshäuser auf der Tagesordnung. Andere
Priester wiederum sind geflüchtet, ohne letztlich genau
zu wissen wohin. Aufgrund der unsicheren und furchtbaren
Situation sind mehrere Pfarrkirchen zugesperrt. Seit dem
22. Oktober sind deren Pfarrer in das Zentrum “Maria
Mama” nach Buhimba geflüchtet, wo sich auch das große
Seminar für die Philosophie befindet. Von dort aus
beobachten sie den Fortgang der Ereignisse, in der
Hoffnung auf Verbesserung der Situation. Wie lange sie
dort bleiben werden? Auch das weiß niemand zu
beantworten.
Ein kongolesischer Musiker singt in seiner Muttersprache
Lingala: “Na mokili tour à tour, lelo ya yo lobi ya
moninga …” D.h.: “Auf dieser Erde hat jeder Anteil am
Ganzen: Heute habe ich daran teil, morgen ein anderer…”
Dieser Refrain symbolisiert den Rhytmus im Leben der
Bewohner von Goma und führt tausende von Einwohner in
einen Zustand von traumatisierenden Psychosen der
Verzweiflung und Mutlosigkeit.
Täglich geschehen bewaffnete Raubüberfälle, ohne dass
irgendjemand für die Sicherheit verantwortlich wäre.
Dies ist ein deutliches Zeichen für den langsamen
Verfall der Stadt. Diese Art von organisiertem Raub und
Plünderung ist eine Weise, um in diesem allgemeinen
Chaos irgendwie überleben zu können. Tausende sind Opfer
solcher Barbareien. Am Abend fragt sich schon jeder, wer
das nächste Opfer sein wird. Auf diese Weise steigt die
allgemeine Angst.
In der Nacht vom 10. November überfielen uniformierte
Männer das Kloster der Ursulinen in Tildonk, das sich
auf dem Gebiet unserer Karmelitenpfarre befindet. Sie
bedrängten die Schwestern, wobei sie eine von ihnen
sogar schwer am Auge verletzten. Sie stahlen Möbel,
Computer, Handys und Geld... also alles, was sie gerade
vorfanden. Welche Gemeinschaft wird es als nächste
treffen? Und was wird sein, wenn diese Leute nichts zum
Stehlen vorfinden? Das ist also unser Leben in Goma.
Ohne zu dramatisieren, bekennen wir dennoch: In der
gegenwärtigen Situation hilft allein die vollkommene
Hingabe an die Vorsehung Gottes und der Schutz der
Jungfrau vom Karmel.
Das Regionalvikariat der Karibik
Das Regionalvikariat gehört zur Provinz von Kastilien
und hat Niederlassungen in folgenden Ländern des
karibischen Raumes: Kuba, Dominikanische Republik,
Puerto Rico, Miami (USA). Die erste Gründung in diesem
Teil Amerikas geht auf das Jahr 1880 zurück, als von
Spanien aus eine erste Niederlassung in Kuba eröffnet
wurde. Die politischen Umstände haben den Karmel auf
Kuba auf derzeit drei Konvente reduziert: Es gibt
derezeit zwei Klöster in La Habana und eines in Matanzas
mit insgesamt sechs Priestern und einem Studenten. Die
Situation in Kuba half, unsere Präsenz in der
Dominikanischen Republik zu stabilisieren, wo es derzeit
5 Niederlassungen mit 14 Priestern, 7 Studenten der
Philosophie und 2 der Theologie sowie 5 Novizen gibt,
die jedoch das Noviziat in Mexiko verbringen. Auch in
der Dominikanischen Republik haben wir ein Kloster der
Unbeschuhten Karmelitinnen, und zwar in Baní. Der Karmel
in Puerto Rico besteht aus sieben Mitbrüdern in zwei
Niederlassungen. In der Niederlassung in Miami leben
derzeit zwei unserer Mitbrüder.
Insgesamt zählt das Regionalvikariat der Karibik 31
Karmeliten in 11 Niederlassungen, von denen sind 9
Pfarren, 3 Kollegien, 2 Spiritualitätszentren und 1
Institut für Spiritualität. Erwähnenswert ist auch die
Herausgabe der Zeitschrift “Espíritu y Vida”, die
seit 1993 veröffentlicht wird.
Weihnachstgrüße
“Über der Geburt im Stall zu Bethlehem leuchtete der
Glanz der Engel, die den Hirten die frohe Kunde
brachten, aber war doch zugleich auch die Armut Gottes
in dieser Welt nur allzu spürbar.”
Benedikt XVI.
Enzyklika Spe salvi, Nr. 50
Dámaso Zuazua (Chefredakteur),
Isidoro D’Silva und Carlo dalla Valle (Technische
Mitarbeiter),
sowie die Übersetzer:
Agostino Cappelletti (Italienisch),
John Landy (Englisch),
Claire-Marie aus dem Karmel von Villefranche de
Rouergure (Französisch),
Michael Obermayr (Deutsch) und
Rafael Mendoza (Spanisch)
wünschen allen LeserInnen, allen Kommunitäten und allen,
die durch die COMMUNICATIONES den Kontakt mit der
Familie des Karmels suchen, die ganze Tiefe und große
Hoffnung, die von unserem Gott Emmanuel ausgeht.
Gesegnete Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!