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News - Nachrichten    << N° 92 >>   15.12.2007
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Gesegnete Weihnachten
und
ein gutes Neues Jahr!

 
COMMUNICATIONES N. 92

 

INHALT

 

- Die Kirche U.L.F. vom Karmel in China bleibt weiterhin bestehen

- Die Wecheselfälle der Basilika zu Ehren der hl. Teresa in Alba de Tormes

- Die Unsicherheit im Gebiet von Kivu (Kongo)

- Das Regionalvikariat der Karibik

- Weihnachtsgrüße der Redaktion

 

Die Kirche U.L.F. vom Karmel in China bleibt weiterhin bestehen

 

Über das Schicksal der Kirche U.L.F. vom Karmel in China (vgl. COMMUNICATIONES Nr. 85), welche die dortigen politischen Autoritäten in die Luft zu sprengen beschlossen hatten, haben wir neue Nachricht erhalten. Aufgrund internationalen und nationalen Drucks bleibt die Kirche U.L.F. vom Karmel in Tianjiajing (Henan), vorerst bestehen. Dennoch halten die politischen Autoritäten am Verbot von Wallfahrten fest, welche jährlich an die 40.000 Gläubige zu unserer Kirche führen. Nur die ortsansässigen Katholiken haben die Erlaubnis, die Kirche zu besuchen, wobei jedoch jegliche liturgische Feiern weiterhin untersagt sind.

Die Stimme für die Bewahrung der Wallfahrtskirche hat sogar Fan Xuede, ein Wissenschaftler und berühmtes Ex-Mitglied der kommunistischen Partei, der jedoch seit seiner Bekehrung 1990 im amerkianischen Exil lebt, erhoben. In einem Zeitungsbeitrag vom 21. Juni hat schrieb er: “Ihr werdet es keinesfalls schaffen, das zu zerstören, was einst nicht einmal den Japanern zu vernichten gelungen ist. Unzählig sind die Gräueltaten, welche die Roten Garden verübt hatten. Begeht also nicht die gleichen Fehler...”

 

Die Wechselfälle der Basilika zu Ehren

der hl. Teresa in Alba de Tormes

 

Mit einem Gefühl der Bewunderung aber auch des Neides betrachten wir die Basilika zu Ehren der hl. Thérèse vom Kinde Jesus in Lisieux. In Zeiten der großen Euphorie konnte dieses imposante und kostspielige Projekt in Rekordzeit vollendet werden. Nicht so günstig verlief die Sache mit der Basilika, welche Spanien zu Ehren der hl. Teresa in Alba de Tormes errichten wollte, in jenem Ort also, wo die Heilige endgültig in die ewigen Wohnungen ihres Bräutigams Christus einging. Die geplante Basilika befindet sich nur wenige Meter vom Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen entfernt, bei denen die sterblichen Überreste der Heiligen (Körper, Herz und Arm) aufbewahrt werden. Das Projekt einer Basilika zu Ehren der hl. Teresa begann im Jahre 1898 auf Initiative des Bischofs von Salamanca und mit Unterstützung des Volkes. Nach ersten Bautätigkeiten blieb das Gebäude jedoch bis heute unvollendet. Der Architekt Repullés hatte zwar einen großartigen Plan ausgearbeitet, der aber kam in kurzer Zeit zum Stillstand. Bei jeder Jubiläumsfeier zu Ehren der Heiligen von Avila entschloss man sich, den Bau weiterzuführen, jedoch ohne Ergebnis.

Anlässlich des 400. Todetag der Heiligen im Jahr 1982 versuchte man das ursprüngliche Projekt zu retten, indem man es neu dimensionierte, also nicht so pompös ausführen wollte, wie anfänglich geplant. Nach Abschluss der Feierlichkeiten zum teresianischen Gedenkjahr verliefen alle Initiativen wiederum im Sand. Heuer, am 8. November, unterzeichnete der Bischof von Slamanca zusammen mit dem Architekt Ricardo Pérez und der Baufirma von Jesús Yánez einen Vertrag. Ziel dieser Initiative ist es, die begonnene Basilika dort weiterzubauen, wo man vor 25 Jahren aufgehört hatte, nämlich sie mit einem Dach zu versehen. “Es ist mein Wunsch”– so Msgr. Carlos López Hernández – “den Bau zu vollenden, soweit es unsere Mittel und Möglichkeiten zulassen. Bis dato sind die Seitenkapellen und Seitenschiffe vollendet; nun wollen wir das Mittelschiff und die Vierung zum Abschluss bringen.”

Die Dacheindeckung wird aus einem speziellen Holz und Dachziegeln, sowie mit Kupferplatten gemacht werden. Wenn es finanzierbar ist, so wird man danach mit dem Ausbau der angrenzenden Räumlichkeiten fortfahren: Ein Pilgerheim und Gästezimmer. Das anfängliche Projekt sah vor, in der Basilika die Architektur der Inneren Burg widerzuspiegeln. Wegen zu großem Aufwand wird man sich ein bescheideneres Werk ausdenken, um die Heilige gebührend zu ehren. Die Symbolik, welche sie am besten repräsentiert ist jene des Lichtes, weshalb die Basilika v.a. durch die Fenster mit sehr viel Licht erfüllt sein wird. Im Zentrum wird die Heilige Teresa und ihre Gründungen stehen; ergänzt wird sie durch andere wichtige Gestalten am Firmament der Spiritualität, wie z.B. die hl. Thérèse, die hl. Edith Stein, die hl. Mutter Maravillas, die hl. Katharina von Siena, etc.

Den Wunschtermin zur Vollendung der Basilika bieten die kommenden teresianischen Jubiläen: Der 400. Jahrestag ihrer Seligsprechung (2014) bzw. der 500. Geburtstag der Heiligen Mutter Teresa de Cepeda y Ahumada im Jahre 2015. Zur finanziellen Unterstützung dieses Projekts können bereits freiwillige Spenden übersandt werden.

 

Die Unsicherheit in der Zone von Kivu (Kongo)

 

Die Sicherheitslage in der Provinz von Nord-Kivu (Demokratische Republik Kongo) hört nicht auf, sich mehr und mehr zu verschlechtern. Seit dem August 2004 greifen die Rebellen unter der Führung des Ex-Generals der kongolesischen Armee, Laurent Nkundabatware, unentwegt die Streitkräfte des Landes im Norden von Kivu an. Seit September dieses Jahres hat die Regierung beschlossen, dieser unsicheren Lage ein Ende zu setzen, indem sie Truppen und die Positionen des abgesetzen Generals räumen lässt. Wegen der zu befürchtenden militärischen Auseinandersetzungen haben bereits tausendene von Einwohner ihr Zuhause fluchtartig verlassen. Zu Zehntausenden suchen diese Flüchtlinge Zuflucht in den Waldgebieten, wobei sie jeglicher Hilfe entbehren. Weitere tausende von Flüchtlingen suchen in den eigens eingerichteten Camps in Mugunga und Bulengo Unterschlupf. Letztgenanntes Camp befindet sich nur 13 km von Goma entfernt, in der Umgebung unserer Karmelitenpfarrei von Goma-Katindo, wo unsere jungen Mibrüder aus der Generaldelegation Kongo, Jean-Pierre Ngemanyi, Baudouin Mpanga, Pierre Thadée Bayi und Jérôme Paluku die Seelsorge innehaben. Derzeit befinden sich in diesen Flüchtlingslagern 43.000 Personen, wobei deren Zahl von Tag zu Tag steigt, die humanitäre Hilfeleistung hingegen sich täglich verschlechtert.

Die Zustände betreffen die gesamte dortige Umgebung: Mord und Totschlag, Zerstörung der Infrastruktur,... Letztlich lebt man ohne Gewissheit, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Am 18. Oktober dieses Jahres wurde die Pfarrkirche von Nyakariba (im Gebiet von Masisi) von Unbekannten angezündet. Der zuständige Pfarrer war zu jenem Zeitpunkt aus pastoralen Gründen unterwegs. Aber nicht nur die ländlichen Gebieten leiden unter dieser unsicheren Situation.

Auch in der Hauptstadt Goma zeigt sich das gleiche Bild der Unsicherheit. Dort überstand der Bischof im vergangenen Oktober, wie durch ein Wunder, ein Attentat. Die Unsicherheit gilt sowohl für einzelne Kleriker oder Ordensleute als auch für ganze Gemeinschaften. Wie lange werden wir noch unter solchen Bedingungen leben müssen? Niemand weiß darauf eine Antwort zu geben. Beobachter meinen, dass sich die Situation noch mehr verschlechtern könnte. Alle leben wir in der Verwüstung und haben Angst, das Gegenwärtige zu kommentieren.

Die Mehrzahl der Priester aus dem Inneren des Landes ist in die Gebirgszonen um Goa geflüchtet. Hier wie dort stehen systematische und plötzliche Überfälle auf Pfarren und Ordenshäuser auf der Tagesordnung. Andere Priester wiederum sind geflüchtet, ohne letztlich genau zu wissen wohin. Aufgrund der unsicheren und furchtbaren Situation sind mehrere Pfarrkirchen zugesperrt. Seit dem 22. Oktober sind deren Pfarrer in das Zentrum “Maria Mama” nach Buhimba geflüchtet, wo sich auch das große Seminar für die Philosophie befindet. Von dort aus beobachten sie den Fortgang der Ereignisse, in der Hoffnung auf Verbesserung der Situation. Wie lange sie dort bleiben werden? Auch das weiß niemand zu beantworten.

Ein kongolesischer Musiker singt in seiner Muttersprache Lingala: “Na mokili tour à tour, lelo ya yo lobi ya moninga …” D.h.: “Auf dieser Erde hat jeder Anteil am Ganzen: Heute habe ich daran teil, morgen ein anderer…” Dieser Refrain symbolisiert den Rhytmus im Leben der Bewohner von Goma und führt tausende von Einwohner in einen Zustand von traumatisierenden Psychosen der Verzweiflung und Mutlosigkeit.

Täglich geschehen bewaffnete Raubüberfälle, ohne dass irgendjemand für die Sicherheit verantwortlich wäre. Dies ist ein deutliches Zeichen für den langsamen Verfall der Stadt. Diese Art von organisiertem Raub und Plünderung ist eine Weise, um in diesem allgemeinen Chaos irgendwie überleben zu können. Tausende sind Opfer solcher Barbareien. Am Abend fragt sich schon jeder, wer das nächste Opfer sein wird. Auf diese Weise steigt die allgemeine Angst.

In der Nacht vom 10. November überfielen uniformierte Männer das Kloster der Ursulinen in Tildonk, das sich auf dem Gebiet unserer Karmelitenpfarre befindet. Sie bedrängten die Schwestern, wobei sie eine von ihnen sogar schwer am Auge verletzten. Sie stahlen Möbel, Computer, Handys und Geld... also alles, was sie gerade vorfanden. Welche Gemeinschaft wird es als nächste treffen? Und was wird sein, wenn diese Leute nichts zum Stehlen vorfinden? Das ist also unser Leben in Goma. Ohne zu dramatisieren, bekennen wir dennoch: In der gegenwärtigen Situation hilft allein die vollkommene Hingabe an die Vorsehung Gottes und der Schutz der Jungfrau vom Karmel.

 

Das Regionalvikariat der Karibik

 

Das Regionalvikariat gehört zur Provinz von Kastilien und hat Niederlassungen in folgenden Ländern des karibischen Raumes: Kuba, Dominikanische Republik, Puerto Rico, Miami (USA). Die erste Gründung in diesem Teil Amerikas geht auf das Jahr 1880 zurück, als von Spanien aus eine erste Niederlassung in Kuba eröffnet wurde. Die politischen Umstände haben den Karmel auf Kuba auf derzeit drei Konvente reduziert: Es gibt derezeit zwei Klöster in La Habana und eines in Matanzas mit insgesamt sechs Priestern und einem Studenten. Die Situation in Kuba half, unsere Präsenz in der Dominikanischen Republik zu stabilisieren, wo es derzeit 5 Niederlassungen mit 14 Priestern, 7 Studenten der Philosophie und 2 der Theologie sowie 5 Novizen gibt, die jedoch das Noviziat in Mexiko verbringen. Auch in der Dominikanischen Republik haben wir ein Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen, und zwar in Baní. Der Karmel in Puerto Rico besteht aus sieben Mitbrüdern in zwei Niederlassungen. In der Niederlassung in Miami leben derzeit zwei unserer Mitbrüder.

Insgesamt zählt das Regionalvikariat der Karibik 31 Karmeliten in 11 Niederlassungen, von denen sind 9 Pfarren, 3 Kollegien, 2 Spiritualitätszentren und 1 Institut für Spiritualität. Erwähnenswert ist auch die Herausgabe der Zeitschrift “Espíritu y Vida”, die seit 1993 veröffentlicht wird.

 

Weihnachstgrüße

 

“Über der Geburt im Stall zu Bethlehem leuchtete der Glanz der Engel, die den Hirten die frohe Kunde brachten, aber war doch zugleich auch die Armut Gottes in dieser Welt nur allzu spürbar.”

Benedikt XVI.

   Enzyklika Spe salvi, Nr. 50

 

Dámaso Zuazua (Chefredakteur),

Isidoro D’Silva und Carlo dalla Valle (Technische Mitarbeiter),

sowie die Übersetzer:

Agostino Cappelletti (Italienisch),

John Landy (Englisch),

Claire-Marie aus dem Karmel von Villefranche de Rouergure (Französisch),

Michael Obermayr (Deutsch) und

Rafael Mendoza (Spanisch)

 

wünschen allen LeserInnen, allen Kommunitäten und allen, die durch die COMMUNICATIONES den Kontakt mit der Familie des Karmels suchen, die ganze Tiefe und große Hoffnung, die von unserem Gott Emmanuel ausgeht.

 

Gesegnete Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!


     


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Updated 17 dic 2007
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