
Santuario del Cristo de Luren - Ica
Wie inzwischen allgemein bekannt, wurde am 15. August 2007
um 20 Uhr (Ortszeit) Peru von einem heftigen Erdbeben
heimgesucht, das auf der nach oben offenen Richterskala mit
7,9 registriert wurde. Solche Beben ereignen sich in der
Andengegend alle 10 bis 15 Jahre. Die Befürchtung,
dass es zu einem Seebeben käme,
ähnlich dem Tsunami am 26.
Dezember 2004, bewahrheitete sich Gott sei Dank nicht. Der
Ozean blieb ruhig, trotzdem steigt die Zahl der Toten noch
an, was eine nationale Katastrophe bedeutet. In den
betroffenen Gebieten mangelt es an allem: Elektrizität,
Telefon, Wasser, ärztliche Versorgung, Betten, usw. Bei den
vielen Ruinen und zerstörten Häusern sind die Krankenhäuser
überbelegt.
Wegen der unterbrochenen Telefonleitungen können wir keine
vollständigen Informationen bieten, doch konnten wir mit dem
Regionalvikar unseres Ordens in Peru, P. Luis
Edgardo
Pinto Tipismana, immerhin
Kontakt aufnehmen. Gott sei Dank, gab es unter unseren
Schwestern und Brüdern keine nennenswerten Personenschäden.
In Pisco zelebrierte unser
Mitbruder P. José Gutiérrez
gerade die hl. Messe, als die Erde bebte. Dabei stürzte die
Kirche ein und begrub 10 Personen unter sich. Unser
Mitbruder kam, abgesehen von einigen schnell versorgten 14
Wunden an den Händen, mit dem Schrecken davon. Die Stimmung
unter den Schwestern und Brüdern in Peru ist gut: Sie beten
und trauern mit den betroffenen Angehörigen, und helfen, wo
sie können.
Die Gebäudeschäden sind beträchtlich: Der Turm unserer
Kirche zum hl. Josef in Lima wurde beschädigt, eine von
unseren Patres betreute Nebenkirche in
Lima-El Cercado, die alte
Kirche des Santo Cristo, ist
voller Risse.
Die größten Schäden gab es in Ica,
sowohl bei den Schwestern als auch bei den Brüdern in der
Kirche des Christus von Luren. Aus ersten Informationen
wissen wir, dass der Hauptturm
auf das Kirchenschiff stürzte und die Kuppel dieses
Heiligtums beschädigte. Durch das Erdbeben stürzten die
Statuen um, außer der von Maria und der dort verehrten
Christusstatue, was die Menschen als ein Wunder betrachten.
Von der Fassade der Kirche stürzten die vier kleineren
Kuppeln in den Park; zu Schaden kamen auch einige Portale
und die Mauer zum Konvent hin. Ähnliches ereignete sich im
Kloster der Schwestern. Die immer wieder auftretenden
Nachbeben verursachen Panik unter der Bevölkerung.
Nach den ersten Tagen ohne jegliche Kommunikation haben uns
die Karmelitinnen von San
Vicente de
Cañete auch von ihren Schäden berichtet. Ein Teil der
Außenmauer und eine Wand im Kloster stürzten ein. In der
Kirche stürzte die Statue des hl. Johannes vom Kreuz zu
Boden, das Wasserreservoir auf der Dachterrasse barst
entzwei und sorgte im Konvent für Überschwemmung. Fast alle
Fenster der Kirche und des Klosters gingen zu Bruch, so
dass es Augenblicke einer
allgemeinen Panik gab. Auch in den Familien unserer
Schwestern und Brüder sind schwerwiegende Folgen des
Erdbebens zu beklagen.
Der Orden in Peru hat bereits mit Hilfsmaßnahmen begonnen.
Die beiden Schwesternklöster in Lima haben zusammen mit den
beiden Karmelitenpfarreien
Decken und nichtverderbliche Lebensmittel in die betroffenen
Gegenden geschickt. Jetzt, wo die Hilfsmaßnahmen von Seiten
der Regierung, des Roten Kreuzes verschiedener Länder und
anderer internationaler Organisationen angelaufen sind, um
Abhilfe zu schaffen, möchte auch der Orden seine Solidarität
mit den Schwestern und Brüdern in Peru zeigen.
Das Missionssekretariat in der Generalkurie bietet gerne
seine Vermittlerdienste für die Konvente im Orden an, die
dem Karmel in Peru helfen
wollen. Wir wollen beim Wiederaufbau der zerstörten Gebäude
helfen und der notleidenden Bevölkerung im Umkreis unserer
Konvente erste Hilfe anbieten; diesem Zweck soll unsere
Hilfe zu gute kommen. Dadurch zeigen wir unsere
Großherzigkeit angesichts dieser Tragödie in Peru.